Waren (Müritz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Waren (Müritz)
Waren (Müritz)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Waren (Müritz) hervorgehoben
53.51666666666712.68333333333373Koordinaten: 53° 31′ N, 12° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Höhe: 73 m ü. NHN
Fläche: 158,39 km²
Einwohner: 20.940 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17192
Vorwahl: 03991
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 156
Adresse der
Stadtverwaltung:
Zum Amtsbrink 1
17192 Waren (Müritz)
Webpräsenz: www.waren-mueritz.de
Bürgermeister: Norbert Möller (SPD)
Lage der Stadt Waren (Müritz) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Brandenburg Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Ludwigslust-Parchim Beggerow Borrentin Hohenbollentin Hohenmocker Kentzlin Kletzin Lindenberg (Vorpommern) Meesiger Nossendorf Sarow Schönfeld (bei Demmin) Siedenbrünzow Sommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Utzedel Verchen Warrenzin Datzetal Friedland (Mecklenburg) Friedland (Mecklenburg) Friedland (Mecklenburg) Galenbeck Genzkow Basedow (Mecklenburg) Basedow (Mecklenburg) Duckow Faulenrost Gielow Kummerow (am See) Malchin Neukalen Alt Schwerin Fünfseen Göhren-Lebbin Malchow (Mecklenburg) Nossentiner Hütte Penkow Silz (Mecklenburg) Walow Zislow Mirow Mirow Priepert Peenehagen Wesenberg (Mecklenburg) Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte) Blankensee (Mecklenburg) Blumenholz Carpin Godendorf Grünow (Mecklenburg) Hohenzieritz Klein Vielen Kratzeburg Möllenbeck (bei Neustrelitz) Schloen-Dratow Schloen-Dratow Userin Wokuhl-Dabelow Beseritz Blankenhof Brunn (Mecklenburg) Neddemin Neuenkirchen (bei Neubrandenburg) Neverin Sponholz Staven Trollenhagen Woggersin Wulkenzin Zirzow Ankershagen Kuckssee Kuckssee Penzlin Möllenhagen Penzlin Kuckssee Altenhof (Mecklenburg) Bollewick Buchholz (bei Röbel) Bütow Fincken Gotthun Grabow-Below Groß Kelle Kieve Lärz Leizen Ludorf Massow Melz Priborn Rechlin Röbel/Müritz Schwarz (Mecklenburg) Sietow Stuer Vipperow Wredenhagen Zepkow Grabowhöfe Groß Plasten Hohen Wangelin Jabel Kargow Klink Klocksin Moltzow Neu Gaarz Moltzow Torgelow am See Varchentin Grabowhöfe Vollrathsruhe Burg Stargard Burg Stargard Cölpin Groß Nemerow Holldorf Lindetal Pragsdorf Bredenfelde Briggow Grammentin Gülzow (bei Stavenhagen) Ivenack Jürgenstorf Kittendorf Knorrendorf Mölln (Mecklenburg) Ritzerow Rosenow Stavenhagen Zettemin Altenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Altentreptow Bartow (Vorpommern) Breesen Breest Burow Gnevkow Golchen Grapzow Grischow Groß Teetzleben Gültz Kriesow Pripsleben Röckwitz Siedenbollentin Tützpatz Werder (bei Altentreptow) Wildberg (Vorpommern) Wolde Groß Miltzow Kublank Mildenitz Neetzka Petersdorf (bei Woldegk) Schönbeck Schönhausen (Mecklenburg) Voigtsdorf Voigtsdorf Woldegk Woldegk Dargun Demmin Feldberger Seenlandschaft Neubrandenburg Neustrelitz Waren (Müritz)Karte
Über dieses Bild
Waren Müritz bei Nacht
Stadthafen.
Luftaufnahme (2014)
Waren als Virunum in der Magna Germania, klassische Kartierung des 19. Jahrhunderts
Eingang zum Warener Rathaus, oben das Wappen der Stadt.
Blick durch die Schulstraße zur Georgenkirche
Blick vom Turm der Marienkirche zur Georgenkirche und die dahinterliegende Müritz

Das Heilbad Waren (Müritz) (auch: Waren an der Müritz) ist eine Mittelstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland) und Sitz des Amtes Seenlandschaft Waren, dem 19 Gemeinden angehören. Die Stadt selbst ist amtsfrei. Waren ist eines der 18 Mittelzentren des Landes. Sie ist der Fläche nach die zweitgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.

