Anthony Atkinson

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Sir Anthony Barnes Atkinson (* 4. September 1944) ist ein britischer Ökonom. Er ist Spezialist für Einkommensverteilung und Soziale Ungleichheit.

Leben[Bearbeiten]

Atkinson wollte ursprünglich Mathematiker werden. Nach einem Aufenthalt als Krankenpfleger in einem der ärmeren Viertel von Hamburg und die Lektüre von Schriften von Peter Townsend über Armut in Großbritannien entschied er sich jedoch, Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Er studierte an der Universität Cambridge, wo er 1966 seinen Master-Abschluss machte. 1967 bis 1971 war er Fellow des St. John’s College in Cambridge. 1971 bis 1976 war er Professor für Wirtschaft an der Universität Essex. 1973 war er Gastwissenschaftler am MIT. 1976 bis 1979 war er Professor für politische Ökonomie am University College London und Vorstand der Fakultät. 1980 bis 1992 war er Tooke Professor für Wirtschaftswissenschaften und Statistik an der London School of Economics, deren Honorary Fellow er danach war. Danach war er bis 1994 Professor für politische Ökonomie in Cambridge und Fellow des Churchill College. 1994 bis 2005 Rektor (Warden) des Nuffield College in Oxford, wo er heute Senior Research Fellow ist. Er arbeitete in beratender Tätigkeit in verschiedenen Kommissionen sowohl der britischen als auch der französischen Regierung und der EU.

Er war Präsident der Econometric Society, der European Economic Association (1989), der Royal Economic Society und der International Economic Association (1989 bis 1992). 1988 bis 1990 war er Vizepräsident der British Academy. 1995 bis 1998 war er Präsident der Royal Economic Society und ab 1985 war er Ehrenmitglied der American Economic Association (AEA). Er war 1988 Gründungsmitglied der Academia Europaea. Er ist 18facher Ehrendoktor, u. a. der Universität Frankfurt, Edinburgh, Lausanne und der École normale supérieure.

2000 wurde er in Großbritannien geadelt und 2001 zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt.

Werk[Bearbeiten]

Atkinson ist Autor und Herausgeber von zahlreichen Büchern und hat über 140 Aufsätze in den wichtigsten ökonomischen Zeitschriften publiziert. Seine Schlussfolgerungen auf dem Gebiet der Verteilungsproblematik haben ihn als Vorreiter der Fachrichtung Neue Finanzwissenschaft in Erscheinung treten lassen. Er wurde durch weitere Arbeiten im Bereich der Maße der Ungleichheit bekannt (siehe Atkinson-Maß). Arbeiten über die Gestaltung der Steuerstruktur und der Besteuerung sind weitere Aspekte seines Werkes.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Aufsätze
  • A. B. Atkinson: On the Measurement of Inequality. In: Journal of Economic Theory. Band 2, Heft 3, 1970, S. 244–263.
  • A. B. Atkinson: Bringing Income Distribution in from the Cold. In: Economic Journal. Band 107, March 1997, S. 297–321.
  • A. B. Atkinson: Income inequality in OECD countries: Data and explanations. CESifo Working Paper Nr. 881, 2003
  • mit T. Piketty, E. Saez: Top Incomes in the Long Run of History (PDF, 1,39 MB)
Bücher
  • Economics of Inequality. Oxford University Press, 1975
  • mit Joseph E. Stiglitz: Lectures on Public Economics. McGraw-Hill, 1980
  • Poverty and Social Security. Harvester Press, 1989
  • mit F. Bourguignon u. C. Morrisson: Empirical Studies of Earnings Mobility. Hardwood Academic Publishers, 1992
  • Public Economics in Action. Oxford University Press, 1995
  • Three Lectures on Poverty in Europe. Oxford Basil Blackwell, 1998
  • mit Thomas Piketty (Herausgeber): Top Incomes over the Twentieth Century. A Contrast between European and English-Speaking Countries. Oxford University Press, 2007 ISBN 0199286884
  • mit T. Piketty: Top Incomes - A Global Perspective, Oxford, OUP, 2010 ISBN

Weblinks[Bearbeiten]