Ambrosio Spinola

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Ambrogio Spinola (Öl auf Leinwand, Peter Paul Rubens, ca. 1630, heute im Saint Louis Art Museum)
Velázquez: Die Übergabe von Breda

Ambrosio Spinola Doria, Marqués de los Balbases (* 1569 in Genua; † 25. September 1630 in Castelnuovo Scrivia, Piemont), Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, spanischer Grande, Fürst von Serravalle (Serravalle Scrivia), Herzog von Sesto und Sanseverino, Marquis von Venafro und 1° Marqués de Los Balbases, war ein spanischer Heerführer im Achtzigjährigen Krieg.

Ambrosio Spinola war, obwohl zunächst ohne nennenswerte militärische Erfahrung – er hatte sich die wichtigsten Kenntnisse seines Berufes aus Büchern erworben –, der erfolgreichste spanische Feldherr auf dem niederländischen Kriegsschauplatz zu Anfang des 17. Jahrhunderts. Sein Gegenspieler Prinz Moritz von Oranien soll einmal auf die Frage nach dem bedeutendsten Militärführer geantwortet haben: „Spinola ist der zweite“.

Leben[Bearbeiten]

Spinola, aus altem ghibellinischen Geschlecht, zeichnete sich seit 1599 mehrfach in den Diensten König Philipps III. von Spanien aus und unterstützte mit einem Korps von 9.000 Mann alter italienischer und spanischer Truppen, nach Art der früheren Condottieri, den Erzherzog Albrecht VII. von Österreich bei der Belagerung von Ostende (1601–1604).

Hierauf zum Generalleutnant und Kommandierenden aller in den Niederlanden kämpfenden spanischen Truppen ernannt, stand er seit 1605 dem Prinzen Moritz von Oranien in Flandern gegenüber; doch vermochte keiner einen wesentlichen Vorteil zu erlangen. 1620 von Spanien zur Unterstützung des Kaisers Ferdinand II. gegen die protestantischen Reichsfürsten abgesandt, drang er im August an der Spitze von 23.000 Mann in die Kurpfalz ein und eroberte viele Städte, wurde aber 1621 in die Niederlande berufen, wo er wieder gegen Moritz kämpfte.

Durch die Entlassung der wiederholt meuternden italienischen Truppen geschwächt, konnte er den Krieg trotz der Eroberung Jülichs im Jahr 1622 nur in geringem Umfang fortsetzen. Erst im Sommer 1624 war Spinola bereit, die Belagerung von Breda zu beginnen, den Ort zwang er am 2. Juni 1625 schließlich zur Übergabe.

Seitdem kränkelnd, musste er den Oberbefehl niederlegen. Nur noch einmal trat er 1629 in Italien auf, indem er in dem Streit um das Erbe des Markgrafen von Mantua die Franzosen aus Montferrat vertrieb und sie in der Villa del Casale einschloss. Er starb am 25. September 1630 in Castelnuovo Scrivia.

Der gleichnamige Erzbischof von Sevilla, Ambrosio Ignacio Spínola y Guzmán (1632–1684) war sein Enkel, der Kardinal Agustín Spinola sein Sohn.

Literatur[Bearbeiten]

  • Antonio Rodríguez Villa: Ambrosio Spínola, primer marqués de los Balbases. Ensayo biográfico. Establecimiento Tipográfico de Fortanet, Madrid 1905.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ambrosio Spinola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien