Vogelsbergkreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Vogelsbergkreises Deutschlandkarte, Position des Vogelsbergkreises hervorgehobenKoordinaten: 50° 38′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Verwaltungssitz: Lauterbach
Fläche: 1.458,96 km²
Einwohner: 105.763 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: VB
Kreisschlüssel: 06 5 35
Kreisgliederung: 19 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Goldhelg 20
36341 Lauterbach
Webpräsenz: www.vogelsbergkreis.de
Landrat: Manfred Görig (SPD)
Lage des Vogelsbergkreises in Hessen
Kassel Landkreis Kassel Werra-Meißner-Kreis Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Waldeck-Frankenberg Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Gießen Main-Kinzig-Kreis Wetteraukreis Rheingau-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Kreis Groß-Gerau Frankfurt am Main Offenbach am Main Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Kreis Bergstraße Kreis Bergstraße Odenwaldkreis Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz Bayern Nordrhein-Westfalen Niedersachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild

Der Vogelsbergkreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Gießen in der Region Mittelhessen bzw. Oberhessen, Osthessen. Die Kreisstadt ist Lauterbach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgebend für den Kreis ist der Vogelsberg, ein seit Millionen Jahren erloschener, deshalb auch teilweise abgetragener Vulkan, der im Süden des Kreises liegt. Dessen höchste Erhebung ist der Taufstein (773 m), östlich von Schotten. Das nördliche Kreisgebiet reicht noch in die Landschaft der Schwalm.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vogelsbergkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Schwalm-Eder-Kreis, Hersfeld-Rotenburg, Fulda, Main-Kinzig-Kreis, Wetteraukreis, Gießen und Marburg-Biedenkopf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Kreisgebiet gehörte zu Beginn des 19. Jahrhunderts überwiegend zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, dem späteren Großherzogtum Hessen. Daneben existierten mehrere kleine Territorialherrschaften wie die der Riedesel Freiherren zu Eisenbach und der Reichsgrafen von Schlitz. Seit der Mediatisierung 1806 gehörte das Gebiet fast vollständig zum Großherzogtum Hessen, nur die Dörfer Lingelbach und Berfa gehörten vor der Gebietsreform in den 1970er Jahren zum Kreis Ziegenhain und die Ortschaften des ehemaligen Gerichtes Katzenberg gehörten bis 1866 zum Kurfürstentum Hessen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wechselten die Verwaltungsstrukturen auf Kreisebene häufig.

1832 wurde der Landkreis Alsfeld gegründet, der im Laufe der Geschichte mehrmals seine Grenzen veränderte, zuletzt 1938. Im Jahr 1852 war der Landkreis Lauterbach gebildet worden. Dieser Kreis wurde ebenfalls 1938 in seinen Grenzen verändert.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen entstand am 1. August 1972 der neue Vogelsbergkreis mit der Kreisstadt Lauterbach.[2][3][4] Er wurde gebildet aus

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1972 112.400 [5]
1980 109.500 [6]
1990 113.700 [6]
2000 118.496 [7]
2010 109.451 [7]
2014 105.763 [7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreistagswahl im Vogelsbergkreis 2016
Wahlbeteiligung 57,0 %
 %
40
30
20
10
0
35,5 %
31,8 %
10,6 %
7,7 %
5,8 %
4,6 %
4,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,4 %p
-2,5 %p
+0,9 %p
-5,1 %p
+5,8 %p
+0,1 %p
+0,4 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Sitzverteilung im Vogelsberger Kreistag 2016
2
5
19
3
6
22
4
19 22 
Von 61 Sitzen entfallen auf:

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis: [8]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,5 22 35,1 21 40,3 25
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 31,8 19 34,3 21 37,4 23
FREIE WÄHLER FREIE WÄHLER 10,6 6 9,7 6 7,6 5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 7,7 5 12,8 8 5,3 3
AfD Alternative für Deutschland 5,8 4
FDP Freie Demokratische Partei 4,6 3 4,5 3 5,3 3
DIE LINKE. DIE LINKE. (2006: DIE LINKE.WASG) 4,0 2 3,6 2 1,8 1
REP Die Republikaner 2,4 1
gesamt 100 61 100 61 100 61
Wahlbeteiligung in % 57,0 53,3 53,2


Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Vogelsbergkreis
Wappenbeschreibung:

„Durch eine Silberleiste schräglinks geteilt; oben in Rot zwei natürliche silberne Türkenbundlilien, unten in Blau der dreimal von Silber und Rot geteilte Löwenkopf mit goldener Krone“

Wappenbegründung:

Die Türkenbundlilien sind dem alten Kreiswappen von Lauterbach entnommen und symbolisieren den Naturpark Hoher Vogelsberg, der Löwe steht für die Landgrafschaft Hessen bzw. deren Nachfolgestaaten, welche den größten Teil des heutigen Kreisgebiets beherrschten. Er findet sich auch im Wappen der Stadt Alsfeld. Das Wappen wurde am 26. Juli 1978 verliehen.

Kreisausschuss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreisausschuss hat 15 Mitglieder und ist das oberste Leitungsgremium der Kreisverwaltung. Vorsitzender ist der hauptamtliche Landrat Manfred Görig (SPD); die 14 Kreisbeigeordneten sind ehrenamtlich tätig.

Kreisjugendparlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Kreistag gibt es im Vogelsbergkreis seit 1992 ein Kreisjugendparlament (KJP), das seit 1999 im Kreistag ein Antrags- und Rederecht hat. Schon seit 1997 darf ein KJP-Mitglied im Jugendhilfeausschuss mit einer Stimme an Entscheidungen mitwirken. Aktiv und passiv wahlberechtigt sind alle Jugendlichen ab der siebenten Schulklasse bis vor Vollendung des 18. Lebensjahres. Das KJP besteht aus insgesamt 27 Abgeordneten aus den 19 Städten und Gemeinden des Vogelsbergkreises. Wie viele Abgeordnete jede Stadt/Gemeinde hat, richtet sich nach der Einwohnerzahl:

  • bis 6000 Einwohner ein Abgeordneter
  • bis 12.000 Einwohner zwei Abgeordnete
  • über 12.000 Einwohner drei Abgeordnete.[9]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vogelsbergkreis hat die geringste Bevölkerungsdichte (72 Einwohner pro Quadratkilometer) und zugleich die drittgrößte Fläche aller hessischen Kreise.[10] Obwohl das Kreisgebiet durch die Landwirtschaft geprägt wird, ist aufgrund des Strukturwandels seit den 1950er Jahren gegenwärtig nur noch ein geringer Bruchteil der Erwerbsbevölkerung im primären Sektor beschäftigt. 43,7 % der Fläche des Vogelsbergkreises sind landwirtschaftliche Nutzfläche. Davon wird 52,4 % als Grünland bewirtschaftet, womit der Vogelsbergkreis den höchsten Grünlandanteil in Hessen hat.[11]

Die mittelständisch geprägte Industrie (Papier, Verpackung, Metallbau, Werkzeug, Holz, Möbel, Bekleidung) ist überwiegend in den wenigen Städten des Kreises ansässig, insbesondere in Alsfeld und Lauterbach. Von rund 36.000 im Vogelsbergkreis ansässigen Arbeitnehmern sind etwa 16.000 Auspendler in andere Landkreise.[12] Ein bedeutender Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Bereits 1956 wurde der Naturpark Hoher Vogelsberg gegründet, der damit der zweitälteste Naturpark in Deutschland (nach dem Naturpark Lüneburger Heide) ist. Er umfasst das Gebiet um den Oberwald und erstreckt sich über den Vogelsbergkreis hinaus auch auf die Nachbarkreise Landkreis Gießen, Main-Kinzig-Kreis und Wetteraukreis. Auf einer ehemaligen Bahntrasse führt der Vulkanradweg durch den östlichen Teil des Kreises.

Im Vogelsbergkreis begann die Nutzung der Windenergie für die Stromerzeugung im deutschen Binnenland. Das Kreisgebiet zählt innerhalb Hessens zu den besonders windhöffigen Standorten.[13] 1990/91 wurde in der Gemeinde Grebenhain der Windenergiepark Vogelsberg als erster deutscher Windpark im Mittelgebirge und zugleich erster Windpark in Hessen zunächst für Versuchszwecke in Betrieb genommen. Die ersten kommerziellen Windparkprojekte in Hessen wurden 1993/94 in den Vogelsberggemeinden Feldatal und Ulrichstein realisiert. Von den bis Jahresende 2012 etwa 700 in Hessen errichteten Windkraftanlagen stehen rund 200 im Vogelsbergkreis.[14][15]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 5 (FrankfurtBad Hersfeld) erschließt das Kreisgebiet über die Anschlussstellen Homberg (Ohm) sowie Alsfeld West und Alsfeld Ost für den Autobahnverkehr. Dem überörtlichen Verkehr dienen im Vogelsbergkreis die Bundesstraßen B 62, B 254 und die B 275 sowie mehrere Landesstraßen und Kreisstraßen. Per Eisenbahn ist der Vogelsbergkreis erreichbar über den ICE-Bahnhof Fulda mit der Vogelsbergbahn Fulda–Lauterbach–Alsfeld–Mücke–Gießen.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2014[16])

