Alfred Rasser

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Alfred Rasser (* 29. Mai 1907 in Basel; † 18. August 1977 ebenda; zunächst Franzose, ab 1917 heimatberechtigt in Basel) war ein Schweizer Kabarettist und Schauspieler. Neben Heinrich Gretler, Max Haufler, Emil Hegetschweiler und Ruedi Walter gehörte er zu den fünf grossen Volksschauspielern der Schweiz. Berühmt wurde er durch seine Darstellung des Soldaten HD Läppli.

Inhaltsverzeichnis

Biografie [Bearbeiten]

Alfred Rasser wuchs mit drei Geschwistern in Basel auf. Sein Vater war ein Maurer aus dem Elsass und starb, als Alfred 11 Jahre alt war. Nach der Schule absolvierte er von 1922 bis 1925 eine Lehre als Spediteur in Basel.

1928 arbeitete er für den Internationalen Hilfsdienst Liechtenstein, züchtete Hühner im Tessin und besuchte schliesslich die Schauspielschule von Oskar Wälterlin im Basler Konservatorium. Dort fand er seine Berufung. Um die dreijährige Ausbildung zu finanzieren, arbeitete er nebenbei als Buchhalter. 1930 schloss Rasser die Schauspielschule ab und gründete eine eigene Theatergruppe. Seine Tätigkeit als Buchhalter gab er auf und eröffnete ein Malergeschäft, das er fünf Jahre lang führte. 1934 kam der erste grosse Erfolg mit dem Bühnenstück John D: erobert die Welt von Friedrich Wolf. Im Kabarett Resslirytti des Exilrussen Naoul Mithnik verkörperte er kurz darauf zum ersten Mal seinen Theophil Läppli, eine Schweizer Spielart von Hašeks bravem Soldaten Josef Schwejk. Mit seinem Spiel begeisterte er Publikum wie Presse.

1935 schloss er sich für fünf Jahre dem Cabaret Cornichon an. 1943 eröffnete er seine eigene Bühne, das Kabarett Kaktus, das bis 1951 existierte. 1954 wurde er während der Zeit des Kalten Krieges mit anderen Künstlern und Politikern zu einer Reise in die Volksrepublik China eingeladen. Dies führte im Anschluss zu Repressalien: Er wurde nicht mehr engagiert, abgeschlossene Verträge wurden aufgelöst, fast alle Theater waren ihm plötzlich verschlossen.[1] Das Filmgeschäft war seine Rettung und brachte schliesslich die Rehabilitierung: 1954 folgte aufgrund des gewaltigen Erfolgs seiner Läppli-Figur eine Verfilmung mit dem Titel Läppli am Zoll. Diesem folgten die Filme HD-Soldat Läppli (1959) und Demokrat Läppli (1961).

Alfred Rasser war politisch aktiv und wurde 1967 für den Landesring der Unabhängigen in den Nationalrat gewählt, wo er für zwei Legislaturperioden bis 1975 blieb. Danach zog sich der nunmehr 68-Jährige zurück und starb zwei Jahre später.

1932 hatte Alfred Rasser Adele Schnell geheiratet. Aus jener Ehe ging Sohn Roland Rasser, der ebenfalls Kabarettist wurde, hervor. Die Ehe hielt bis 1945, dann heiratete er Ninette Rossellat und hatte mit ihr drei Kinder. Neben seinem Sohn Roland Rasser arbeitet auch dessen Tochter Caroline Rasser als Schauspielerin und Kabarettistin.

Filmografie (Auswahl) [Bearbeiten]

Kinofilme

  • 1928: Das Freidorf (Dokumentarkurzfilm)
  • 1935: Wie sollen die schweizerischen Filmlieblinge aussehen? (Kurzfilm)
  • 1936: S’Vreneli am Thunersee
  • 1937: Was isch denn i mym Harem los?
  • 1937: Der Glückstreffer im Autopolster (Werbekurzfilm)
  • 1938: Hans im Glück (Sketch)
  • 1938: Füsilier Wipf
  • 1940: Fräulein Huser
  • 1940: Die missbrauchten Liebesbriefe
  • 1941: Emil, me mues halt rede mitenand!
  • 1942: Das Gespensterhaus
  • 1942: De Wyberfind
  • 1951: Die Tat der Anderen
  • 1952: Palace Hotel
  • 1952: Der fröhliche Weinberg
  • 1954: Uli der Knecht
  • 1954: S’Vreneli vom Eggisberg
  • 1955: Uli der Pächter
  • 1956: S’Waisechind vo Engelberg
  • 1956: Läppli am Zoll (Kurzfilm)
  • 1957: Der 10. Mai
  • 1958: Kinder der Berge
  • 1960: HD Läppli
  • 1960: Wilhelm Tell
  • 1961: Demokrat Läppli
  • 1965: De Zauberbuur (Werbekurzfilm)
  • 1970: Immer die verflixten Weiber
  • 1970: Keine Angst Liebling, ich pass schon auf
  • 1976: Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner

Hinter der Kamera [Bearbeiten]

Spielfilm

  • 1940: Der achti Schwyzer – Drehbuch, Liedtexter
  • 1942: De Wyberfind – Drehbuch, Regie, Schnitt
  • 1956: Läppli am Zoll (Kurzfilm) – Drehbuch, Regie
  • 1960: HD Läppli – Drehbuch, Produktionsleitung, Regie
  • 1961: Demokrat Läppli – Drehbuch, Regie

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Die 50er Jahre. Ein dramatisches Jahrzehnt in Bildern. Ringier-Dokumente, Zürich o. J. (1981), ISBN 3-85859-120-3, S. 104.