Alençon

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Alençon (Begriffsklärung) aufgeführt.
Alençon
Wappen von Alençon
Alençon (Frankreich)
Alençon
Region Basse-Normandie
Département Orne (Präfektur)
Arrondissement Alençon
Kanton Chef-lieu von 3 Kantonen
Gemeindeverband Communauté urbaine d’Alençon.
Koordinaten 48° 26′ N, 0° 6′ O48.4297222222220.091944444444444Koordinaten: 48° 26′ N, 0° 6′ O
Höhe 127–152 m
Fläche 10,68 km²
Einwohner 26.704 (1. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 2.500 Einw./km²
Postleitzahl 61000
INSEE-Code
Website ville-alencon.fr

Rathaus der Stadt
.

Alençon ist die Hauptstadt vom und mit 26.704 Einwohnern (Stand 1. Januar 2010) gleichzeitig auch die größte Stadt im Département Orne in der Region Basse-Normandie in Frankreich. Alençon ist eine der Gemeinden des Regionalen Naturparks Normandie-Maine.[1]

Einige französische Könige trugen den Titel Herzog von Alençon, da dieser Titel nach 1549 dem drittgeborenen Sohn des Königs gegeben wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Die Sarthe in Alençon

Alençon liegt in Nordfrankreich am Südrand des Départements Orne in der nach der Stadt benannten Landschaft Campagne d’Alençon, etwa 90 Kilometer südöstlich von Caen, dem Hauptort der Region Basse-Normandie, und 48 Kilometer nördlich von Le Mans auf einer mittleren Höhe von 140 Metern über dem Meeresspiegel. Die Mairie steht auf einer Höhe von 136 Metern. Nachbargemeinden von Alençon sind Damigny im Nordwesten, Le Chevain im Osten, Saint-Paterne im Südosten und Saint-Germain-du-Corbéis im Südwesten. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 1068 Hektar. Alençon liegt an der Sarthe und der Briante, einem Nebenfluss der Sarthe.[2]

Die Gemeinde ist einer Klimazone des Typs Cfb (nach Köppen und Geiger) zugeordnet: Warmgemäßigtes Regenklima (C), vollfeucht (f), wärmster Monat unter 22 °C, mindestens vier Monate über 10 °C (b). Es herrscht Seeklima mit gemäßigtem Sommer.[1]

Geschichte [Bearbeiten]

Spitze aus Alençon aus dem 18. Jahrhundert, hier wurden die Techniken point d’Argentan und point d’Alençon gemischt.

In gallo-römischer Zeit war Alençon nur eine Furt über die Sarthe. Als befestigter Marktflecken wird Alençon im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt wuchs, wurde zur Grafschaft ernannt und zu Beginn des 15. Jahrhunderts zum Herzogtum. Im 16. Jahrhundert beeinflusste Margarete von Angoulême das Leben der Stadt. Sie förderte die Reformation und einige Einwohner bekannten sich früh zum Calvinismus.

1665 wurde eine königliche Spitzenmanufaktur gegründet, deren point d’Alençon, wie die besondere Machart der Spitze genannt wurde, geheim gehalten wurde. Im Jahr 2010 wurde der point d’Alençon in das Verzeichnis der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.[3]

Jahr Einwohner[4]
1793 12.954
1841 13.917
1851 14.760
1876 16.615
1886 17.550
1891 18.319
1911 17.378
1926 16.044
1936 17.731
1946 19.691
1962 25.584
1975 33.680
1982 31.608
1990 29.988
2006 28.800
2010 26.704

1793 erhielt Alençon im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 durch die Verwaltungsreform in der Regierungszeit Napoleon Bonapartes (1769-1821) das Recht auf kommunale Selbstverwaltung.[4]

Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) war Alençon von der deutschen Wehrmacht besetzt. Am 12. August 1944 wurde die Stadt von der 2ème division blindée unter General Leclerc befreit.

Am meisten Einwohner hatte die Stadt 1975.[4]

Politik [Bearbeiten]

Alençon ist Sitz des Kommunalverbands Communauté urbaine d’Alençon,[5] der Präfektur des Départements, der Unterpräfektur des Arrondissements sowie Hauptort von drei Kantonen.

Partnerstädte [Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Alençon ist ein Standort von Textil- und Elektroindustrie.

Es gibt drei Lycées, sechs Berufsschulen, sechs Collèges sowie mehrere private und öffentliche Grundschulen in Alençon. Die Stadt verfügt über einen Bahnhof und einen touristisch und sportlich genutzten Flughafen.[1]

Lokale Produkte [Bearbeiten]

Bahnhof von Alençon

Auf dem Gemeindegebiet gelten kontrollierte Herkunftsbezeichnungen (AOC) für Maine Anjou-Rindfleisch sowie geschützte geographische Angaben (IGP) für Rindfleisch der Bezeichnung Bœuf du Maine, Schweinefleisch (Porc de Normandie), Geflügel (Volailles du Maine, de Loué und de Normandie), Hühnereier (Œufs de Loué) und Cidre de Normandie oder normand.[1]

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Geburtshaus von Therese von Lisieux

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben [Bearbeiten]

  • Margarete von Angoulême (1492–1549), die Schwester von Franz I. heiratete den Herzog von Alençon und wohnte von 1509 bis 1514 und 1519 bis 1525 in Alençon.[8]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Alençon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b c d La ville d’Alençon. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 5. März 2013 (französisch).
  2. la Sarthe auf sandre.eaufrance.fr (französisch)
  3. Craftsmanship of Alençon needle lace-making. In: unesco.org. UNESCO, abgerufen am 5. März 2013 (englisch).
  4. a b c Alençon - notice communal. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 5. März 2013 (französisch).
  5. Communauté urbaine d’Alençon. In: communaute-urbaine-alencon.fr. Joaquin Pueyo, Catherine Bescond, abgerufen am 5. März 2013 (französisch).
  6. Louise Hervieu. In: Base Joconde. Ministère de la culture, abgerufen am 9. August 2010 (französisch).
  7.  Isabelle Cernetic, Marie-Sophie de Sairigné, Collectif,, Charlotte Rousselle, Céline Dutheil: Le Petit Futé Normandie. 12 Auflage. Petit Futé, 2009, ISBN 9782746923911, S. 358 (in Google Books, abgerufen am 9. August 2010). (Französisch)
  8.  Yves Lecouturier: Célèbres de Normandie. Orep Editions, 2007, ISBN 978-2-915762-13-6, S. 45. (französisch)