Bis zur Kreisgebietsreform 2011 war sie die Kreisstadt des Landkreises Müritz.

Geographie[Bearbeiten]

Waren liegt an der Müritz, dem größten vollständig in Deutschland liegenden Binnensee mit einer Fläche von 117 km², am Kölpinsee, am Tiefwarensee, am Feisnecksee, am Melzer See und am Waupacksee. Mitten in der Stadt liegt der Herrensee.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zum Stadtgebiet gehören die Stadt Waren (Müritz) sowie die Ortsteile Warenshof, Alt Falkenhagen, Neu Falkenhagen, Jägerhof, Rügeband, Schwenzin, Eldenholz und Eldenburg.

Die Stadt selbst kann man in folgende Viertel gliedern:

  • Altstadt
  • Ecktannen
  • Kamerun
  • Nesselberg
  • Papenberg
  • Waren-Nord
  • Waren-Ost
  • Waren-West
  • Werdersiedlung

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Erwähnung, Name[Bearbeiten]

Waren wird (neben Gnoien, Bützow und einigen weiteren, nicht sicher zuzuordnenden Siedlungsplätzen) bereits um das Jahr 150 n. Chr. vom alexandrinischen Geografen Claudius Ptolemäus erwähnt (als „Virunum“) und ist deshalb einer der ersten urkundlich erwähnten Orte auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns.

Der Name ist aus dem Slawischen abgeleitet und bedeutet Krähen- oder Rabenort.[2]

Der Name der Stadt könnte auch auf den germanischen Stamm der Warnen (Variner) zurückgehen. Der Name wurde früher auch Wahren, Warne oder lateinisch Warnae geschrieben. 1914 erhielt der Ort den Namen „Waren (Müritz)“ (Müritz stammt von dem wendischen Wort Morcze = Meer).

Mittelalter[Bearbeiten]

Die mittelalterliche Stadt wurde um 1260 an der Handelsstraße vom Land Stargard nach Wismar bei einer Burg und einem slawischen Dorf von Siedlern aus Westfalen gegründet. Die ursprüngliche Stadt lag im Bereich um die Georgenkirche, am Alten Markt (Altstadt). Die Georgenkirche wurde 1273 erstmals erwähnt. Am Alten Markt (heute: Alter Markt 14) befand sich das erste Rathaus. Wenig später entstand die Neustadt (Marienkirche), die um 1325 mit der Altstadt vereint wurde. Mittelpunkt war jetzt der Neue Markt, der Altstadt und Neustadt verbindet. Um die Stadt verlief eine Stadtmauer.

Seit 1292 wurde Waren als civitas (Stadtrecht) bezeichnet und ab 1331 als oppidum (kleinere Stadt). 1306 bekam die Stadt das Fischereirecht auf der Müritz.

Von 1347 bis 1425 war Waren die Residenz einer Nebenlinie des Hauses Werle. Die Werlesche Burg soll südlich der Marienkirche gestanden haben (Burgstraße).

Neuzeit[Bearbeiten]

Durch die großen Stadtbrände von 1568, 1637, 1671, 1673 und 1699 und durch den Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt vielfach verwüstet.

Das erste Rathaus stand am Alten Markt und danach mitten auf dem Neuen Markt. Das jetzige Rathaus am Neuen Markt wurde 1791 bis 1797 gebaut und 1857 ausgebaut.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im Jahr 1806 fanden in der Stadt und in ihrer Umgebung Kämpfe zwischen Preußen (unter Führung von Blücher) und den eindringenden Franzosen unter Napoleon statt.

