Christoph Bergner

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Christoph Bergner (2011)

Christoph Georg Bergner (* 24. November 1948 in Zwickau) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1993 bis 1994 Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt. Von 2005 bis 2013 war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Im Alter von 13 Jahren zog er 1961 nach Saalfeld/Saale und absolvierte von 1964 bis 1967 eine Berufsausbildung zum Rinderzüchter mit dem Abitur. Danach folgte der Grundwehrdienst bei der Nationalen Volksarmee (NVA) und ein Studium der Agrarwissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und von 1969 bis 1971 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er beendet dies 1971 als Hochschulagraringenieur. Danach folgt ein Forschungsstudium und eine Promotion zum Dr. agr.. 1974 bis 1990 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biochemie der Pflanzen der Akademie der Wissenschaften der DDR.

Christoph Bergner ist evangelisch,[1] verheiratet und Vater von drei Kindern.

Partei[Bearbeiten]

Bergner wurde 1971 Mitglied der CDU der DDR. Er engagierte sich von September 1989 bis Januar 1990 im Neuen Forum in Halle und war von 1991 bis 1993 Landesvorsitzender der CDU in Sachsen-Anhalt. Von 1995 bis 1998 war er Stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU Deutschlands.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Von 1990 bis 2002 war Bergner Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt. Hier war er von 1991 bis 1993 sowie von 1994 bis 2001 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion.

Seit 2002 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Bis 2013 über die Landesliste Sachsen-Anhalt in den Bundestag eingezogen, gewann er bei der Bundestagswahl 2013 sein Direktmandat im Bundestagswahlkreis Halle.[2]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Christoph Bergner (2007)

Von 1986 bis 1991 ist er Gemeindekirchenrat der evangelischen Petrusgemeinde Kröllwitz. 1990 ist er Ressortchef in der Bezirksverwaltungsbehörde Halle (Saale).

Nachdem im Dezember 1993 der Ministerpräsident Werner Münch wegen einer Affäre um angeblich zu hohe Ministergehälter zurückgetreten war, wurde Bergner am 2. Dezember 1993 zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt. Er erhielt bei der Abstimmung im Landtag 60 Stimmen und damit sechs mehr, als zur absoluten Mehrheit notwendig gewesen wären. An der Wahl hatten lediglich 83 der 106 Abgeordneten teilgenommen. 19 Abgeordnete der SPD und zwei fraktionslose Parlamentarier nahmen an der Abstimmung nicht teil.

Bei der Landtagswahl 1994 scheiterte sein Koalitionspartner FDP an der Fünf-Prozent-Hürde und die CDU erreichte mit einem Verlust von 4,6 Prozentpunkten nur noch 34,4 Prozent der Stimmen. Sein Nachfolger im Amt wurde am 21. Juli 1994 der SPD-Kandidat Reinhard Höppner, dessen SPD um 8,0 Prozentpunkte auf 34,0 Prozent zugelegt hatte. Höppner bildete eine von der PDS tolerierte Minderheitsregierung.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 1998 war Bergner erneut Spitzenkandidat, jedoch musste die CDU erneut massive Verluste verkraften (–12,4 Prozentpunkte), während die SPD mit 35,9 Prozent der Stimmen erstmals stärkste Fraktion wurde.

Am 23. November 2005 wurde er als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern in die von Bundeskanzlerin Angela Merkel geführte Bundesregierung berufen. Von Februar 2006 bis Januar 2014 war Bergner Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Von März 2011 bis Dezember 2013 übernahm Bergner die Funktion des Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer.

Politische Ansichten[Bearbeiten]

Bergner ist wiederholt wegen seiner Ansichten zur völligen Gleichstellung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe, sowie wegen seiner allgemeinen Ansichten bzgl. der homosexuellen Minderheiten aufgefallen:

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Halle, sagte Bergner im Sommer 2009, dass die höhere Selbstmordrate bei Homosexuellen auf Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung zurückzuführen sei.[3][4][5] Der LSVD forderte Bergner auf, sich von diesen „skandalösen“ Äußerungen zu distanzieren. Hendrik Lange warf Bergner vor, sich nicht richtig informiert zu haben. Vielmehr sei die erhöhte Suizidgefährdung auf die hohe Intoleranz in der Bevölkerung zurückzuführen. Bergner teilte mit, dass er lediglich von Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung gesprochen habe.[6]

In einer Befragung von ColognePride lehnte es der Abgeordnete zudem ab, sich für eine weitere Öffnung und Anpassung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft stark zu machen.[7]

Im Januar 2014 gerät er in das Blickfeld einer kritischen Medienberichterstattung, da er Kuratoriumsmitglied eines Vereins "Leo e.V" zur "Heilung" homosexueller Menschen in Sachsen-Anhalt ist.[8][9][10]

Kabinette[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bergner.de/files/Mitgliedschaften.pdf
  2. Amtliches Wahlkreisergebnis 2013
  3. CDU muss sich von Bergner distanzieren;Queer.de abgerufen am 9. Juli 2012
  4. Bergner weiter in der Kritik;eseppelt HalleForum
  5. LSVD
  6. queer.de abgerufen am 9. Juli 2012 Vorwurf der Homophobie
  7. ColognePride
  8. LSVD:Angebote zur Heilung von Homosexuellen sind Gehirnwäsche
  9. Mitteldeutsche Zeitung:Homosexualität, Pastor will schwule Männer heilen
  10. Cornelius Pollmer: Töpfern, backen, Schwule heilen., sueddeutsche.de, 31. Januar 2014

Weblinks[Bearbeiten]