Arbeitsgericht Berlin

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Gerichtsgebäude
Eingangsbereich

Das Arbeitsgericht Berlin ist ein deutsches Gericht der Arbeitsgerichtsbarkeit.

Gerichtsbezirk[Bearbeiten]

Der Gerichtsbezirk umfasst das Gebiet der Stadt Berlin. Mit 65 Kammern ist es das größte Arbeitsgericht Deutschlands.[1] Präsident des Arbeitsgerichts ist seit 1. Oktober 2007 Reinhold Gerken, der die Nachfolge von Achim Riedel antrat. Das Gericht befindet sich am Magdeburger Platz 1 im Bezirk Mitte.

Übergeordnete Gerichte[Bearbeiten]

Übergeordnet ist dem Arbeitsgericht das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, das seinen Sitz im selben Gebäude hat. Im weiteren Rechtszug ist das Bundesarbeitsgericht in Erfurt übergeordnet.

Bekannte Entscheidungen[Bearbeiten]

Gedenktafel zu Ehren der jüdischen Richter in der Berliner Arbeitsgerichtsbarkeit.

Im Fall Emmely in der Sache einer langjährig beschäftigten Kassiererin, die zwei ihr nicht gehörende Leergutbons im Gesamtwert von 1,30 Euro eingelöst haben soll, entschied das Arbeitsgericht Berlin im August 2008, dass die fristlose Kündigung rechtens sei. Die Entscheidung wurde vom Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg im Februar 2009 bestätigt, am 10. Juni 2010 vom Bundesarbeitsgericht jedoch für unverhältnismäßig und damit rechtswidrig erklärt.

Gedenken der jüdischen Richter in der Berliner Arbeitsgerichtsbarkeit[Bearbeiten]

Seit November 2012 ziert eine Gedenktafel mit den Namen der vertriebenen und ermordeten Richter den Eingangsbereich des Arbeitsgerichts. Diese Richter waren bis 1933 an dem Berliner Arbeitsgericht tätig. Die Namen der Richter im Einzelnen:

  • Dr. jur. Ernst Aschner (3. Juli 1893 Crossen/Oder bis 15. April 1956 Cautfield, Australien)
  • Berthold Auerbach (23. Juli 1888 Berlin bis 24. Juni, deportiert nach Minsk)
  • Prof. Dr. jur. Wolfgang Gaston Friedmann (25. Januar 1907 Berlin bis 1972 New York)
  • Prof. Dr. Dr. jur. Ernst Heinitz (1. Januar 1902 Berlin bis 11. Mai 1998 Berlin)
  • Fritz Herrmann (14. Oktober 1886 Berlin bis 11. September 1963 New York)
  • Prof. Dr. jur. Otto Kahn-Freund (17. November 1900 Frankfurt a.M. bis 16. August 1979 Haslemere, Großbritannien)
  • Dr. jur. Kurt Kronheim (30. Januar 1905 Danzig bis 2. September 1942 Auschwitz)
  • Dr. jur. Martin Landsberger (13. April 1871 Berlin bis Oktober 1961 Berlin)
  • Hans Lehmann (14 Februar 1902 Frankfurt a.M. bis 23. Januar 1988 Washington, D.C. USA)
  • Dr. jur. Martin Matzdorf (12. Juni 1877 Briesen bis 14. Dezember 1942 Auschwitz)
  • Dr. jur. Friedrich Oppler (2. Juli 1888 Oppeln bis 6. September 1966 Berlin)
  • Ernst Ruben (21. September 1880 Berlin bis 19. Januar 1944 Eberswalde)
  • Arthur Sello (24. Dezember 1872 Bojanowo (Posen) bis 6. März 1944 Berlin)
  • Kurt Tuchler (11. Dezember 1894 Stolp bis 23. September 1978 Tel Aviv) [2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Bergemann: Jüdische Richter in der Berliner Arbeitsgerichtsbarkeit 1933, Berliner Freundes- und Förderkreis Arbeitsrecht (Hg.), Hentrich & Hentrich Verlag Berlin, Berlin 2013, ISBN 978-3-95565-002-5.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arbeitsgericht.de
  2. Hans Bergemann: Jüdische Richter in der Berliner Arbeitsgerichtsbarkeit 1933. S. 65-105


52.5033813.359734Koordinaten: 52° 30′ 12″ N, 13° 21′ 35″ O