Die Kanalisierungen der Elde (1798–1803 und 1831–1837) und der Bau des Bolter Kanals (1831–1837) bewirkten einen wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. 1839 entstand eine Gewerbeschule. 1845 eröffnete die erste Badeanstalt an der Müritz. 1862 wurde in der heutigen Müritzstraße am Stadthafen die Brauerei Birkenstädt gegründet, die ihren Betrieb aber bereits 1920 wieder einstellte. 1869 wurde das Gymnasium, zunächst als Progymnasium, gegründet (heute: Richard-Wossidlo-Gymnasium). 1848/49 wurde die Chaussee Malchow–Waren–Neubrandenburg gebaut und mit dem Anschluss an die Bahnstrecke Waren–Malchin ab 1879 entwickelte sich Waren zu einem Verkehrsknotenpunkt. 1885 wurde die Mecklenburgische Südbahn von Parchim über Waren nach Neubrandenburg, 1886 die Lloydbahn von Neustrelitz über Waren nach Rostock eröffnet.

1920er Jahre[Bearbeiten]

Katholische Kirche

Der Rittmeister Stephan von le Fort (1884–1953) vom Gut Boek sammelte 1920 eine Reihe von Freikorps-Kämpfern um sich und verhängte während des Kapp-Putsches am 17. März 1920 über die Stadt Waren den Belagerungszustand. Am 18. März 1920 ließ er mit seinem Vetter, dem Reichswehrleutnant Peter Alexander von le Fort, die Stadt mit einem Geschütz und drei Maschinengewehren vom Galgenberg aus beschießen, wobei es fünf Tote und elf Schwerverletzte zu beklagen gab. Nach der Niederschlagung des Putsches flohen beide nach München und Österreich, und der Familienbesitz wurde vom Freistaat Mecklenburg-Strelitz liquidiert.[3] An der Rückfront des Warener Rathauses ist heute noch ein Einschussloch zur Erinnerung an die Beschießung zu sehen.

Seit 1920 erhebt die Stadt eine Kurtaxe. Am 3. Dezember 1920 wurde Waren Kreisstadt des Landkreises Waren. Am 11. November 1925 wurde das Amt Röbel dem Amt Waren zugeschlagen. 1925 erhielt die Stadt elektrisches Licht. Im gleichen Jahr hatte der Warener Hafen seinen wirtschaftlichen Höhepunkt – 188 ankommende und 208 auslaufende Schiffe schlugen insgesamt 22.330 t Güter um.

1927 waren in der Stadt folgende größere Betriebe tätig: Die Molkerei Naschkatze, die Maschinenfabrik und Eisengießerei Piechatzek (heute Mecklenburger Metallguss), die Dampfsägerei Steinborn, die Mühle Thiele und Buggisch. Weiter die Milchexportgesellschaft Natura, eine Kartoffelflockenfabrik, die Dampfsägerei Strubelt, eine Gasanstalt und ein Unternehmen zur Fischverwertung.

Es gab 14 Baugeschäfte, eine Dachpappenfabrik, fünf Mühlen, zwei Zementsteinfabriken und die Großfischerei Rosengarten.

Am 15. September 1929 wurde die katholische Kirche geweiht.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Bei den Amtsvertreterwahlen am 1. November 1931 wurde die NSDAP stärkste Partei. Sie stellte ab 1. April 1932 den Amtshauptmann (Landrat) und ab Dezember 1932 den Bürgermeister. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die in Waren ansässigen jüdischen Bürger verfolgt, vertrieben und in Konzentrationslagern ermordet. Die jüdische Gemeinde, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts 150 Mitglieder gehabt hatte, schrumpfte bis April 1938 auf neun Mitglieder. Die alte Synagoge war schon 1936 an Privat verkauft worden, so dass sie von den Nationalsozialisten nicht zerstört wurde. Es wurde aber der Jüdische Friedhof beim Novemberpogrom 1938 geschändet und zerstört. Seit 1961 erinnert dort eine Gedenkstätte an ihn. 1942 lebten keine Juden mehr in Waren.[4]

Ab 1936 errichteten die Dürener Metallwerke (Zulieferer für die militärische Flugzeugindustrie) ein Werk in Waren, die Mecklenburgische Metallwarenfabrik m. b. H. Waren (Memefa), die zum Quandt-Konzern gehörte. Dort mussten mehrere Tausend Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern unter z. T. menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. Zur Schaffung von Werkswohnungen für die deutschen Beschäftigten entstand von 1936 bis 1941 die Westsiedlung, für die der Berliner Architekt Günther Paulus (1898–1976) Mehrfamilienhäuser (in der Thomas-Mann-Straße, Friedrich-Engels-Platz, Clara Zetkin-Straße), Doppelhäuser und die sogenannten Werkmeisterwohnhäuser entwarf. In der Folge wuchs die Einwohnerzahl um über 4000. In Warenshof entstand das „Marinelager“ als Barackensiedlung (Ausbildung für den Nachrichtendienst der Marine).

