Zbigniew Preisner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zbigniew Preisner (2011)

Zbigniew Antoni Preisner (* 20. Mai 1955 in Bielsko-Biała) ist ein polnischer Komponist. Sein ursprünglicher Name ist Zbigniew Kowalski, den er jedoch später für den Namen seiner Frau aufgab.

International bekannt wurde er durch seine Filmmusiken, vor allem seine Arbeiten für den Regisseur Krzysztof Kieślowski. Neben Wojciech Kilar ist er der bedeutendste aus Polen stammende Filmmusikkomponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preisner studierte Geschichte und Philosophie in Krakau, hatte aber nie Musikunterricht. Er begann als Autodidakt, indem er Noten vom Hören von Schallplatten aufschrieb. Preisner ist vor allem bekannt für seine Arbeiten zu Kieślowskis Filmen. Für einige dieser Filme benutzte er das holländische Pseudonym Van den Budenmayer. Nachdem er die Musik zu Drei Farben: Blau geschrieben hatte, wurde er vom Hollywood-Produzenten Francis Ford Coppola gefragt, ob er die Musik zu The Secret Garden (Regie: Agnieszka Holland) schreiben würde.

Obwohl Preisner eng mit Kieślowski verbunden war, hat er auch für andere Regisseure geschrieben. So gewann er einen César (1996) für seine Musik zu Jean Beckers Elisa, einen César (1994) für Drei Farben: Rot, und einen Silbernen Bären beim Berliner Film Festival 1997 für The Island on Bird Street.

Joni Mitchells CD Travelogue, veröffentlicht 2002, enthält eine Version von Preisners Song for the unification of Europe, ursprünglich geschrieben für Drei Farben: Blau.

1998 schrieb Preisner das Requiem for my friend, sein erstes großdimensioniertes Werk, das nicht für den Film bestimmt war. Es war ursprünglich als prosaisches Werk (Text: Krzysztof Piesewicz/Inszenierung: Krzysztof Kieślowski) gedacht, nach Kieślowskis Tod wurde es allerdings das Requiem für seinen Freund. Paolo Sorrentino verwendete die Sequenz Dies Irae in seinem Film La Grande Bellezza.

Preisner schrieb außerdem die Titelmusik für die 26-teilige BBC-Dokumentation People’s century (1998). Weiterhin arbeitete er mit David Gilmour zusammen. Zum Abschluss der „On An Island“ Tour von Gilmour in Danzig dirigierte Preisner das 40-köpfige Streichorchester der Baltischen Philharmonie. Er war auch für die Orchesterarrangements von David Gilmours Album „On An Island“ verantwortlich (Titel: Castellorizon, On an Island, Take a Breath, Red Sky at Night, This Heaven, Then I Close My Eyes, Smile, A Pocketful of Stones, Where We Start).

Sein musikalischer Stil ist hauptsächlich romantisch, mit Einflüssen von Jean Sibelius. Er nutzt in den Kieślowski-Musiken vor allem starke dynamische Kontraste, Streicherensembles und ungewöhnliche Instrumente wie die Orgel.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichte Filmmusiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unveröffentlichte Filmmusiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981: Wettervorhersage (Regie: Antoni Krauze)
  • 1985: Ohne Ende (Regie: Krzysztof Kieślowski)
  • 1986: Wenn Vampire lieben (Regie: Grzegorz Warchol)
  • 1986: Przez dotyk (Regie: Magdalena Łazarkiewicz)
  • 1987: The Lullabye (Regie: Federo Sevella)
  • 1987: Ucieczka (Regie: Tomasz Szadkowski)
  • 1988: Ein kurzer Film über das Töten (Regie: Krzysztof Kieślowski)
  • 1988: Ein kurzer Film über die Liebe (Regie: Krzysztof Kieślowski)
  • 1988: Kocham kino (Regie: Piotr Łazarkiewicz)
  • 1988: Dziewczynka z hotelu Excelsior (Regie: Antoni Krauze)
  • 1988: Sami dla siebie (Regie: Stanisław Jędryka)
  • 1989: Das letzte Klingelzeichen (Regie: Magdalena Łazarkiewicz)
  • 1990: Utolsó hajó (Regie: Béla Tarr)
  • 1992: Zwolnieni z życia (Regie: Waldemar Krzystek)
  • 1993: Fluchtpunkt (Regie: Fernando Lopes)
  • 1994: Radetzkymarsch (Regie: Axel Corti)
  • 1995: De Aegypto (Regie: Jolanta Ptaszynska)
  • 1996: Corazón iluminado (Regie: )
  • 1997: Die Insel in der Vogelstraße (Regie: Søren Kragh-Jacobsen)
  • 1997: Migrations (als Van den Budenmayer) (Regie: Constantin Chamski)
  • 1998: Liv (Regie: Edoardo Ponti)
  • 1998: Meine Liebe zu Joseph Lees (Regie: Eric Styles)
  • 2003: Kolysanka (Regie: Efraim Sevela)
  • 2003: SuperTex (Regie: Jan Schütte)
  • 2005: Harrys döttrar (Regie: Richard Hobert)
  • 2006: Sportsmann des Jahrhunderts (Regie: Mischa Alexander)
  • 2007: Ein Geheimnis (Regie: Claude Miller)
  • 2008: Menachem & Fred (Regie: Ofra Tevet und Ronit Kertsner)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995: Preisner’s Music
  • 2003: Kieślowski/Preisner

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998: Requiem For My Friend (Krzysztof Kieślowski gewidmet; Verwendung in The Tree of Life)
  • 1999: 10 łatwych utworów na fortepian (Klaviersoli von Leszek Możdżer)
  • 2007: Silence, Night & Dreams (zusammen mit Tereza Salgueiro)
  • 2010: Das Begräbnis (Regie: Thomas Vinterberg, Burgtheater Wien)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zbigniew Preisner – „Man muss immer gegen den Strom zur Quelle schwimmen, denn mit dem Strom fließt der Müll“, Interview mit Annette Richter und Klaus Post, in: Cinema Musica. Ausgabe 2/Oktober 2005, S. 14–19

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]