Alençon

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Alençon (Begriffsklärung) aufgeführt.
Alençon
Wappen von Alençon
Alençon (Frankreich)
Alençon
Region Basse-Normandie
Département Orne (Präfektur)
Arrondissement Alençon
Kanton Chef-lieu von 3 Kantonen
Gemeindeverband Communauté urbaine d’Alençon.
Koordinaten 48° 26′ N, 0° 6′ O48.4297222222220.091944444444444Koordinaten: 48° 26′ N, 0° 6′ O
Höhe 127–152 m
Fläche 10,68 km²
Einwohner 26.300 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 2.463 Einw./km²
Postleitzahl 61000
INSEE-Code
Website ville-alencon.fr

Rathaus der Stadt
.

Alençon ist die Hauptstadt vom und mit 26.300 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) gleichzeitig auch die größte Stadt im Département Orne in der Region Basse-Normandie in Frankreich. Alençon ist eine der Gemeinden des Regionalen Naturparks Normandie-Maine.[1]

Einige französische Könige trugen den Titel Herzog von Alençon, da dieser Titel nach 1549 dem drittgeborenen Sohn des Königs gegeben wurde.

Geografie[Bearbeiten]

Die Briante in Alençon

Alençon liegt in Nordfrankreich am Südrand des Départements Orne in der nach der Stadt benannten Landschaft Campagne d’Alençon, etwa 90 Kilometer südöstlich von Caen, dem Hauptort der Region Basse-Normandie, und 48 Kilometer nördlich von Le Mans auf einer mittleren Höhe von 140 Metern über dem Meeresspiegel. Die Mairie steht auf einer Höhe von 136 Metern. Nachbargemeinden von Alençon sind Damigny im Nordwesten, Le Chevain im Osten, Saint-Paterne im Südosten und Saint-Germain-du-Corbéis im Südwesten. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 1068 Hektar. Alençon liegt an der Sarthe und der Briante, einem Nebenfluss der Sarthe.[2]

Die Gemeinde ist einer Klimazone des Typs Cfb (nach Köppen und Geiger) zugeordnet: Warmgemäßigtes Regenklima (C), vollfeucht (f), wärmster Monat unter 22 °C, mindestens vier Monate über 10 °C (b). Es herrscht Seeklima mit gemäßigtem Sommer.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Spitze aus Alençon aus dem 18. Jahrhundert, hier wurden die Techniken point d’Argentan und point d’Alençon gemischt.

In gallo-römischer Zeit war Alençon nur eine Furt über die Sarthe. Als befestigter Marktflecken wird Alençon im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt wuchs, wurde zur Grafschaft ernannt und zu Beginn des 15. Jahrhunderts zum Herzogtum. Im 16. Jahrhundert beeinflusste Margarete von Angoulême das Leben der Stadt. Sie förderte die Reformation und einige Einwohner bekannten sich früh zum Calvinismus.

1665 wurde eine königliche Spitzenmanufaktur gegründet, deren point d’Alençon, wie die besondere Machart der Spitze genannt wurde, geheim gehalten wurde. Im Jahr 2010 wurde der point d’Alençon in das Verzeichnis der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.[3]

1793 erhielt Alençon im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 durch die Verwaltungsreform in der Regierungszeit Napoleon Bonapartes (1769–1821) das Recht auf kommunale Selbstverwaltung.[4]

Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) war Alençon von der deutschen Wehrmacht besetzt. Am 12. August 1944 wurde die Stadt von der 2ème division blindée unter General Leclerc befreit.

Bevölkerungsentwicklung[4]
Jahr 1793 1851 1901 1931 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 12.954 14.760 17.270 16.688 21.893 25.584 31.656 33.680 31.608 29.988 28.935 27.325

Die höchste Bevölkerungszahl hatte die Stadt im Jahr 1975.

Politik[Bearbeiten]

Alençon ist Sitz des Kommunalverbands Communauté urbaine d’Alençon,[5] der Präfektur des Départements, der Unterpräfektur des Arrondissements sowie Hauptort von drei Kantonen.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof von Alençon

Alençon ist ein Standort von Textil- und Elektroindustrie.

Es gibt drei Lycées, sechs Berufsschulen, sechs Collèges sowie mehrere private und öffentliche Grundschulen in Alençon. Die Stadt verfügt über einen Bahnhof und einen touristisch und sportlich genutzten Flughafen.[1] Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Flugplatz während der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht durch die Luftwaffe genutzt. Ein Nutzer waren im Juni/Juli 1940 die Bf 110C/D der V. (Zerstörer-) Gruppe des Lehrgeschwaders 1 (V.(Z)/LG1) und zwischen Mitte April und August 1944 lagen hier Fw 190 eines Teils der II. Gruppe des Jagdgeschwader 2 (II./JG 2).

Lokale Produkte[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet gelten kontrollierte Herkunftsbezeichnungen (AOC) für Maine Anjou-Rindfleisch sowie geschützte geographische Angaben (IGP) für Rindfleisch der Bezeichnung Bœuf du Maine, Schweinefleisch (Porc de Normandie), Geflügel (Volailles du Maine, de Loué und de Normandie), Hühnereier (Œufs de Loué) und Cidre de Normandie oder normand.[1]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Geburtshaus der Therese von Lisieux

Persönlichkeiten, die hier gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alençon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d La ville d’Alençon. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 5. März 2013 (französisch).
  2. la Sarthe auf sandre.eaufrance.fr (französisch)
  3. Craftsmanship of Alençon needle lace-making. In: unesco.org. UNESCO, abgerufen am 5. März 2013 (englisch).
  4. a b Alençon - notice communal. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 5. März 2013 (französisch).
  5. Communauté urbaine d’Alençon. In: communaute-urbaine-alencon.fr. Joaquin Pueyo, Catherine Bescond, abgerufen am 5. März 2013 (französisch).
  6. Louise Hervieu. In: Base Joconde. Ministère de la culture, abgerufen am 9. August 2010 (französisch).
  7.  Isabelle Cernetic, Marie-Sophie de Sairigné, Collectif,, Charlotte Rousselle, Céline Dutheil: Le Petit Futé Normandie. 12 Auflage. Petit Futé, 2009, ISBN 978-2-7469-2391-1, S. 358 (in Google Books, abgerufen am 9. August 2010). (Französisch)
  8.  Yves Lecouturier: Célèbres de Normandie. Orep Editions, 2007, ISBN 978-2-915762-13-6, S. 45. (französisch)