Während des Zweiten Weltkriegs wurde im Kurhaus „Müritzhöhe“ ein Marinelazarett eingerichtet. In den letzten Kriegsmonaten wurden zusätzlich die Volksschule an der Denkmalstraße, das Gymnasium und das Hotel „Warener Hof“ zu Notlazaretten. Am 1. Mai 1945 besetzte die Rote Armee kampflos die Stadt.

1945 bis 1990[Bearbeiten]

Im Oktober setzte der sowjetische Militärkommandant per Befehl Friedrich Dethloff (KPD) als Bürgermeister ein. Die sowjetische NKWD-Dienststelle in der Kietzstraße 10, dem „Haus des Schreckens“, war für harte Verhöre und Folter bekannt. Ende des Jahres waren über 6000 Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in der Stadt. Bis zum Frühjahr 1946 gab es eine Typhusepidemie, der viele Menschen zum Opfer fielen. Die Einrichtungen der „Memefa“ und der Dampfmühle Thiele und Buggisch wurden als Reparationsleistungen demontiert und in die Sowjetunion gebracht. Die Bahnlinie Rostock-Neustrelitz sowie die Teilstrecken Malchow-Karow und Möllenhagen-Neubrandenburg wurden stillgelegt und die Gleise abtransportiert.

Zu DDR-Zeiten erholten sich zahlreiche Kinder des Landes im Zentralen Pionierferienlager La Pasionaria.

In den 1970er Jahren wurden größere Teile der historischen Altstadt einer großflächigen neuen Verkehrsplanung geopfert und abgerissen. Dieser Verlust bewirkte in Waren eine Sensibilisierung besonders vieler Einwohner für die Erhaltung der verbliebenen, oft jahrhundertealten Bauten der Altstadt. Lange vor Öffnung der innerdeutschen Grenzen entstand in Waren eine Bürgerbewegung „Rettet die Altstadt“, deren Wirken maßgeblichen Anteil am Charme des heutigen Stadtkerns hat.

Bei Waren befand sich eines der vier zentralen Atomraketendepots der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Ab 1990[Bearbeiten]

Nach der Wende wurde ab 1991 der historische Stadtkern zwischen der Müritz und dem Tiefwarensee im Rahmen der Städtebauförderung saniert und damit das Stadtbild mit den drei Kirchen, Rathaus, Altem und Neuem Markt und den Speichern verbessert. Seit 1. Mai 1999 ist Waren ein „staatlich anerkannter Luftkurort“, seit Juni 2012 trägt die Stadt zusätzlich das Kurortprädikat „Heilbad“. Es wird Sole gefördert und als Solesalz verkauft.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(jeweils am 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1810 3.022
1850 5.258
1900 8.848
1910 9.182
1919 9.203
1925 10.363
1933 11.622
1937 14.236
Jahr Einwohner
1939 15.538
1945* 19.218
1950 20.594
1970 21.332
1977 23.057
1983 24.101
1987 24.300
2004 21.637
2006 21.236
2012 21.074

* 1. Dezember

Politik[Bearbeiten]

Stadtvertretung[Bearbeiten]

Die Stadtvertretung Warens setzt sich seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wie folgt zusammen:[5]

Partei / Liste Sitze Stimmanteile
CDU 9 32,3 %
SPD 6 22,0 %
Die Linke 6 21,0 %
FDP 2 5,5 %
GRÜNE 1 3,9 %
NPD 1 1,9 %
Müritzer Unternehmensgruppe (MUG) 2 8,2 %
Einzelbewerberin 1 5,0 %

