Zweifarbfledermaus

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Zweifarbfledermaus
Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus)

Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus)

Systematik
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Überfamilie: Glattnasenartige (Vespertilionoidea)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)
Unterfamilie: Eigentliche Glattnasen (Vespertilioninae)
Gattung: Zweifarbfledermäuse (Vespertilio)
Art: Zweifarbfledermaus
Wissenschaftlicher Name
Vespertilio murinus
Linnaeus, 1758

Die Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus) gehört innerhalb der Fledermäuse zu der Familie der Glattnasen und gehört zu den mittelgroßen Arten.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre an Vögel erinnernden, zwitschernden Rufe sind vor allem im Herbst während der Balzzeit zu hören. Sie hat maximal eine Körpergröße von 6,4 Zentimeter mit einer Spannweite von 27 bis 33 Zentimeter bei einem Gewicht von 12 bis 23 Gramm. Ihren Namen bekam sie durch das kurzhaarige, dichte zweifarbige Rückenfell. Es ist rot- bis dunkelbraun und an den Haarspitzen silberweiß. Die Bauchseite ist ebenfalls weiß bis gräulich. Die Ohren, Flügel und das Gesicht sind schwarzbraun. Ihre Flügel sind im Verhältnis zum Körper schmal und der letzte Schwanzwirbel ragt frei aus der Schwanzflughaut. Die Ohren sind kurz, breit und rundlich.

Ein Merkmal der Zweifarbfledermaus ist das Vorhandensein von vier Zitzen bei dem Weibchen. Keine andere europäische Art hat dieses Merkmal. Das bekannte Höchstalter ist zwölf Jahre.

Vespertilio murinus, männlich

Ernährung und Jagdverhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Beute, die unter anderem aus Zweiflüglern, Köcherfliegen und Nachtfaltern besteht, jagt sie mit Ultraschalltönen um die 23-26 kHz (Hauptfrequenz). Die Beuteflüge finden dabei nach der Dämmerung in Höhen von 10 bis 20 Metern unter anderem über offenen Landschaften, Flüssen und Seen oder um Straßenlaternen statt. Bei kalten Wetter verbleibt die Fledermaus in ihrem Quartier.

Ruheplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sommerquartier werden Spalten an Gebäuden bewohnt, meist Zwischendachquartiere an hohen Gebäuden. Dort werden meist die Wochenstuben und Männchenquartiere vorgefunden. Im Winter werden Spalten in Dachböden, an Mauern und Felsen oder Keller und unterirdische Gewölbe bezogen.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Funde selten sind, ist über die Lebensweise nicht sehr viel bekannt. Die Wochenstuben bestehen aus kleinen Gruppen, die etwa um die 50 Weibchen, gelegentlich jedoch auch mehrere hundert Weibchen, umfassen. In Westeuropa wurden vor allem Männchenquartiere vorgefunden, die um die 250 Tiere umfassten. Die Einflugslöcher werden mit angeklebtem Kot markiert. Sie ist eine wandernde Art und Flüge bis um die 900 km wurden durch Beringung festgestellt. Die weiteste Wanderung wurde mit 1440 km im Jahr 1989 festgestellt. Ihren Winterschlaf hält diese Fledermaus zwischen den Monaten Oktober und März und schläft dabei alleine, selten in Gruppen. Dabei kann sie Temperaturen bis zu -2,6 °C aushalten.

Fortpflanzung und Geburt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Zweifarbfledermaus ist die Zwillingsgeburt die Regel. In der Fortpflanzungszeit von Mai bis Juli werden kleine Wochenstuben gebildet und meist zwei Junge zur Welt gebracht.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungsgebiet laut IUCN

Sie kommt in Mittel- und Westeuropa, im asiatischen Raum und in den ehemaligen Ländern der UdSSR vor. Dort lebt sie in Gebirgen, Steppen und Waldgebieten. In Europa vor allem in Städten.

Bedrohung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie steht unter Artenschutz. Wie bei anderen Fledermausarten ist sie bedroht durch mangelnde Quartierangebote, durch Insektizide und Habitatveränderungen. Durch Bebauung und Veränderungen von Gebäuden werden viele Quartiermöglichkeiten zerstört.

Einziger Halter in Europa ist Schönebeck.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zweifarbfledermaus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] ZTL 15.6