Winfried Scharlau (Mathematiker)

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Winfried Scharlau im Jahr 2006.

Winfried Scharlau (* 12. August 1940 in Berlin) ist ein deutscher Mathematiker.

Scharlau wurde 1967 bei Friedrich Hirzebruch an der Universität Bonn promoviert („Quadratische Formen und Galois-Cohomologie“[1]). 1969/70 war er am Institute for Advanced Study. Ab 1970 war er Professor an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (zuletzt Direktor), wo er inzwischen emeritiert ist.

Scharlau befasste sich mit Zahlentheorie und insbesondere der Theorie quadratischer Formen, über die er eine Monographie in Springers Grundlehren-Reihe verfasste.

Scharlau ist daneben Hobby-Ornithologe und Autor zweier Romane, „I megali istoria – die große Geschichte“ (2. Auflage 2001), der auf Naxos spielt, und „Scharife“ (2001). Er befasste sich auch mit Mathematikgeschichte, schrieb mit Hans Opolka[2] eine historisch orientierte Einführung in die Zahlentheorie (die u.a. die analytische Klassenzahlformel von Dirichlet und die Geometrie der Zahlen im 19. Jahrhundert behandelt) und verfasste eine mehrteilige Biographie von Alexander Grothendieck (Band 2 noch nicht erschienen).

Er ist korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. 1991 bis 1992 war er Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung. 1974 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Vancouver (On subspaces of inner product spaces).

Scharlau ist Vater der Kognitionspsychologin Ingrid Scharlau.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Quadratic and Hermitean Forms, Springer, Grundlehren der Mathematischen Wissenschaften, 1985
  • mit Hans Opolka: Von Fermat bis Minkowski. Eine Vorlesung über die Zahlentheorie und ihre Entwicklung, Springer 1980
  • mit Hirzebruch: Einführung in die Funktionalanalysis, Spektrum Verlag 1996, ISBN 3-86025-429-4
  • Mathematik für Naturwissenschaftler, LIT Verlag 2005
  • Schulwissen Mathematik. Ein Überblick, Vieweg
  • Herausgeber: Mathematische Institute in Deutschland 1800–1945, Vieweg, Dokumente zur Geschichte der Mathematik, 1990
  • Herausgeber: Richard Dedekind 1831/1981, Vieweg 1981
  • Beiträge zur Vogelwelt der südlichen Ägäis, Verlag C. Lienau 1999
  • Wer ist Alexander Grothendieck? Anarchie, Mathematik, Spiritualität, Einsamkeit. Teil 1. Anarchie (= Wer ist Alexander Grothendieck? Anarchie, Mathematik, Spiritualität, Einsamkeit. Band 1). 3. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2011, ISBN 978-3-8423-7147-7.
  • Wer ist Alexander Grothendieck? Anarchie, Mathematik, Spiritualität, Einsamkeit. Teil 3. Spiritualität (= Wer ist Alexander Grothendieck? Anarchie, Mathematik, Spiritualität, Einsamkeit. Band 3). Books on Demand, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-8391-4939-3.
  • Das Glück, Mathematiker zu sein. Friedrich Hirzebruch und seine Zeit. Springer Spektrum, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-14756-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quadratische Formen und Galois-Cohomologie, Inventiones Mathematicae, Bd. 4, 1967, S. 238–264, Online
  2. Hans Opolka (* 1949), promovierte 1976 an der Universität Münster bei Falko Lorenz, Professor an der TU Braunschweig, Algebra und Zahlentheorie