Städte

  1. Alsfeld (15.889)
  2. Grebenau (2414)
  3. Herbstein (4698)
  4. Homberg (Ohm) (7445)
  5. Kirtorf (3242)
  6. Lauterbach (Hessen) (13.226)
  7. Romrod (2726)
  8. Schlitz (9534)
  9. Schotten (10.111)
  10. Ulrichstein (2987)

Gemeinden

  1. Antrifttal [Sitz: Ruhlkirchen] (1933)
  2. Feldatal [Sitz: Groß-Felda] (2529)
  3. Freiensteinau (3150)
  4. Gemünden (Felda) (2827)
  5. Grebenhain (4662)
  6. Lautertal (Vogelsberg) [Sitz: Hörgenau] (2394)
  7. Mücke [Sitz: Merlau] (9276)
  8. Schwalmtal [Sitz: Renzendorf] (2821)
  9. Wartenberg [Sitz: Angersbach] (3899)

Gemeinden im Kreis

Antrifttal Alsfeld Grebenau Schlitz (Vogelsbergkreis) Kirtorf Homberg (Ohm) Mücke (Hessen) Gemünden (Felda) Romrod Schwalmtal (Hessen) Lauterbach (Hessen) Wartenberg (Hessen) Feldatal Lautertal (Vogelsberg) Ulrichstein Herbstein Schotten (Stadt) Grebenhain Freiensteinau Landkreis Marburg-Biedenkopf Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Wetteraukreis Main-Kinzig-KreisMittelhessen Vogelsberg.png
Über dieses Bild

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Februar 1979 wurde dem Vogelsbergkreis das neue Unterscheidungszeichen VB zugewiesen. Bis dahin galten die seit dem 1. Juli 1956 in den Landkreisen Alsfeld und Lauterbach gültigen Unterscheidungszeichen ALS und LAT in ihren jeweiligen Teilkreisen des am 1. August 1972 neu gebildeten Vogelsbergkreises weiter.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Landkreis Alsfeld Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren AA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 99 sowie mit den Buchstabenpaaren PA bis ZZ und den Zahlen von 100 bis 999. Die Fahrzeuge erhielten Kennzeichen mit einem Buchstaben und den Zahlen bis 999 sowie mit den Buchstabenpaaren AA bis NZ und den Zahlen von 100 bis 999.

Das Kürzel VB wird bis heute zugeteilt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Eurich: Der Vogelsberg im Herzen Deutschlands. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-938-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vogelsbergkreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 385 f.
  3. Vogelsbergkreis im Landesgeschichtlichen Informationssystem Hessen
  4. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Alsfeld und Lauterbach vom 11. Juli 1972, GVBl. I S. 215
  5. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1974
  6. a b verwaltungsgeschichte.de: Vogelsbergkreis
  7. a b c Hessisches Statistisches Landesamt
  8. Endgültiges Ergebnis der Kreistagswahl am 6. März 2016 im Vogelsbergkreis, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 13. April 2016.
  9. Allgemein – Kreisjugendparlament. In: www.kjp-vb.de. Abgerufen am 23. Juni 2016.
  10. Pressestelle Vogelsbergkreis (PDF; 2,4 MB). Abgerufen am 7. Juli 2012
  11. Vogelsberg Consult (PDF; 7,3 MB). Abgerufen am 7. Juli 2012
  12. Pressestelle Vogelsbergkreis (PDF; 2,4 MB). Abgerufen am 7. Juli 2012
  13. Energieportal Mittelhessen. Abgerufen am 7. Juli 2012
  14. Windkraft im Vogelsbergkreis. Abgerufen am 7. Juli 2012
  15. Portal Föderal Erneuerbar. Abgerufen am 5. April 2013
  16. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).