Arnošt Lustig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Arnošt Lustig (2007)
Arnošt Lustig (2007)

Arnošt Lustig (* 21. Dezember 1926 in Prag) ist ein tschechischer Schriftsteller und Publizist, der sein Werk vor allem dem Holocaust widmet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Nach dem Besuch der Realschule, aus der er 1941 wegen rassistischer Vorurteile ausgeschlossen wurde, internierte man ihn am 13. November 1942 im KZ Theresienstadt, verlegte ihn später in das deutsche KZ Auschwitz-Birkenau und schließlich ins KZ Buchenwald. 1945 gelang ihm aus einem Todestransport nach Dachau die Flucht und er versteckte sich bis Ende des Krieges an verschiedenen Orten. In Folge des Holocaust verlor er seine Familie, was später sein Schaffen stark beeinflusste. Nach dem Krieg begann er 1946 ein Studium an der Karls-Universität Prag. 1948 fuhr er als Berichterstatter des israelisch-arabischen Krieges im Auftrag von Lidové noviny nach Israel. Nach seiner Rückkehr arbeitete er als Redakteur für den Tschechoslowakischen Rundfunk, als Leiter der Kulturrubrik in der Tageszeitung Mladý Svět (Junge Welt) sowie als Drehbuchautor für das Tschechische Fernsehen. Nach dem Einmarsch der Warschauer Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei im August 1968 musste er das Land verlassen. Er ging zunächst nach Jugoslawien, arbeitete dort im Filmstudio Zagreb, später nach Israel und lebt seit 1970 in den USA. Dort arbeitet er seit 1973 als Professor für Film und Literatur an der American University in Washington, D. C.. 1995 bis 1997 war er Chefredakteur der tschechischen Ausgabe der Zeitschrift Playboy.

Lustig war enger Freund des verstorbenen Schriftstellers Ota Pavel.

[Bearbeiten] Werke

Der Großteil seiner Werke befasst sich mit dem Leben der Juden während des 2. Weltkrieges und dem Holocaust. Er beschäftigt sich mit der Psyche und den Beziehungen des Individuums zu den beschriebenen Ereignissen.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Erzählungen

  • Noc a naděje, 1957
  • Démanty noci, 1958
  • Ulice ztracených bratří, 1959
  • První stanice štěstí, 1961
  • Transport z ráje, 1962
  • Nikoho neponížíš, 1963
  • Bílé břízy na podzim, 1966
  • Propast: Román, 1966
  • Hořká vůně mandlí, 1968

[Bearbeiten] Novellen

  • Můj známý Vili Feld, 1961
  • Dita Saxová, 1962
  • Modlitba pro Kateřinu Horovitzovou, 1964
  • Nemilovaná: Z deníku sedmnáctileté Perly Sch., 1979

[Bearbeiten] Sammelwerke

  • Noc a den, 1962
  • Vlny v řece, 1964

[Bearbeiten] Romane

  • Miláček, 1968
  • Král promluvil, neřekl nic, 1990
  • Tma nemá stín, 1991
  • Velká trojka, 1991
  • Trilogie o osudech tří židovských žen:
    • Colette: Dívka z Antverp, 1992
    • Tanga: Dívka z Hamburku, 1992
    • Lea: Dívka z Leeuwardenu, 2000
  • Dům vrácené ozvěny, 1994
  • Dívka s jizvou, 1995
  • Kamarádi, 1995
  • Modrý den, 1995
  • Porgess, 1995
  • Neslušné sny, 1997
  • Oheň na vodě: Povídky, 1998
  • Dobrý den, pane Lustig: Myšlenky o životě, 1999
  • Krásné zelené oči, 2000. – Deutsch: Deine grünen Augen. Roman. Aus dem Englischen von Silvia Morawetz und Werner Schmitz. Berlin: Berlin-Verlag 2007. ISBN 9783827005762
  • Zasvěcení, 2002

[Bearbeiten] Sonstige Werke, Essays

  • Odpovědi: Rozhovory s Harry Jamesem Cargassem a Michalem Bauerem, 2000
  • Eseje: Vybrané texty z let 1965–2000, 2001
  • Esence, 2004

[Bearbeiten] Autobiographie

  • 3x18 (portréty a postřehy), 2002

[Bearbeiten] Verfilmungen

  • 1963 - Transport aus dem Paradies (Transport z ráje) - Regie: Zbyněk Brynych
  • 1964 - Diamanten der Nacht (Démanty noci) - Regie: Jan Němec

[Bearbeiten] Mitgliedschaften

[Bearbeiten] Weblink


siehe auch Liste tschechischer Schriftsteller

Persönliche Werkzeuge