A Trip to Bountiful – Reise ins Glück

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Filmdaten
Deutscher Titel A Trip to Bountiful – Reise ins Glück
Originaltitel The Trip to Bountiful
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1985
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Peter Masterson
Drehbuch Horton Foote
Produktion Horton Foote
Sterling Van Wagenen
Musik J. A. C. Redford
Kamera Fred Murphy
Schnitt Jay Freund
Besetzung

A Trip to Bountiful – Reise ins Glück ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1985. Es ist die Neuverfilmung des gleichnamigen Fernsehfilms von 1953. Im deutschen Fernsehen lief der Film unter dem Titel Heimweh nach Bountiful.

Handlung[Bearbeiten]

Die Rentnerin Carrie Watts lebt bei ihrem Sohn Ludie und dessen Frau Jessie Mae Watts in Houston, Texas. Sie ist etwas schusselig, vergesslich und kann sich besser an ihre Vergangenheit als an die Gegenwart erinnern. Sie träumt von der guten alten Zeit und will eigentlich nur noch zurück in ihr altes Heim, das sie einst verlassen musste, um in der Stadt wohnen zu können. Dabei wird sie nur von Jesse Mae daran gehindert. Sie bevormundet Carrie und fordert von ihr absoluten Gehorsam. Zwischen dem Streit der beiden muss Ludie immer wieder vermitteln, obwohl er ganz eigene Probleme mit seinem Job hat. Als beide eines Tages außer Haus sind, nutzt Carrie die Chance und flieht.

Doch schon am Busbahnhof erfährt sie, dass es keine einzige Busverbindung mehr nach Bountiful, Texas gibt. Sie müsse sich zwischen Harrison und Cotton entscheiden. Sie kauft für 3,50 US-Dollar ein Ticket nach Harrison und wartet auf ihren Bus. Doch schon nach kurzer Zeit muss sie sich vor Ludie und Jesse Mae verstecken. Während er auf der Suche nach seiner Mutter ist, will sie lieber die Aufgabe der Polizei übergeben. Nachdem beide wieder verschwinden und weiter suchen, reist Carrie ab. Unterwegs lernt sie die junge Thelma kennen, die gerade auf dem Weg zu ihrer Familie ist. Ihr Mann wurde gerade erst zum Militär eingezogen. Auch Carries Mann wurde einst zum Militär eingezogen und überlebte, weswegen sie nun Thelma tröstet, dass alles gut werde. Aber Thelma kann sie nicht trösten, denn Carrie erzählt nun von ihrem Leben. Ihr Tochter verstarb. Ihr Mann verstarb, als ihr Sohn zehn Jahre alt war, und sie selbst durfte nie den Mann heiraten, den sie so sehr liebte, Ray John Morrie.

Im Busbahnhof von Harrison angekommen, stellt Carrie fest, dass sie plötzlich keine Bleibe mehr für die Nacht habe. Sie hatte eigentlich vorgehabt bei ihrer so geliebten Jugendfreundin Kelly Davis zu übernachten. Doch sie wurde vorgestern tot aufgefunden. Man wisse nicht, wann sie starb, da sie alleine lebte. Ein Hotelzimmer kann sie sich auch nicht leisten. Ihr Geld war in der Handtasche und ihre Handtasche befindet sich leider mit dem Bus auf der Rückfahrt. Schnell wird dem Busfahrer Bescheid gegeben und Carrie wartet solange auf ihre Handtasche im Busbahnhof. Thelma muss weiterfahren und wünscht Carrie zum Abschied alles Gute auf ihrem Weg nach Hause. Doch das Gute lässt auf sich warten, denn obwohl sie nach einigen Stunden ihre Handtasche erhält, verhindert nun der Sheriff eine Weiterreise. Ihm wurde von der Polizei aus Houston mitgeteilt, dass er die alte Dame solange festhalten möge, bis Ludie und Jesse Mae erscheinen.

