Artur Vader

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Artur Vader (russisch Артур Павлович Вадер; * 16. Februar 1920 im Dorf Gorbowo, heute Woblast Wizebsk/Weißrussland; † 25. Mai 1978 in Tallinn, Estnische SSR) war ein kommunistischer Politiker Estlands.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Frühe Jahre

Artur Vader wurde als Sohn eines russischen Landwirts estnischer Herkunft geboren. Von 1940 bis 1941 war er zunächst Direktor an einer Schule, bevor er zum Militärdienst eingezogen wurde. 1942 wurde er bei Moskau schwer verwundet. 1943 trat Vader in die KPdSU ein. Danach war er von 1943 bis 1945 als Leiter einer Lehranstalt für Mechaniker in Moskau eingesetzt. Von 1945 bis 1948 war er Direktor eines Textilkombinats, bevor er eine Anstellung beim Zentralkomitee der KPdSU annahm.

[Bearbeiten] Politik

Vader machte schnell Parteikarriere. Er wurde Zweiter Sekretär eines Bezirkskomitees in Tallinn und war von 1950 bis 1952 Erster Sekretär des Landkomitees der KPdSU im Kreis Harju. Von 1952 bis 1959 bekleidete er in Tallinn das Amt des Stadtsekretärs der Kommunistischen Partei Estlands (EKP). 1954 erwarb er einen Abschluss der Höheren Parteischule des Zentralkomitees der KPdSU. Von 1954 bis 1958 war er außerdem Mitglied der Revisionskommission der Estnischen Kommunistischen Partei.

Von 1959 bis 1963 arbeitete Vader im Zentralkomitee der KPdSU, bevor sich seine Aufgaben auf Estland konzentrierten. 1963/64 war Vader Sekretär des Zentralkomitees der EKP und stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats der Estnischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Von 1964 bis 1970 war er Zweiter Sekretär des Zentralkomitees der EKP und von 1964 bis 1978 Mitglied des Zentralkomitees der EKP.

Vom 22. Dezember 1970 bis zu seinem Tod am 25. Mai 1978 war Artur Vader Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets der Estnischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Darüber hinaus war er von 1971 bis zu seinem Tod stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR und Mitglied im Zentralkomitee der KPdSU. Artur liegt heute auf dem Tallinner Waldfriedhof begraben.

[Bearbeiten] Auszeichnung

1965 wurde Vader der Leninorden verliehen, 1973 der Orden der Oktoberrevolution. Im September 1978 erhielt eine Schule in Saku seinen Namen.

[Bearbeiten] Würdigung

Artur Vader festigte als Vertrauter Leonid Breschnews die sowjetische Herrschaft über Estland. Als Apparatschik steht er für Verkrustung und Erstarrung der damaligen Sowjetunion. Wirtschaftlich wollte er Estland zur einer musterhaften Unionsrepublik ausbauen, was ihm allerdings misslang. Er stärkte den Zuzug von Russen nach Estland und baute die Macht des Geheimdienstes aus. Wie die meisten sowjetischen Machthaber ließ er einen bizarren Personenkult um sich veranstalten. Vader selbst gilt in der heutigen estnischen Geschichtsschreibung als Alkoholiker und Opportunist. Sein persönlicher Nachlass findet sich im estnischen Staatsarchiv in Tallinn.

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