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Waren (Müritz) pflegt zum Erfahrungsaustausch Städtepartnerschaften. Es werden gemeinsame Projekte entwickelt, Gäste aus einigen Partnerstädten beteiligen sich an der Gestaltung des Müritzfestes mit Informationsständen und kulturellen Beiträgen. Im Gegenzug ist Waren bei ähnlichen Veranstaltungen der Partner präsent. 2005 wurde in der Stadtvertretung eine Arbeitsgruppe Städtepartnerschaften gegründet, die Gästebetreuung vor Ort organisiert und für Konzeptarbeit, Projektplanung und Haushaltsplanung zuständig ist.

Städtepartnerschaften bestehen zu den deutschen Städten Springe in Niedersachsen und Schleswig in Schleswig-Holstein. Internationale Partnerstädte sind Rokkasho in Japan, Magione in Italien, Suwałki in Polen und Gorna Orjachowiza in Bulgarien.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 44 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Gold die Front einer gezinnten roten Rundmauer mit offenem Tor und zwei großen, spitzbedachten Zinnentürmen auf grünem Anger, bespült von blauen Wellen; zwischen den Türmen auf der Mauer die vordere Hälfte eines herschauenden, nach rechts schreitenden schwarzen Stiers mit silbernen Hörnern und goldener Krone; über dem Haupt des Stieres ein schwebender blauer Topfhelm mit zwei an gekreuzten grünen Stangen befestigten Pfauenfederrosetten in natürlichen Farben.“

Das Wappen wurde 1993 von dem Barsbütteler Hans-Frieder Kühne neu gezeichnet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Waren (Müritz) ist gleichmäßig längsgestreift in Blau, Gold (Gelb) und Rot. Auf dem goldenen (gelben) Streifen liegt in der Mitte, zu jeweils zwei Dritteln in den blauen und roten Streifen übergehend, das Stadtwappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick über den Tiefwarensee
Müritzeum, direkt am Herrensee in Waren (Müritz)
Marienkirche von Waren
Wasserturm auf dem Nesselberg
Ehemalige Posthalterei

Um Waren herum befinden sich Naturparks wie die Nossentiner-Schwinzer Heide oder der Müritz-Nationalpark. Auf dem Damerower Werder, der zur Gemeinde Jabel gehört, befindet sich auch ein Schaugehege für Wisente.

Im historischen Stadtkern von Waren (Müritz) befinden sich viele Restaurants, Cafés und Bars und mehrere Einkaufsstraßen.

Müritzeum[Bearbeiten]

Das Müritzeum zeigt das größte Süßwasseraquarium für heimische Fische in Deutschland und eine interaktive, multimediale Ausstellung zu den Schönheiten und Besonderheiten der Müritz-Region und des Müritz-Nationalparks. Gleichzeitig fungiert das Müritzeum als Informations- und Naturerlebniszentrum für die Mecklenburgische Seenplatte. Über 40 Fischarten aus Mecklenburg-Vorpommern werden gezeigt.

Kirchen[Bearbeiten]

Kirche St. Georgen

Die Georgenkirche vom Anfang des 14. Jahrhunderts ist eine dreischiffige Basilika mit vierjochigem Langhaus, das von einem Kreuzrippengewölbe gedeckt wird. Der Bau besteht aus Backsteinen. Der quadratische Westturm ist von 1414. 1699 wütete ein Brand, die Herrichtung des Gebäudes fand aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts statt. Altar, Kanzel und Doppelempore wurden im neugotischen Stil geschaffen. Der Altar stellt eine Kreuzigungsgruppe mit Maria, Maria Magdalena und Johannes dar. Sie wurde von einem Tiroler Bildhauer geschnitzt. Die Kirchgemeinde St. Georgen hat etwa 2300 Mitglieder.[6]

Kirche St. Marien

Die Kirche St. Marien ist ein rechteckiger, einschiffiger Backsteinbau im Osten der Altstadt. Um sie herum gründete sich die sogenannte Neustadt. Der Westturm mit seinem sehr auffälligen Turmaufbau wurde am Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet, wobei der Aufbau selbst von 1790/1792 stammt. Der rechteckige Feldsteinchor geht auf die Überreste der dort errichteten Burgkapelle der nicht mehr existierenden Warener Burg („Große Burgstraße“) zurück. Datiert wird dies auf den Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Fenster der Sakristei sind im romanischen Stil gehalten.[7]

Erwähnenswert ist auch die denkmalgeschützte katholische Heilig-Kreuz-Kirche.

