Adrian Năstase

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Adrian Năstase

Adrian Năstase (* 22. Juni 1950 in Bukarest) ist ein rumänischer Politiker (Sozialdemokratische Partei Rumäniens, PSD).

Leben[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Năstase stammt aus einer Beamtenfamilie, er ist zum zweiten Mal verheiratet und hat zwei Söhne. Von 1973 bis 1977 studierte er Jura in Bukarest.

Politik[Bearbeiten]

Seine politische Karriere begann unmittelbar nach dem Studium in der Protokollabteilung des Außenministeriums. 1987 wurde er Professor an der Universität Bukarest und zum Wissenschaftler im Institut für Rechtswissenschaften ernannt. Im Dezember 1989 war er Botschafter in China. Er repräsentierte die kommunistische bzw. Nicolae Ceaușescus Ideologie bei Menschenrechtsorganisationen in Straßburg und Oslo und war ein Gegner der »Perestroika«. Nach dem Umsturz in Rumänien 1989 war er zwischen 1990 und 1992 Außenminister. Am 28. Dezember 2000 wurde er Regierungschef Rumäniens.

Rücktritt und Gerichtsverfahren[Bearbeiten]

Bei den Präsidentschaftswahlen im Dezember 2004 wurde er in der Stichwahl überraschend von seinem rechtsliberalen Gegenkandidaten Traian Băsescu geschlagen. Er trat daraufhin am 21. Dezember von seinem Amt als Ministerpräsident zurück und übernahm daraufhin den Posten des Parlamentspräsidenten. Er trat im März 2006 von diesem Amt zurück.

Nach langjährigen Ermittlungen wurde Nastase wegen illegaler Parteienfinanzierung im Januar 2012 zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren verurteilt. Dieses Urteil wurde im Juni 2012 rechtskräftig.

Am 30. März 2012 verurteilte ihn ein Gericht in Bukarest in erster Instanz zu drei Jahren Haft auf Bewährung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Năstase einen ehemaligen rumänischen Konsul in Hongkong erpresst hatte. Er selbst bezeichnete sich als unschuldig und vermutete politische Beweggründe.[1]

Nach der rechtskräftig gewordenen Verurteilung vom Januar 2012 soll er am 20. Juni 2012 mit Hilfe von Polizisten und Medizinern einen Selbstmordversuch vorgetäuscht haben, um dem Haftantritt zu entgehen.[2] [3]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wikinews: Adrian Năstase – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

 Commons: Adrian Năstase – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Erpressung: Rumäniens Ex-Premier Nastase verurteilt. In: ORF. 30. März 2012, abgerufen am 30. März 2012 (deutsch).
  2. Rumänien: Selbstmordversuch von verurteiltem Ex-Premier. In: ORF. 21. Juni 2012, abgerufen am 21. Juni 2012 (deutsch).
  3. Farce oder Tragödie in Bukarest? Zweifel an Nastases Selbsttötungsversuch. In: NZZ. 26. Juni 2012, abgerufen am 26. August 2012 (deutsch).