Carrie kann nicht mehr. Sie heult, schließlich habe sie doch nur noch einen einzigen Wunsch, bevor sie sterbe. Sie will doch nur noch einmal das Haus ihrer Kindheit betreten. Danach könne man mit ihr machen, was man wolle. Aber dieses Versprechen, welches sie sich selbst gab, muss sie sich erfüllen, sonst könne sie nicht in Frieden sterben. Kurz bevor sie zusammenbricht, fasst sich der Sheriff ein Herz und hilft der verzweifelten Carrie. Er fährt sie zu dem Ort ihrer Kindheit und Jugend. Obwohl alles verlassen und verfallen ist, fühlt sie sich sofort zu Hause. All die guten Erinnerungen kommen plötzlich wieder hoch. Kurz darauf erscheint Ludie, auch er hat Erinnerungen an das Haus seiner Kindheit. Es sind allerdings keine guten. Vielmehr spürt er die Last der Vergangenheit und das Bedauern, dass sein Vater starb, als er erst zehn Jahre alt war. Zusammen sind sie auf der Veranda und fragen sich selbst, was nur aus ihrem Leben geworden sei. Wie sie die ländliche Ruhe verließen, um in der Großstadt zu leben. Aber Klagen helfe nicht, das Leben müsse nun weitergehen. Und um den zukünftigen Frieden mit Jesse Mae zu erreichen, wurden kleinere Regeln ausgearbeitet. Wenn Carrie verspreche, etwas weniger widerspenstig zu sein, verspreche Jesse Mae sich besser zu verhalten und sie nicht mehr zu bevormunden. Schweren Herzens verlässt nun Carrie das Haus ihrer Vergangenheit und folgt Ludie und Jesse Mae zum Auto.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film hatte seine Weltpremiere am 20. Dezember 1985 in New York City. Er konnte etwas mehr als 7,4 Mio. US-Dollar einspielen.[1] In Deutschland startete der Film am 7. Juli 1988 in den Kinos. Seit dem 5. Oktober 1988 ist er auf VHS erhältlich.

Die ursprüngliche 1953 ausgestrahlte Verfilmung wurde von Vincent J. Donehue inszeniert. Außerdem spielten Lillian Gish Carrie Watts, Eileen Heckart Jesse Mae und John Beal Ludie. Der Film feierte seine Premiere am 1. März 1953, als er auf NBC ausgestrahlt wurde. Später wurde es als Theaterstück adaptiert. Am 3. November 1953 feierte es seine Bühnenpremiere, erneut mit Gish in der Hauptrolle.

Kritik[Bearbeiten]

Vincent Canby von der New York Times lobte diesen „perfekten kleinen, detailreichen“ Film über alle Maßen. Er funktioniere einfach. Foote habe einfach eine „lustige, exquisit gespielte Verfilmung seines eigenen Theaterstückes“ abgeliefert. „Die komplette Besetzung ist hervorragend“ und Geraldine Page „sei nie besser“ als in diesem Film gewesen. Sie spiele sie „gleichzeitig lustig und listig, sentimental und unerwartet hart.“[2]

Im Time-Magazin verriss Richard Schickel den Film. Die Geschichte des Theaterstücks sei „im wesentlich leeres Drama.“ Der Regisseur könnte mit „seinem vernichtend realistischen Stil“ all die „empfindlichen Stimmungen und Gefühle“ nicht einfangen und am schlimmsten sei Geraldine Page. Ihr übertrieben „theatralisches Spiel“ habe fast „überhaupt nichts mit der eigentlichen Filmkunst“ zu tun.[3]

Das Lexikon des Internationalen Films sah in der Literaturverfilmung ein in „leisen Tönen und langsamem Rhythmus inszeniertes Frauenporträt.“ Außerdem handele es sich um ein „Kammerspiel mit sentimentalen Akzenten, das durch hervorragende Schauspieler und die menschliche Haltung beeindruckt.“[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscarverleihung 1986
Golden Globe Awards 1986
Independent Spirit Awards 1986
  • Beste Hauptdarstellerin: Geraldine Page
  • Bestes Drehbuch: Horton Foote
  • Beste Regie: Nominierung für Peter Masterson
  • Bester Film: Nominierung
Boston Society of Film Critics Awards 1985

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Trip to Bountiful (1985) auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 7. Januar 2013
  2. Vincent Canby: Trip to Bountiful (1985) auf nytimes.com vom 20. Dezember 1985 (englisch), abgerufen am 7. Januar 2013
  3. Richard Schickel: Cinema: Noisy Ride: THE TRIP TO BOUNTIFUL auf time.com vom 6. Januar 1986 (englisch), abgerufen am 7. Januar 2013
  4. A Trip to Bountiful – Reise ins Glück im Lexikon des Internationalen Films