Weitere Gebäude[Bearbeiten]

  • Alte Feuerwache (Eingeschossiger Backsteinbau 19. Jahrhundert) und Alter Markt
  • Altes Rathaus (Zweigeschossiger Backsteinbau mit Arkaden – ehemalige Gerichtslaube – am Ostgiebel, 15. Jahrhundert) und Alter Markt
  • Brauhaus Müritz
  • Bürger- und Verwaltungszentrum
  • Haupthaus Richard-Wossidlo-Gymnasium
  • Kietzspeicher
  • Löwenapotheke (zweigeschossiger Fachwerkbau, um 1800, mit dem „Haus des Gastes“), Neuer Markt 21
  • Müritzeum
  • Neues Rathaus (Tudorgotik, Mitte 19. Jahrhundert) mit Einschussloch vom Kapp-Putsch 1920 und Neuer Markt
  • Schloss Weinberg
  • Stadthafen mit den alten Hafenspeichern

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • Gedenkanlage mit Holzskulptur aus dem Jahre 1994 von dem Bildhauer Sven Domann an der Geschwister-Scholl-Straße/Ecke Dietrich-Bonhoeffer-Straße zur Erinnerung an den christlichen Widerstand der „Weißen Rose
  • Gedenkstätte aus den Jahren 1947 und 1950 Am Kietz für 224 weibliche KZ-Häftlinge, die Opfer der Zwangsarbeit wurden
  • Gedenkstein am Friedhof (an der B 192) für die Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten
  • Gedenkstein am südlichen Ufer des Tiefwarensees zur Erinnerung an die Warener Synagoge
  • Gedenkstein von 1945 auf dem Friedhof an den Gräbern sowjetischer Soldaten und Zwangsarbeiter
  • Gedenktafel an der heutigen Volksbank (Kiezstraße) für die Folterungen durch die Sowjets nach 1945
  • Gedenktafel aus dem Jahre 1994 am Sitz der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus acht europäischen Ländern, die in der Rüstungsproduktion der Memefa Zwangsarbeit verrichten mussten
  • Gedenktafel aus den 1960er Jahren am Haus Feldstraße 19 für den kommunistischen Widerstandskämpfer Hermann Gatzke, der wegen seines Widerstands zu hoher Zuchthausstrafe verurteilt wurde
  • Gedenktafel aus den 1960er Jahren in der Papenbergstraße 12 für den kommunistischen Stadtverordneten Paul Rachow, der 1945 im KZ Neuengamme ermordet wurde
  • Gedenkstätte mit Tafel am Papenberg an der Straße nach Neubrandenburg für den 1938 von den Nazis geschändeten Jüdischen Friedhof. An der Umfriedungsmauer eine Travertinstele des Bildhauers Walter Preik für die jüdischen Opfer des Faschismus

Müritz-Saga[Bearbeiten]

Die Müritz-Saga ist ein Zyklus von Theaterstücken, deren fiktive Handlungen in der Müritz-Region spielen. Ergänzt werden die Stoffe durch Sagen, Geschichten und Legenden der Region bereichert werden. Jeder Teil hat eine in sich abgeschlossene Handlung. Allerdings bauen die Teile lose aufeinander auf. Die Stücke sind eigens für die Freilichtbühne in Waren konzipiert, die sich auf dem Areal rund um das romantische Amphitheater auf dem Mühlenberg befindet und nach 2006 umgebaut und neu gestaltet wurde. Die Naturbühne wurde dazu restauriert, die Besucherränge erneuert und ein Haus für die Tontechnik und Regie errichtet. Im Sommer 2009 entstand ein Cateringhäuschen in mittelalterlicher Ansicht. Das Theater verfügt nunmehr über 1200 Sitzplätze.

Autor der Müritz-Saga war von 2006 bis 2013 der Film- und Fernsehregisseur Roland Oehme. Seit 2014 ist Wolf R. Kuhl, Autor der Müritz-Saga. Der erste Teil Zeit der Hoffnung erlebte 2006 auf der Freilichtbühne seine Premiere. Seither folgte jährlich ein weiterer Teil. Regie führt der Schauspieler und Regisseur Nils Düwell. Außer ausgebildeten Schauspielern nehmen Einwohner der Müritzregion auf der Bühne teil.

  • 2006: Zeit der Hoffnung
  • 2007: Unter dem Hexenhammer
  • 2008: Pakt mit dem Teufel
  • 2009: Teufel, Pest und fromme Worte
  • 2010: Die Maske fällt
  • 2011: Wolf von Warentin
  • 2012: Ein Herz und eine Klinge
  • 2013: Gottesfurcht im Niemandsland
  • 2014: Um Leib und Leben

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Müritz-Lauf ist eine übberegional bedeutende Sportveranstaltung (1103 Teilnehmer im Jahr 2013)
  • Seit 2002 findet jährlich im Mai die Müritz Sail statt, an der Binnensegler und auch Hochseesegler teilnehmen und mehr als 50.000 Besucher in die Stadt strömen.
  • Am letzten Juliwochenende findet jedes Jahr in Waren der Triathlon in Mecklenburg-Vorpommern statt.
  • Das Müritzschwimmen findet seit 1969 über eine Strecke von 1950 Metern im nördlichen Teil der Müritz statt, an dem mehrere hundert Schwimmer jährlich teilnehmen.
  • Seit 2001 ist der Müritz-Lauf Bestandteil des sportlichen Geschehens. Jedes Jahr im August treffen sich nationale und internationale Sportler, um an den verschiedenen Wettbewerben rund um die Müritz teilzunehmen. Der Müritz-Lauf ist die teilnehmerstärkste Veranstaltung der Region.

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen

Die Bundesautobahn 19 führt in 30 Kilometern Entfernung an der Stadt vorbei. Waren ist über die Bundesstraßen 192 und 108 an die Autobahn angebunden.

Im September 2013 wurde über eine Ortsumgehung abgestimmt. Hierbei stand zur Diskussion, ob eine Brücke über den Tiefwarensee gebaut werden sollte. Die Kritiker dieses Projektes gewannen die Volksabstimmung mit fast 60 Prozent. Im März 2014 ließ die Stadtverwaltung nach einer nichtöffentlichen Sitzung verlauten, dass die Pläne zur Brücke über den Tiefwarensee trotz der Ablehnung noch nicht vom Tisch seien.[8]

Eisenbahn

Waren (Müritz) liegt an der Eisenbahnstrecke Berlin–Rostock (Lloydbahn). Eine Nebenbahnstrecke (Mecklenburgische Südbahn) über Parchim und Ludwigslust nach Hagenow besitzt Anschlussmöglichkeiten nach Schwerin und Hamburg. Seit 2007 gibt es den ICE-Halt an der Strecke Rostock–Berlin–München in Waren.

Öffentlicher Personennahverkehr

Der Öffentliche Personennahverkehr der Stadt erfolgt durch die Personenverkehr GmbH Müritz. Diese betreibt zwei Stadtbuslinien (Linien 2 und 3). Zudem besteht eine Regionalbuslinie im Taktverkehr (Linie 12 nach Neubrandenburg und nach Röbel/Müritz), und das Umland im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist mit Regionalbussen erreichbar.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Amt Seenlandschaft Waren
  • Amtsgericht und Grundbuchamt Waren (Müritz)
  • Finanzamt Waren
  • Stadtverwaltung
  • Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg, Außenstelle Waren
  • Wasserschutzpolizeiinspektion

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Berufsschule mit Fachgymnasium
  • Grundschulen
    • Grundschule am Papenberg
    • Käthe-Kollwitz-Grundschule
  • Grundschulen mit Orientierungsstufe
    • Arche-Schule, Evangelische Grundschule mit Orientierungsstufe
  • Regionalschulen
    • Friedrich-Dethloff-Schule
    • Regionale Schule Waren/West
  • Richard-Wossidlo-Gymnasium als Campus-Gymnasium
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum „Pestalozzi“ Waren
  • Überregionales Ausbildungszentrum Waren/Grevesmühlen (ÜAZ)

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Die Müritz bietet zahlreiche Möglichkeiten wie Schwimmen, Segeln, Windsurfen. Es gibt vier Strandbäder und ein gut ausgebautes Wegenetz.

