Sluis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in der niederländischen Provinz Zeeland. Zum niederländischen Fußballspieler siehe Jan van der Sluis, für den Mathematiker Abraham van der Sluis.
Gemeinde Sluis
Flagge der Gemeinde Sluis
Flagge
Wappen der Gemeinde Sluis
Wappen
Provinz Zeeland
Bürgermeister Annemiek Jetten
Sitz der Gemeinde Oostburg
Fläche
 – Land
 – Wasser
308,41 km²
306,47 km²
1,94 km²
CBS-Code 1714
Einwohner 23.815 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 77 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 20′ N, 3° 30′ O51.3288888888893.5016666666667Koordinaten: 51° 20′ N, 3° 30′ O
Vorwahl 0117
Website www.gemeentesluis.nl
Lage von Sluis in den Niederlanden
Sluis, die Ortschaft
Lage von Sluis in der Gemeinde Sluis

Sluis ( Aussprache?/i) ist eine Gemeinde in den Niederlanden, Provinz Zeeland. Sie bildet das westlichste Drittel von Zeeuws Vlaanderen, einschließlich 17 km Nordseeküste. In der Gemeinde liegen 19 städtischen Siedlungen und Dörfer. Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 308,43 km², ihre Einwohnerzahl 23.815 (Stand 1. Januar 2014).

Orte[Bearbeiten]

Die wichtigsten Orte der Gemeinde sind: Sluis, Aardenburg, Oostburg, Breskens, Cadzand, Eede, Groede, IJzendijke, Nieuwvliet, Schoondijke und Sint Anna ter Muiden.

Die Gemeinde Sluis entstand am 1. Januar 2003 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Sluis-Aardenburg und Oostburg.

Einwohnerzahlen und Flächen[Bearbeiten]

Ort Einwohner Fläche
Aardenburg 2423 N.B.
Biervliet 220 N.B.
Breskens 4783 N.B.
Cadzand 790 N.B.
Eede 842 N.B.
Groede 1094 N.B
Hoofdplaat 802 N.B.
IJzendijke 2182 N.B.
Nieuwvliet 460 N.B.
Oostburg 4843 N.B.
Retranchement 407 N.B.
Schoondijke 1471 N.B.
Sint Kruis 330 N.B.
Sluis 2309 N.B.
Waterlandkerkje 553 N.B.
Zuidzande 589 N.B.
Summe 24.098 308,41

Geschichte[Bearbeiten]

Schlacht bei Sluis

Die Stadt Sluis entstand bei einer Schleuse im Zwin, dem Wasserlauf, der Brügge einst Zugang zum Meer bot. Sie erhielt vom flämischen Grafen Gwijde van Dampierre 1290 das Stadtrecht. Im 14. Jahrhundert war Sluis sehr wichtig als Vorhafen von Brügge. Im Jahre 1340 fand in Bucht vor Sluis die erste große Schlacht des Hundertjährigen Krieges, die Seeschlacht von Sluis statt, die in einer katastrophalen Niederlage Frankreichs endete. Als sich Flandern im Jahre 1492 gegen den römisch-deutschen König Maximilian von Österreich erhob, wurde Sluis von Philipp von Kleve-Ravenstein vergeblich belagert. Um 1550 war das Zwin nicht länger befahrbar. Später wurde ein Kanal Sluis-Damme-Brügge gegraben, aber die großen Schiffe kamen nicht mehr nach Brügge. Die Blütezeit von Sluis war auch vorbei.

Eroberung von Sluis 1604

Im Achtzigjährigen Krieg wurde es 1576 von den Niederländern, 1587 von den Spaniern und 1604 wieder durch Moritz von Nassau erobert [2]. Der Festungsbauer Menno van Coehoorn ließ 1702 noch neue Bastionen und andere Befestigungen bauen, aber 1747 und 1794 wussten die Franzosen Sluis zweimal einzunehmen.

Von 1828 bis zu seinem Tode 1872 lebte in der Stadt Johan Hendrik van Dale, der das Große Wörterbuch der niederländischen Sprache zusammensetzte. Immer ist dieses Lexikon noch tonangebend im niederländischen Sprachraum. Ab 1901 lebte der impressionistische Maler Ernst Oppler in Sluis und malte seine Strandbilder.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Sluis, wie fast alle Orte in der Gemeinde, während der Operation Switchback (zwecks der Eroberung der Scheldemündung) im Herbst 1944 größtenteils zerstört.

Oostburg war zwischen 1000 und 1200 ein Umschlagplatz für Wolle. Die alte Stadt wurde 1944 völlig zerstört.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Belfried (Belfort) des Rathauses

In der Stadt Sluis kann man einen Spaziergang durch die zum Teil gut erhaltenen Festungsanlagen machen. Das Rathaus (1390 erbaut, 1951 restauriert) hat als Einziges in den Niederlanden einen Belfried.

Breskens ist ein kleiner Fischerort an der Küste, nahe an der Grenze zu Belgien gelegen. Er bietet mehrere große Camping- und Bungalowparks und einen Sandstrand mit langen Dünen. Breskens ist zudem bekannt für seine Vielzahl an bekannten Fischrestaurants. Eine Personenfähre (nur für Fußgänger, mit und ohne Fahrrad) pendelt stündlich zwischen Vlissingen und Breskens. Weiterhin finden regelmäßig Wochenmärkte im kleinen Ortskern statt. Überregionale Bedeutung erlangt Breskens auch durch sein einmal jährlich, meist im August stattfindendes Fischereifest, zu dem Tausende von Besuchern kommen.

Groede mit seinen Campingplätzen ist ein Dorf das 1,5 km vom Meer liegt. Im Ortskern steht eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg war Groede ein Rot-Kreuz-Dorf und blieb deshalb mit seinem historischen Ortskern unzerstört. Heute bilden die verwinkelten Gässchen mit den noch aus dem Mittelalter stammenden Häusern das so genannte „Vlaemsche Erfgoed“. In verschiedenen Häusern sind Museen oder Restaurants untergebracht, so dass diese auch von innen besichtigt werden können.

Nieuwvliet ist ebenfalls ein idyllisches Dorf. Bekannt ist seine historisch-restaurierte typische Windmühle. In der Saison spielt sich das Leben hauptsächlich in Nieuwvliet-Bad ab, einem Ortsteil, der praktisch nur aus Bungalowparks und Campingplätzen besteht.

Eede liegt direkt an der belgischen Grenze. Es erlangte historische Berühmtheit als der erste Ort, an dem Königin Wilhelmina Ende 1944 zuerst wieder befreiten niederländischen Boden betrat, ein Denkmal erinnert noch daran.

Cadzand ist der vielleicht bekannteste Badeort der Gemeinde. Viel touristische Infrastruktur und ein breiter Sandstrand tragen zu der Popularität bei. Neben Campingplätzen und Bungalowparks gibt es in Cadzand aber auch recht viele Hotels, davon einige im 4-Sterne-Bereich. Cadzand liegt nahe der belgischen Grenze, nicht weit vom Belgisch-Niederländischen Naturpark Het Zwin, wo man unter Führung die Vogel- und Pflanzenwelt beobachten kann.

Sint Anna ter Muiden ist ein kleiner Ortsteil nahe der belgischen Grenze. Die anscheinend viel zu große Reformierte Kirche zeugt von der einst größeren Bedeutung des Ortes.

In Aardenburg haben einige alte Häuser die Kriegszerstörungen von 1944 überstanden. Auch das Heimatmuseum ist wegen der archäologischen Funde bemerkenswert. Die Sankt-Bavokirche, mit deren Bau schon 959 angefangen wurde, ist eine gotische Kirche in der sog. Scheldegotik. In der Kirche, einer der sehenswertesten der ganzen Niederlande, ist eine Ausstellung über die Restaurierung in den 1950er Jahren mit vielen Besonderheiten.

Sint Kruis besitzt eine Reformierte Kirche mit einem wuchtigen Westturm aus dem 14. Jahrhundert.

IJzendijke hat einen Marktplatz mit noch einigen kleinen Häusern aus dem 17. Jahrhundert.

Bilder[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die wesentlichen Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Tourismus mit daran partizipierenden Branchen (Gastronomie und andere).

