Bernd Fabritius

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bernd Fabritius (2014)
Video-Vorstellung (2014)

Bernd-Bernhard Fabritius (* 14. Mai 1965 in Agnita, Rumänien) ist ein deutscher Politiker (CSU) und Präsident des Bundes der Vertriebenen. Der promovierte Jurist und Politologe ist seit 2013 Mitglied im Deutschen Bundestag und seit 2007 Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V. und Präsident der weltweiten Föderation der Siebenbürger Sachsen.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur am Brukenthal-Gymnasium in Hermannstadt und Auswanderung zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern 1984 nach Deutschland, studierte Fabritius ab 1985 Staatliche Sozialverwaltung an der Bayerischen Beamtenfachhochschule.[1] Nach dem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt (FH) 1988 wurde er vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit als Beamter in den Dienst des Freistaates Bayern übernommen und im Bereich der Landesversicherungsanstalt Oberbayern (LVA) eingesetzt. Neben dieser Tätigkeit studierte er Politikwissenschaften an der Hochschule für Politik München. Mit dem Abschluss dieses Studiums 1991 beendete er auch seine Tätigkeit bei der LVA Oberbayern und ließ sich als gerichtlich zugelassener Rentenberater (Sozialrechtsbeistand) nieder. Von 1991 bis 1994 studierte er Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und legte das I. Staatsexamen per Freischuss ab. Danach war Fabritius als Rechtsreferendar bei der Staatsanwaltschaft München und der Regierung von Oberbayern tätig sowie als Trainee bei Herranen Attorneys at Law, San Diego (USA), 1996 absolvierte er das II. Staatsexamen. 2001 bis 2003 Promotion zum Doktor der Rechte (Kooperationsverfahren der Universitäten Tübingen und Hermannstadt/Sibiu, Europäisches Verwaltungsprozessrecht; Magna Cum Laude). Fabritius ist seit 1997 als Rechtsanwalt in München tätig und leitet eine Schwerpunktkanzlei für Sozialrecht (Fremdrentenrecht, Sozialprozessrecht). Tätigkeitsschwerpunkte sind ferner Strafrecht sowie Familienrecht und das Recht der eingetragenen Lebenspartnerschaften. Er lehrte als Dozent mit Lehrauftrag für Prozessrecht an der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung Meißen sowie als Prof. Univ. asociat der Juristischen Fakultät der Universität „Lucian Blaga“ sowie der Deutsch-Rumänischen Universität für Rechtswissenschaften und Europäische Institutionen (ROGER) in Hermannstadt/Sibiu.

Fabritius lebt in einer eingetragenen Partnerschaft und geht damit offen um.[2][3]

Partei[Bearbeiten]

Seit 2010 ist Fabritius stellvertretender Landesvorsitzender der Union der Vertriebenen und Aussiedler (UdV), der ältesten Arbeitsgruppe der Christlich-Sozialen Union (CSU), und Vorstandsmitglied der Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Über die Wahl zum 18. Bundestag 2013 gelang ihm erstmals der Einzug in den Deutschen Bundestag.[4]
Fabritius ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe sowie stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss und dem Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages. Zudem vertritt er die Bundesrepublik Deutschland als Mitglied in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und wurde 2014 vom Deutschen Bundestag als Vertreter in das Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und in den Sudetendeutschen Rat entsandt.

Fabritius ist stellvertretender Vorsitzender in der Deutsch-Rumänischen Parlamentariergruppe,[5] sowie Mitglied in der Deutsch-Amerikanischen und der Deutsch-Kanadischen Parlamentariergruppe.