Die Stadt weist ein Drei-Säle-Kino, eine Bundeskegelbahn und eine Bowlingbahn auf.

Am nordöstlichen Stadtrand von Waren verläuft einmal rund um den Tiefwarensee der Eiszeitlehrpfad Tiefwarensee.

Der Warener Luftsportverein unterhält den Flugplatz Waren/Vielist im benachbarten Vielist.

Klima[Bearbeiten]

Waren liegt im klimatischen Übergangsbereich zwischen dem ozeanischen Meeresklima und dem kontinentalen Klima. Das Mikroklima wird im Wesentlichen durch die Müritz beeinflusst. Dadurch wird der Jahresgang der Temperatur sowohl bei der Erwärmung im Frühjahr als auch bei der Abkühlung im Herbst abgeschwächt. In Waren wird im langjährigen Mittel mit -4 °C die niedrigste Februartemperatur in Mecklenburg-Vorpommern registriert (Jeschke et al. 1980). Die Gebiete östlich der Müritz liegen im Regenschatten der mecklenburgischen Großseen und zeichnen sich durch geringere Niederschlagsmengen aus.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Waren (Müritz)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 3 6 10 16 19 21 21 18 13 8 4 Ø 11,8
Min. Temperatur (°C) -2 -1 1 4 8 12 14 14 11 7 3 0 Ø 6
Niederschlag (mm) 37,1 26,3 36,4 38,7 55,6 65,7 57,8 56,8 43,5 35,1 44,3 43,0 Σ 540,3
Sonnenstunden (h/d) 1 2 4 6 8 8 8 7 5 3 2 1 Ø 4,6
Wassertemperatur (°C) 2 2 3 5 9 14 17 17 15 11 7 4 Ø 8,9
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2
-2
3
-1
6
1
10
4
16
8
19
12
21
14
21
14
18
11
13
7
8
3
4
0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
37,1
26,3
36,4
38,7
55,6
65,7
57,8
56,8
43,5
35,1
44,3
43,0
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Bernhard II. (um 1320–1382), Fürst, 1347–1382 Herr zu Werle-Waren
  • Carl Bandelow (1804–1869), Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, soll ab 1835 Gutsbesitzer in Waren gewesen sein
  • Albert Sprengel (1811–1854), Jurist und Stadtrichter in Waren
  • Richard Wossidlo (1859–1939), Volkskundler, war von 1886 bis 1922 Lehrer am Gymnasium der Stadt und ist Ehrenbürger von Waren (Müritz)
  • Martha Fritsch (1860–1917), Theodor Fontanes einzige Tochter und Herausgeberin, verbrachte die letzten Jahre ihres Lebens in Waren (Müritz)
  • Ernst Hamann (1862–1952), mecklenburgischer Heimatdichter, verbrachte Jugend- und Schuljahre in Waren
  • Oscar Droege (1898–1983), deutscher Künstler, Farbholzschnitt als Spezialgebiet; ging in Waren zur Schule
  • Klausjürgen Wussow (1929–2007), Schauspieler, besuchte ab 1946 das Gymnasium der Stadt

Panoramabild[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waren (Müritz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Waren – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 155.
  3. Renate Krüger: Mecklenburg Wege eines Landes. (PDF; 129 kB).
  4. Bernd Kasten: Verfolgung und Deportation der Juden in Mecklenburg 1938–1945. Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern u. a., Schwerin 2008, ISBN 978-3-940207-16-6, S. 77–78.
  5. Warener Wochenblatt 11/2014 vom 7. Juni 2014
  6. Offizielle Seite der St. Georgen-Kirche
  7. Offizielle Seite der St. Marienkirche Waren
  8. Zeitungsartikel, abgerufen am 6. Mai 2014.