Breskens hat einen Yacht-, Fischerei- und Industriehafen. Die Fischerei hat hier allerdings überwiegend regionale Bedeutung. Die Erträge werden vorwiegend in den umliegenden Ortschaften weiterverarbeitet und verkauft. In Schoondijke sind einige Betriebe für landwirtschaftliche Großgeräte und metallverarbeitende Industrie ansässig. Außerdem gibt es einen Windmühlenpark.

Sluis, Aardenburg und Oostburg sind Einkaufszentren, auch für Besucher aus dem benachbarten Belgien. Eine Sonderstellung hat hier Sluis, wo die Geschäfte sieben Tage in der Woche geöffnet sind. Da Sluis ehemals als Grenzstadt galt, werden noch heute typische verzollte Waren wie Alkohol, Zigaretten und Kosmetika steuerfrei (ähnlich wie Duty-free an Flughäfen) verkauft. In Sluis befindet sich zudem die Gemeindeverwaltung und das Gemeindehaus/Rathaus im alten Belfort, dem einzigen der Niederlande.

Cadzand, Groede und Nieuwvliet-Bad sind wegen der breiten, sauberen Strände zu Touristenzentren geworden. In Küstennähe befinden sich dementsprechend viele Hotels, Campingplätze und Ferienhaussiedlungen mit der dazugehörigen Infrastruktur.

Verbreitet über die Gemeinde gibt es viel Landwirtschaft: die nicht genannten Orte der Gemeinde sind überwiegend kleine Bauerndörfer.

Grundsätzlich leidet die Gemeinde an zunehmender Abwanderung der einheimischen Bevölkerung. Mangelnde Ausbildungschancen und geringe Beschäftigungsmöglichkeiten besonders für höher qualifizierte Menschen lassen viele jüngere Leute mit oder ohne Familie in größere Städte abwandern.

Beschreibungen einiger Ortschaften[Bearbeiten]

Nieuwvliet und Nieuwvliet-Bad[Bearbeiten]

Nieuwvliet ist ruhig, idyllisch und besteht hauptsächlich aus Feldern und dem Campingplatz „International“. Zu Nieuwvliet gehören insgesamt vier Campingplätze, eine Mühle, eine Burg, zwei eigenständige Restaurants (ausgenommen Campingrestaurants oder Bars) und zwei Freizeitanlagen. Dass Dorf ist eher klein, aber in dem Pavillon werden jährlich einige Festivals oder Konzerte gespielt. Nieuwvliet-Bad ist in den letzten Jahren immer mehr zu einem Touristenort geworden. Saubere Strände, drei Campingplätze, Einkaufsstraßen, Schwimmbad und einige Restaurants, außerdem noch eine Reithalle. Das alles ist in dem übersichtlichen Nieuwvliet-Bad untergebracht. Nieuwvliet-Bad ist bekannt als Badeort für Familien

Groede[Bearbeiten]

Groede ist das Nachbardorf von Nieuwvliet. Das Dorf an sich ist ebenso wie bei Nieuwvliet sehr klein, doch das Land beziehungsweise die Fläche ist um einiges größer. Groede hat einen Leuchtturm an seinem Strand und außerdem zwei Campingplätze: „Strand Camping Groede“ und „Napoleonhoeve“, an dem auch ein öffentliches Schwimmbad angeschlossen ist. Groede hat ein Seefahrtsmuseum und es finden jährlich Flohmärkte statt.

Oostburg[Bearbeiten]

Oostburg ist vor allem ein Ort zum Einkaufen. Hier finden monatlich Märkte statt, es gibt verschiedene Supermärkte und das Zentrum besteht aus einigen Einkaufsstraßen. Der Ort ist hauptsächlich für Touristen ausgelegt.

Cadzand[Bearbeiten]

Cadzand ist eine weitere Touristenmetropole und liegt direkt am Strand. Die Einkaufsstraße dort grenzt direkt an den Strand. In Cadzand gibt es mehrere Hotels.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sluis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Zeitgenössische Illustration von Frans Hogenberg von 1621: Eigentliche Abbildung der starcke Statt Sluys mit allen ihren Forten … (Digitalisat)