Welterbe in Südafrika

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Zum Welterbe in Südafrika gehören (Stand: 2017) neun UNESCO-Welterbestätten, darunter fünf Stätten des Weltkulturerbes, drei Stätten des Weltnaturerbes und eine gemischte Kultur- und Naturerbestätte. Südafrika hat die Welterbekonvention 1997 ratifiziert, die erste Welterbestätte wurde 1999 in die Welterbeliste aufgenommen. Die bislang letzte Welterbestätte wurde 2017 eingetragen.[1]

Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Südafrika in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) - auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten von Welterbestätten: OSM, Google

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
ISimangaliso-Wetland-Park
ISimangaliso-Wetland-Park
(Lage)
1999 N 914 Die Feuchtgebiete befinden sich an der Ostküste der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. Hier leben die größten Krokodil- und Flusspferdbestände Südafrikas.
Robben Island
Robben Island
(Lage)
1999 K 916 ehemalige Gefängnisinsel
Fundstätten fossiler Hominiden in Südafrika
Fundstätten fossiler Hominiden in Südafrika 1999 K 915 Die Cradle of Humankind (deutsch: Wiege der Menschheit) liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Johannesburg. Die ältesten Funde sind etwa 1,75 bis 1,8 Millionen Jahre alt. In Sterkfontein wurde Mrs. Ples gefunden.

Die welterbestätte umfasste ursprünglich Sterkfontein, Swartkrans und Kromdraai, 2005 wurde sie um Makapansgat, und Taung erweitert.

Maloti-Drakensberg-Park
Maloti-Drakensberg-Park
(Lage)
2000 K/N 985 Das Welterbe umfasst den Ukhahlamba-Drakensberg Park und seit 2013 den Sehlabathebe-Nationalpark in Lesotho. Die Drakensberge im Naturpark haben eine Höhe von bis zu 3482 Meter. Sie bestehen größtenteils aus Basaltgestein.
Kulturlandschaft Mapungubwe
Kulturlandschaft Mapungubwe 2003 K 1099 Mapungubwe ist ein Ausgrabungsgebiet in der Nähe der Stadt Musina im Norden von Südafrika.
Schutzgebiete der Region Cape Floral
Schutzgebiete der Region Cape Floral 2004 N 1007 Die Schutzregion besteht aus acht Naturschutzgebieten in den Provinzen Westkap und Ostkap in Südafrika. Die ursprüngliche Welterbestätte wurde 2015 erweitert
Vredefort Dome
Vredefort Dome 2005 N 1162 Der Meteoritenkrater ist der größte sicher identifizierte Einschlagkrater der Erde. Er befindet sich 120 Kilometer südwestlich von Johannesburg. Der Einschlag erfolgt vor etwa zwei Milliarden Jahren.
Kultur- und Pflanzenlandschaft Richtersveld
Kultur- und Pflanzenlandschaft Richtersveld 2007 K 1265 Die Landschaft befindet sich im äußersten Nordwesten Südafrikas und ist das letztes Gebiet, in dem die Ureinwohner vom Stamm der Nama als Wanderhirten leben.
Kulturlandschaft der Khomani
Kulturlandschaft der Khomani 2017 K 1545 Die Kulturlandschaft der Khomani, einer Gruppe des Volkes der San, befindet sich an der Grenze zu Botswana und Namibia und entspricht etwa dem Gebiet des Kalahari-Gemsbok-Nationalparks.

Tentativliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind.

Aktuelle Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand 2017 sind sechs Stätten in der Tentativliste von Südafrika eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2015.[2] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

Bild Name Datum K/N Beschreibung
Barberton Mountain Land / Barberton Greenstone Belt / Makhonjwa Mountains 2009 N
Karoo P1030721.JPG Schutzgebiete Sukkulenten-Karoo 2009 N
Helen Joseph Avalon.jpg Liberation Heritage Route 2009 K mit den Stationen Robben Island, Universität von Fort Hare, Walter Sisulu Square of Dedication bei Kliptown in Soweto, Nelson Mandela-Stätten (Wohnhäuser), Haus von Robert Sobukwe, Haus von Steve Biko und Zanempilo-Klinik, Constitution Hill, Chief Albert Luthuli-Museum, Hector-Pieterson-Mahnmal, Sharpeville, Haus von Sol Plaatje, Liliesleaf Farm, Avalon Cemetery
Frühe Gehöfte im Kapweinland 2015 K
10.1371.journal.pone.0098359.g002.jpg Die Entstehung des modernen Menschens: die Pleistozän-Wohnplätze in Südafrika 2015 K mit den archäologischen Fundplätzen Blombos, Border-Höhle, Diepkloof, Klasies River, Pinnacle Point und Sibudu-Höhle
Menschenrechte, Befreiungskampf und Versöhnung: Vermächtnisstätten von Nelson Mandela 2015 K Universität von Fort Hare, Union Buildings, Sophiatown und Gedenkstätten der gewaltsamen Räumung von District Six, Kliptown (Walter Sisulu Square) und die Freiheitscharta, Haus und Museum von Chief Albert Luthuli, Ort der Verhaftung von Nelson Mandela in Howick, Manaye Hall und Versöhnungsorte in Pietermaritzburg, Nelson Mandela Centre of Memory, Justizpalast in Pretoria (Schauplatz des Rivonia-Prozesses), Gedenkorte des Massakers von 1960 in Sharpeville und Langa, Befreiungsgedenkstätte Liliesleaf Farm, Vilakazi Street und Hector-Pieterson-Museum in Soweto, Constitution Hill und Wahrheits- und Versöhnungskommission, nationale Gedenkstätte Freedom Park und Waihoek Site, Nelson-Mandela-Stätten (Qunu, Mvezo, Mqhekezweni) sowie mit Steve Biko verbundene Stätten und Zanempilo-Klinik

Ehemalige Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Stätten standen früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt. Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.[3]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten ehemaliger Welterbekandidaten: OSM, Google

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Heilige Stätten von Modderpoort 1998–2011 K 1073
Industrieerbestätte Pilgrim's Rest Reduction Works 2004–2015 K 1075 Goldgräberstätte in Transvaal
Kimberley Mines und zugehörige frühe Industrien 2004–2015 K 1909 Bergbauindustrie von Kimberley mit der Diamantenmine The Big Hole
Meteoritenkrater Tswaing
(Lage)
2004–2011 N 1911 vor rund 220.000 Jahren durch den Einschlag eines Meteoroiden mit einem Durchmesser von 30 bis 50 m entstanden
Alexandria Coastal Dunefield 2009–2015 N 5453 größtes Dünenfeld in Südafrika
Prinz-Edward-Inseln
Prinz-Edward-Inseln
(Lage)
2009–2015 N 5457 unbewohnte Inselgruppe im südlichen Indischen Ozean
Kupferbergbaulandschaft Namaqualand 2009–2015 K 5460 sechs Stätten des Kupferbergbaus in Namaqualand
Kap-Meridianbogen 2009–2015 K 5461 elf Stätten auf einem Meridianbogen am Kap

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Welterbestätten in Südafrika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Südafrika auf der Website des World Heritage Centre (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Südafrika. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  2. Tentativliste von Südafrika. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 28. August 2017 (englisch).
  3. Former Tentative Sites of South Africa. In: World Heritage Site. Abgerufen am 28. August 2017 (englisch).