Ehrenamtliche Funktionen[Bearbeiten]

Fabritius ist seit 1998 in verschiedenen leitenden Funktionen innerhalb der Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen ehrenamtlich tätig. Seit 2007 ist Fabritius Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V. und Präsident der weltweiten Föderation der Siebenbürger Sachsen. Er tritt für eine Förderung des kollektiven Selbstverständnisses innerhalb der Mitgliedsverbände in der Föderation der Siebenbürger Sachsen (Demokratisches Forum der Deutschen in Siebenbürgen; Bundesverband der Siebenbürger Sachsen in Österreich, Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada, Alliance of Transylvanian Saxons in the United States of America und Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V.), sowie nachhaltige Integrationsbemühungen für die heute mehrheitlich in Deutschland lebenden Siebenbürger Sachsen ein. Gleichzeitig fördert er die verstärkte Wahrnehmung einer Brückenfunktion[6] zu dem Herkunftsgebiet der Siebenbürger Sachsen (Siebenbürgen/Rumänien).

Im Jahre 2000 wurde Fabritius von der bayerischen Staatsministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, Barbara Stamm, als Vertreter der bayerischen Seite in das zwischenstaatliche, bayerisch-rumänische Kuratorium für soziale und medizinische Projekte berufen. Er ist Gründungsmitglied und Vizepräsident der Stiftung Bavaria-Romania für Soziale Assistenz in Rumänien, Mitglied im Vertriebenenbeirat des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Frauen, im Beirat des Hauses des Deutschen Ostens in München, Mitglied im Landesplanungsbeirat des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Mitglied der Bundesversammlung und des Präsidiums im Bund der Vertriebenen (BdV), seit 23. Oktober 2010 Vizepräsident des BdV, Vorstandsmitglied im Landesverband Bayern, Mitglied im Vorstand des Hilfskomitees der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD, sowie Mitglied im Aufsichtsrat der Honterus Druckerei- und Verlags Gesellschaft Hermannstadt. Am 8. Juli 2010 wurde Fabritius vom Deutschen Bundestag als Mitglied in den Stiftungsrat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin gewählt.[7]

Für sein ehrenamtliches Wirken wurde Fabritius am 11. Mai 2011 mit der Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa ausgezeichnet.[8]

Am 7. November 2014 wurde Fabritius zum Nachfolger von Erika Steinbach im Amt des BdV-Präsidenten gewählt, nachdem er seit 2010 Stellvertreter war.[9][10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernd Fabritius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kanzlei Dr. Fabritius & Kollegen: Angaben zur Person Dr. Bernd B. Fabritius, Rechtsanwalt
  2. Klaus-J. Holzapfel (Hrsg.): Kürschners Volkshandbuch Deutscher Bundestag 18. Wahlperiode 2013–2017. 128. Auflage (Stand: 16. Januar 2014). Neue Darmstädter Verlagsanstalt, Rheinbreitbach 2014, ISBN 978-3-87576-755-1, S. 99.
  3. Spiegel outet möglichen Steinbach-Nachfolger. In: Männer. m-maenner.de (Bruno Gmünder GmbH), abgerufen am 7. November 2014.
  4. Bundesvorsitzender Dr. Bernd Fabritius im Bundestag. In: Siebenbürgische Zeitung. 23. September 2013, abgerufen am 30. September 2013.
  5. Deutscher Bundestag: Vorstände der Parlamentariergruppen in der 18. Wahlperiode
  6. Rumänien will Beziehungen zu den Siebenbürger Sachsen in Deutschland vertiefen. In: Siebenbürgische Zeitung. 30. Juni 2010, abgerufen am 5. Juni 2012.
  7. Bundesvorsitzender in Stiftungsrat gewählt. In: Siebenbürgische Zeitung. 13. Juli 2010, abgerufen am 5. Juni 2012.
  8. Pressemitteilung der bayerischen Staatsregierung
  9. Rainer Woratschka: Bernd Fabritius löst Erika Steinbach ab. Spätaussiedler soll neuer Vertriebenen-Chef werden. In: Der Tagesspiegel. 10. Juli 2014, abgerufen am 18. Dezember 2014
  10. Bund der Vertriebenen: Bernd Fabritius wird Nachfolger von Erika Steinbach. In: Der Spiegel. 7. November 2014, abgerufen am 18. Dezember 2014