Zmuttgletscher

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Zmuttgletscher
Zmuttgletscher mit Matterhorn und Dent d’Hérens

Zmuttgletscher mit Matterhorn und Dent d’Hérens

Lage Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Walliser Alpen
Typ Talgletscher
Länge 6,5 km (1997)[1]
Fläche 20,24 km² (1995)[2]
Exposition Nährgebiet Nordost; Zehrgebiet Ost
Höhenbereich 4100 m ü. M. – 2235 m ü. M. (1997)[3]
Neigung ⌀ 11° (19 %) [4]
Eisvolumen 1,57 ± 0,93 km³ (1995)[2]
Koordinaten 615363 / 94136Koordinaten: 45° 59′ 55″ N, 7° 38′ 13″ O; CH1903: 615363 / 94136
Zmuttgletscher (Alpen)
Zmuttgletscher
Entwässerung ZmuttbachMatter VispaVispaRhoneMittelmeer
Vorlage:Infobox Gletscher/Wartung/Bildbeschreibung fehlt
Blick auf den Stockjigletscher vom Stellisee aus

Der Zmuttgletscher ist ein Talgletscher in den Walliser Alpen südwestlich von Zermatt, nahe der südlichen Landesgrenze der Schweiz. Im Jahr 1997 betrug die Länge 6,5 km. Im Jahr 1995 bedeckte er einschliesslich seiner Tributärgletscher eine Fläche von fast 20,24 km².[1]

Seinen Namen hat der von der Sommersiedlung Zmutt südwestlich oberhalb von Zermatt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zmuttgletscher entsteht unterhalb des Stockji (3092 m ü. M.) aus der Vereinigung von drei Gletscherarmen. Der Hauptgletscher ist der Tiefmattengletscher, der einerseits am Westfuss des Matterhorns, andererseits an der Nord- und Nordwestflanke der Dent d’Hérens seinen Ausgangspunkt nimmt. Den zweiten Arm bildet der Schönbielgletscher, der seinen Ursprung an der Südflanke der Dent Blanche hat und anschliessend entlang dem Felsgrat der Wandfluh nach Süden fliesst. Der dritte Tributärgletscher ist der Stockjigletscher, der auf der firnbedeckten Tête de Valpelline (3799 m ü. M.) beginnt, nach Nordosten fliesst, sich am Stockji in zwei Arme aufteilt und sowohl mit dem Tiefmatten- als auch mit dem Schönbielgletscher in Verbindung steht. Das Stockji ist deshalb ein Nunatak, ein vollständig von Eisströmen umgebener Berg. Der Zmuttgletscher liegt am Alpenhauptkamm, Niederschläge werden sowohl aus dem Norden als auch aus dem Süden herantransportiert. Hinzu kommt ein bedeutender Beitrag von Lawinen zur Akkumulation.[5]

Nach der Vereinigung der drei Gletscher fliesst der Zmuttgletscher ostwärts, flankiert vom Matterhorn im Süden und dem Ober Gabelhorn im Norden. Auf diesem letzten Teilstück ist die Eisoberfläche bedeckt durch Seiten- und Mittelmoränenmaterial sowie von Geröllschutt, welcher sich von den steilen seitlichen Hängen gelöst hat. Die Gletscherzunge liegt auf einer Höhe von etwa 2250 m.[4] Der Zmuttgletscher entwässert in den Zmuttbach, der sich im Talkessel von Zermatt mit der Gornera und dem Findelbach zur Matter Vispa vereinigt, welche durch das Mattertal zur Rhone fliesst. Das mit Abstand meiste Wasser wird allerdings, nachdem es durch mehrere unterhalb der Gletscherzunge gelegene Absetzbecken geflossen ist, in denen es von Schlick gesäubert wird, unterirdisch in den Lac des Dix abgeleitet und dient dort der Stromerzeugung.

Seit dem Hochstadium während der Kleinen Eiszeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich der Zmuttgletscher bis 2017 rund 2 km zurückgezogen. Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2019 nahm die Gletscherfläche von 21,24 km² auf etwa 15,74 km² im Jahr 2013 ab.[5] Eine zunehmende Geröllbedeckung hat die Längen- und Flächenverluste zeitweise verlangsamt, der Massenverlust hat sich jedoch seit Beginn der 2000er Jahre beschleunigt (→ Gletscherschwund seit 1850). Die Fließgeschwindigkeiten des Gletschereises haben stark abgenommen.[5]

Nördlich oberhalb des Zusammenflusses von Tiefmatten- und Schönbielgletscher befindet sich auf 2694 m ü. M. die Schönbielhütte des Schweizer Alpen-Clubs, welche Ausgangspunkt für Bergbesteigungen und ausgedehnte Gletschertouren ist.

Zmuttgletscher von der Schönbielhütte

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. F. Forel, M. Lugeon und E.Muret: Les variations périodiques des glaciers des Alpes. in: Jahrbuch des S.A.C., Jahrgänge XXXIII/XLII. Staempli Bern, 1898–1907
  • W. Haeberli: Frequency and characteristics of glacier floods in the Swiss Alps. Annals of Glaciology. S. 85–90, 1983
  • F. Röthlisberger: Klima- und Gletscherschwankungen der Nacheiszeit im Raum Zermatt, Ferpècle und Arolla. in: Die Alpen, S. 59–152, 1976
  • L. Tufnell: Glacier hazards. Longman, London and New York, 1984

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich (Hrsg.): Zmuttgletscher. In: Schweizerisches Gletschermessnetz. (ethz.ch, auch als PDF, abgerufen am 2. Januar 2013).
  2. a b Daniel Farinotti, Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: An estimate of the glacier ice volume in the Swiss Alps. In: Global and Planetary Change. 68: 225–231, 2009 (online; PDF; 756 kB).
  3. WGMS: Fluctuations of Glaciers Database. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2013 (DOI:10.5904/wgms-fog-2013-11), abgerufen am 11. Dezember 2013
  4. a b Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich: Zmuttgletscher. In: Naturgefahren Gletscher. (ethz.chVorlage:Toter Link/!...nourl (Seite nicht mehr abrufbar) , auch als PDFVorlage:Toter Link/!...nourl (Seite nicht mehr abrufbar) , abgerufen am 2. Januar 2013).
  5. a b c Nico Mölg, Tobias Bolch, Andrea Walter, Andreas Vieli: Unravelling the evolution of Zmuttgletscher and its debris cover since the end of the Little Ice Age. In: The Cryosphere. Juli 2019, doi:10.5194/tc-13-1889-2019.