Wunderblumen

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Wunderblumen
Vielblütige Wunderblume (Mirabilis multiflora)

Vielblütige Wunderblume (Mirabilis multiflora)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae)
Gattung: Wunderblumen
Wissenschaftlicher Name
Mirabilis
L.

Wunderblumen (Mirabilis) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae). Die etwa 60 Arten sind in der Neuen Welt verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flore médicale des Antilles, ou, Traité des plantes usuelles, Tafel 139 der Wunderblume (Mirabilis jalapa)
Laubblätter und Blüte der Wunderblume (Mirabilis jalapa)
Frucht über den fünf verwachsenen haltbaren Brakteen der Wunderblume (Mirabilis jalapa)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wunderblumen wachsen als meistausdauernde, selten einjährige, krautige Pflanzen oder oft auch als Halbstrauch. Sie sind kahl oder behaart, häufig klebrig. Sie besitzen eine Pfahlwurzel, die von schlank und seilförmig bis zu knollenförmig variiert. Die Stängel sind aufrecht bis niederliegend, die Internodien besitzen keine klebrigen Bänder.

Die Laubblätter sind gestielt oder sitzend, jedes Paar ist annähernd gleich. Die Blattspreite ist dünn bis dick-fleischig und die Spreitenbasis ist symmetrisch.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die end- oder seitenständigen, meist zymösen Blütenstände enthalten 1 bis 16 Blüten. Es sind gestielte Involukralblätter vorhanden. Die fünf haltbaren Brakteen sind meist miteinander verwachsen und bilden ein krautiges bis häutiges Involukrum.

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen. Die fünf Kronblätter sind verwachsen und kronblattartig. Es sind keine Kronblätter vorhanden.[1] Die Blüten sind chasmogam und/oder kleistogam. Bei kleistogamen Blüten ist die Blütenhülle eine kleine Kuppel. Bei chasmogamen ist die Blütenhülle ist radiärsymmetrisch bis leicht zygomorph, glocken- bis trichterförmig, wobei sich die Kronröhre allmählich oder abrupt erweitert. Es gibt drei bis sechs Staubblätter. Die Griffel reichen über die Staubblätter hinaus, ihre Narben sind kopfig.

Die Früchte sind radiärsymmetrisch und besitzen meist fünf rund bis eckige Rippen. Die Form der Früchte ist verkehrt-eiförmig, ellipsoid bis fast kugelig. Die Oberfläche kann glatt, ledrig, kahl oder behaart sein.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Mirabilis wurde 1753 in Species Plantarum, 1, Seite 177 aufgestellt. Typusart ist Mirabilis jalapa L.[2]

Anton Heimerl teilte die Gattung 1934 in sechs Sektionen ein. Die Sektionen sind:

  • Sektion Mirabilis
  • Sektion Mirabilopsis Heimerl
  • Sektion Oxybaphoides A.Gray
  • Sektion Oxybaphus (L’Heritier ex Willdenow) Heimerl
  • Sektion Paramirabilis Heimerl
  • Sektion Quamoclidion (Choisy) A.Gray

Die Taxonomie der Arten ist häufig schwierig, da Formen, die sich morphologisch und ökologisch stark voneinander unterscheiden, keine unterscheidbaren reproduktiven Merkmale besitzen. Besonders hervor tritt dieses Problem in der Sektion Oxybaphus aufgrund von Autogamie, Xenogamie, der ausdauernden Natur und hoher Chromosomenzahlen.

Blüten im Detail von Mirabilis albida
Habitus von Mirabilis laevis
Habitus und Blüten von Mirabilis longiflora
Zweig mit gegenständigen Laubblättern und Blüte von Mirabilis oxybaphoides

Die Gattung Mirabilis gedeiht in gemäßigten bis tropischen Gebieten vor allem in Nord- und Südamerika. Mindestens eine Art ist auch in Südasien heimisch. Die Wunderblume (Mirabilis jalapa) wurde durch den Menschen weltweit verbreitet.

Mit etwa 60 Arten ist Mirabilis die artenreichste Gattung der Familie Nyctaginaceae (Auswahl):[3]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Arten werden als Farbstofflieferanten, für kosmetische Produkte, Nahrung und als Medizin verwendet. Mirabilis jalapa ist eine verbreitete Zierpflanze.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Richard W. Spellenberg: Nyctaginaceae.: In: Mirabilis., S. 40 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 4: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 1. Oxford University Press, New York und Oxford, 2003, ISBN 0-19-517389-9.
  2. Mirabilis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 19. September 2017.
  3. Mirabilis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 19. September 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wunderblumen (Mirabilis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien