Bernhard Quandt

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Politiker, für den koreanischen Staatsbürger siehe Lee Charm
Bernhard Quandt auf dem V. Parteitag der SED, 1958
Bernhardt Quandt bei einer Jugendweihe im Jahr 1963

Bernhard Quandt (* 14. April 1903 in Rostock; † 2. August 1999 in Schwerin) war ein deutscher Politiker (SPD, KPD, SED).

Leben[Bearbeiten]

Quandt wurde als Sohn einer alleinstehenden Frau geboren; sein Vater war Soldat der kaiserlichen Armee und starb vier Monate vor seiner Geburt bei einem Reitunfall in Parchim.[1]

Als Sechsjähriger besuchte er die Volksschule in Parchim und erlernte in Gielow den Beruf des Eisendrehers. 1920 trat er in die SPD ein, arbeitete für drei Jahre in Hamburg und wechselte im Anschluss zur KPD. Er war politisch aktiv und ab 1932 kurzzeitig Abgeordneter des Landtags von Mecklenburg-Schwerin, arbeitete aber in wechselnden Berufen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde er mehrfach inhaftiert und schließlich ab 1939 im Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau interniert. Er überlebte die Haft und wurde von den Sowjets nach seiner Rückkehr zum Landrat in Güstrow ernannt.

Ab 1948 war er Landwirtschaftsminister von Mecklenburg und 1951/52 Ministerpräsident des Landes. Nach der Auflösung der Länder in der DDR im Jahre 1952 war er bis 1974 Erster Sekretär der SED im Bezirk Schwerin.

Quandt widersetzte sich in seiner Zeit als Ministerpräsident unter anderem erfolgreich den Beschlüssen des Politbüros, mehrgeschossige Plattenbausiedlungen auch auf dem Lande zu errichten, die nach seiner Ansicht die historisch gewachsene Dorfgestaltung „verhunzt“ hätten.[1]

Er war auch Mitglied des Zentralkomitees der SED von 1958 bis zum 3. Dezember 1989 und des Staatsrates der DDR. In dieser Eigenschaft forderte er auf der letzten Sitzung des ZK der SED 1989 die Wiedereinführung der Todesstrafe und die standrechtliche Erschießung aller derjenigen (der „Verbrecherbande des alten Politbüros“), die die Partei (SED) in eine solche Schmach (gemeint war der Machtverlust infolge der revolutionären Ereignisse im Herbst 1989) gebracht hätten. Trotzdem wurde er 1990 in den Rat der Alten der SED-PDS gewählt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Lars Pelen: Bernhard Quandt. In: Mecklenburger in der deutschen Geschichte des 19. und 20 Jahrhunderts. Herausgegeben von Ilona Buchsteiner. Ingo Koch Verlag. Rostock 2001. Seite 331-348.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernhard Quandt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien