Willofs (Schlitz)

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Willofs
Stadt Schlitz
Koordinaten: 50° 40′ 51″ N, 9° 28′ 25″ O
Höhe: 346 m
Fläche: 6,81 km² [LAGIS]
Einwohner: 421 (30. Jun. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36110
Vorwahl: 06642
Kirche in Willofs (Schlitz)

Willofs ist ein Stadtteil von Schlitz im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt, von Wäldern umgeben, 6 km westlich von Schlitz auf einer Buntsandsteinhochfläche. Bei Willofs liegen der 486 m hohe Eisenberg und der 490 m hohe Steinberg. Durch das Dorf verläuft die Landesstraße 3140.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrscheinlich ist Willofs im Hochmittelalter entstanden. Die älteste erhaltene Erwähnung stammt von 1393. Damals lautete der Ortsname Wilulfs. Später nannte hieß der Ort Willers. Der Bau einer eigenen Kirche wurde 1581 beschlossen. 1681 ist die erste Kirmes bezeugt, die heute noch fortbesteht.

Willofs gehörte zur Herrschaft Schlitz.[2] Hier galten die Schlitzer Verordnungen aus dem 18. Jahrhundert zusammen mit Teilen des Fuldischen Rechts als Partikularrecht. Das Gemeine Recht galt nur, soweit diese speziellen Regelungen für einen Sachverhalt keine Bestimmungen enthielten. Dieses Sonderrecht behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen im 19. Jahrhundert. In der gerichtlichen Praxis wurden die Verordnungen aber nur noch selten angewandt.[3] Das Partikularrecht wurde zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst.

Napoleon zog 1813 auf dem Rückzug von der Völkerschlacht bei Leipzig durch Willofs.

Am 31. Dezember 1971 wurde Willofs im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Schlitz eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Gerald Gottwald (Stand März 2018).[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Willofs (Schlitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerstand der Stadt Schlitz. (PDF) In: Webauftritt. Stadt Schlitz, archiviert vom Original; abgerufen im April 2019.
  2. Johann Andreas Demian: Beschreibung oder Statistik und Topographie des Großherzogthums Hessen, Band 2. LeRoux, Mainz o. J., S. 361.
  3. Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 104 und beiliegende Karte.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 368.
  5. Ortsvorsteher. In: Internetaufftritt. Stadt Schlitz, abgerufen am 4. Oktober 2016.