Pergamon
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Pergamon (griechisch Πέργαμος, Pérgamos; lateinisch Pergamum) war eine antike griechische Stadt nahe der Westküste Kleinasiens in der heutigen Türkei. Während des 3. und 2. Jahrhunderts v. Chr. war Pergamon Hauptstadt des Pergamenischen Reiches, das sich über große Teile des westlichen Kleinasiens erstreckte. Unter der kunstsinnigen Dynastie der Attaliden, die bestrebt war, ein neues Athen zu schaffen, wurde die Stadt zu einem der bedeutendsten Kulturzentren des Hellenismus. Der heutige türkische Name der Stadt ist Bergama. Pergamon liegt etwa 80 km nördlich von İzmir/Smyrna.
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[Bearbeiten] Geschichte
Pergamons ältester Tempel ist ein Athena-Heiligtum aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert, ein dorischer Peripteros mit zweigeteilter Cella (6 x 10 Säulen), von dem heute nur noch die Fundamente sichtbar sind. Von 281-133 v. Chr. wurde Pergamon von der Attalidendynastie beherrscht (281-263 Philetairos; 263-241 Eumenes I.; 241-197 Attalos I.; 197-159 Eumenes II.; 159-138 Attalos II.; 138-133 Attalos III.) Unter den Brüdern Eumenes II. und Attalos II. erlebte Pergamon seine Blüte, die im monumentalen Stadtausbau ihren Niederschlag fand.
Pergamon verfügte nach Alexandria über die zweitgrößte Bibliothek der antiken griechischen Welt; sie soll 200 000 Buchrollen umfasst haben. Das Bibliotheksgebäude wurde unter Eumenes II. angrenzend an den Athena-Tempel errichtet. Nach einer über Plinius von Varro überlieferten Legende wurde das Pergament in Pergamon erfunden, als die Ptolemäer den Export von Papyrus einstellten, angeblich um die Bibliothek von Alexandria vor Konkurrenz zu schützen. Teils aus Konkurrenz, teils aus Not habe man ein neues Schreibmaterial für die Buchrollen erfunden: das Pergament aus feiner Kälberhaut. Es sind jedoch viel ältere Pergamentreste gefunden worden. Die Bibliothek wurde nach dem Brand der Bibliothek von Alexandria 41 v. Chr. der Kleopatra geschenkt.
Die Attaliden gehörten zu den loyalsten Unterstützern Roms unter den hellenistischen Nachfolgestaaten. Für die Unterstützung gegen die Seleukiden wurden sie mit den ehemaligen seleukidischen Gebieten in Kleinasien belohnt. Attalos III. von Pergamon, der 133 v. Chr. ohne Erben starb, vererbte Pergamon an die Römer. Aus dem Königreich Pergamon entstand so die römische Provinz Asia.
Das berühmteste Bauwerk ist der Pergamonaltar, dessen Rasterfundament sich noch auf dem Gebiet der antiken Oberstadt befindet. Die Reste des Pergamonfrieses, der ihn ursprünglich zierte, sind im Berliner Pergamonmuseum zu besichtigen. Hier ist eine Teilrekonstruktion des Pergamonaltares zu sehen, in die einige der Friesplatten eingebaut worden sind.
Die unter Kaiser Hadrian errichtete, nahezu 200 m lange Brücke von Pergamon unter dem Vorplatz der Roten Halle, im Stadtzentrum von Bergama, gilt als die bei weitem größte Flussüberbauung der Antike.[1] Mit einem Kuppeldurchmesser von 23,85 m stellte der Zeus-Asklepios-Tempel zum Zeitpunkt seiner Errichtung im 2. Jh. n. Chr. die größte Ziegelkuppel des Römischen Reichs und wohl sogar der gesamten Welt dar.[2]
[Bearbeiten] Technikgeschichtliche Bauten
Zur Wasserversorgung hatte das antike Pergamon große und technisch herausragende Aquaedukte, welche teils bei einem Erdbeben zerstört wurden. (Apollonia Aquaedukt, Madradag Aquaedukt und Karkasos Aquaedukt)
[Bearbeiten] Neue Forschungen
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts richtete sich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf eine weitere große Kulturstätte namens Allianoi in etwa 20 km Entfernung von der Stadt Pergamon. Dieser antike Kurort wird erst seit einigen Jahren intensiv von Archäologen erforscht, nicht zuletzt deshalb, weil er in Kürze durch das Wasser eines neu gebauten Staudamms überflutet werden soll. Im Jahre 2005 hat sich sogar die EU eingeschaltet und bemüht sich um eine Rettung dieser Stätte. Es gibt sogar den Vorschlag, diese antike Stätte in die Kulturerbe-Liste der UNESCO aufzunehmen.
[Bearbeiten] Bekannte Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Klaus Grewe, Ünal Özis u. a.: Die antiken Flußüberbauungen von Pergamon und Nysa (Türkei), in: Antike Welt, Bd. 25, Nr. 4 (1994), S. 348–352 (S. 350 und 352).
- ↑ Jürgen Rasch: Die Kuppel in der römischen Architektur. Entwicklung, Formgebung, Konstruktion, in: Architectura, Bd. 15 (1985), S. 117–139 (125 & 129)
[Bearbeiten] Literatur
- Wolfgang Radt: Pergamon. Geschichte und Bauten einer antiken Metropole. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 2005. ISBN 3896781162
- Stephan W. E. Blum, Frank Schweizer und Rüstem Aslan: Luftbilder antiker Landschaften und Stätten der Türkei. Mit Flugbildern von Hakan Öge, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2006, 144 S. mit 97 Farbabb., ISBN 3-8053-3653-5 (Seite 24-29)
- Christoph P. J. Ohlig: Wasserhistorische Forschungen: Schwerpunkt Antike - BoD – Books on Demand, 2003
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Ausgrabungen des DAI in Pergamon
- Pergamon Bilder
- Pergamon Informationen zur Stadtgeschichte und Rundgang über der Akropolis
- Ausgrabungen von Pergamon Digitalisierte Literatur zu den Ausgrabungen von Pergamon (UB Heidelberg)
39.11666666666727.183333333333Koordinaten: 39° 7′ N, 27° 11′ O

