A. Lange & Söhne

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Lange Uhren GmbH
Logo von A. Lange & Söhne
Rechtsform GmbH
Gründung 1845 / 1990
Sitz Glashütte
Leitung Wilhelm Schmid
Mitarbeiter 600
Branche Uhrenmanufaktur
Website http://www.alange-soehne.com

A. Lange & Söhne ist die geschützte Marke der deutschen Uhrenmanufaktur Lange Uhren GmbH aus Glashütte in Sachsen.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Der Firmengründer Ferdinand Adolph Lange
Taschenuhr mit Echtheitszertifikat der Fa. Lange & Söhne
Taschenuhr der Fa. Lange & Söhne

Gegründet wurde die Uhrenmanufaktur durch den sächsischen Meisteruhrmacher Ferdinand Adolph Lange, einen Schüler des sächsischen Hofuhrmachers Johann Christian Friedrich Gutkaes sen., am 7. Dezember 1845 in Glashütte. In einem frühen Beispiel von staatlicher Strukturpolitik erhielt Lange 7.800 Taler für die Firmengründung und zur Ausbildung von 15 Lehrlingen im strukturschwachen Glashütte bei Dresden, als finanzielle Hilfe des königlich-sächsischen Innenministeriums in Form eines Kredits. Über längere Zeit kämpfte das Unternehmen mit Startschwierigkeiten, aber bereits 1875 verfügte der Betrieb über 70 Mitarbeiter. Ferdinand Adolph Lange brachte so einen Impuls für die Entwicklung des strukturschwachen, im sächsischen Erzgebirge gelegenen Ortes als Zentrum der deutschen Feinuhrmacherei und in Konkurrenz zu den etablierten Schweizer Herstellern. Die beiden ältesten Söhne von Ferdinand Adolf Lange, Richard und Emil Lange, traten ab 1868 in das väterliche Unternehmen ein. Unter ihrer Regie gelangte die Manufaktur zu Weltruhm. A. Lange & Söhne bestand bis 1948, bis das Unternehmen von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet wurde, genau 103 Jahre. Bis zu diesem Zeitpunkt leiteten die Söhne von Emil Lange, Otto, Rudolf und Gerhard, die Geschicke. Mehr als 30 Uhrenpatente entstanden unter Ferdinand Adolf Lange und seinen Nachfahren.

Entwicklung seit den 1950er Jahren[Bearbeiten]

In der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurden sieben noch verbliebene und in Glashütte befindliche Uhrenfabriken und Zulieferbetriebe verstaatlicht und zum Volkseigenen Betrieb VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) zusammengefasst. Walter Lange, Sohn von Rudolf Lange und Urenkel von Ferdinand Adolph Lange, wurde bereits 1948 enteignet und floh in den westlichen Teil Deutschlands. Hier begann er ab etwa 1951 in Pforzheim mit einem Uhrengroßhandel. Aus dem Volkseigenen Betrieb GUB ging 1993 die Glashütter Uhrenbetrieb GmbH als unmittelbarer Nachfolger des VEB hervor.

Neugründung[Bearbeiten]

Walter Lange gründete am 7. Dezember 1990 im 66. Lebensjahr die Lange Uhren GmbH als neue Uhrenmanufaktur und hat die Markenrechte für „A.Lange & Söhne“ erworben, die zwischenzeitlich an die Treuhandanstalt gegangen waren. Es existiert zwar keine direkte rechtliche Firmentradition, dennoch ist die Lange Uhren GmbH die Fortführung der traditionsreichen Uhrenmarke.

Der Wiederaufstieg der Marke ist dem damaligen Präsidenten der International Watch Company (IWC) Günter Blümlein zu verdanken. Mit finanzieller und personeller Hilfe der LMH Holding (Les Manufactures Horlogères), die damals – als gleichzeitige Eigentümerin von Vacheron Constantin und einer Mehrheit von Jaeger-LeCoultre – zur VDO gehörte und ab 1994 unter dem Dach der Mannesmann AG geführt wurde, gelang es die Neugründung am Markt zu etablieren. Am 24. Oktober 1994 präsentierten Blümlein und Lange gemeinsam die ersten vier Uhrenmodelle, die LANGE 1, TOURBILLON „Pour le Mérite“, SAXONIA und ARKADE. Die Lange 1, die Saxonia und die Arkade waren mit dem mittlerweile markentypischen und patentierten Großdatum ausgestattet, einer Großdatumsanzeige nach dem optischen Vorbild der Bühnenuhr der Dresdner Semperoper, die einst Gutkaes erbaute.

Weitere bekannte Modelle sind der Datograph, das Cabaret, die Langematik Perpetual, der Double Split Chronograph, die Richard Lange, der Turbograph Pour le Mérite, die Zeitwerk und die Saxonia mit dem Automatikwerk „Sax-0-Mat“.

2001 ging die Firma neben einigen Schweizer Uhrenmarken zum Konzern Richemont mit Sitz im Kanton Genf über und seit 2004 leitet Fabian Krone das Unternehmen.

Im zweijährigen vom Magazin Wirtschaftswoche erstellten Ranking der 30 wichtigsten deutschen Luxusmarken erreichte die Uhrenmarke „A.Lange & Söhne“ 2007 den ersten Platz, noch vor der Maybach-Automobilmanufaktur.[1] Im Juli 2008 wurde der 500. Mitarbeiter eingestellt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Huber: Die Uhren von A. Lange und Söhne. Glashütte – Sachsen. Unveränderte 6. Auflage. Callwey, München 1997, ISBN 3-7667-1266-7.
  • Reinhard Meis: A. Lange & Söhne. Eine Uhrmacher-Dynastie aus Dresden. 3. Auflage. Callwey, München 2001, ISBN 3-7667-1286-1.
  • Walter Lange: Als die Zeit nach Hause kam. 2. Auflage. Econ, Berlin 2008, ISBN 978-3-430-15976-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lange & Söhne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Versteckte Finessen, Wirtschaftswoche vom 12. März 2007 (pdf, 686 kB)
  2. Sächsische Traditionsmanufaktur setzt auf kontinuierliches Wachstum, Pressemitteilung A. Lange & Söhne vom 15. Juli 2008

50.85154913.781763Koordinaten: 50° 51′ 5,58″ N, 13° 46′ 54,35″ O