Bonaduz

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Bonaduz
Wappen von Bonaduz
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Imbodenw
Kreis: Rhäzüns
BFS-Nr.: 3721i1f3f4
Postleitzahl: 7402
Koordinaten: 749669 / 18692746.8166619.4662Koordinaten: 46° 49′ 0″ N, 9° 24′ 0″ O; CH1903: 749669 / 186927
Höhe: 662 m ü. M.
Fläche: 14.40 km²
Einwohner: 2912 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 202 Einw. pro km²
Website: www.bonaduz.ch
Bonaduz

Bonaduz

Karte
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Bonaduz (rätoromanisch Panaduz) ist eine politische Gemeinde im Kreis Rhäzüns im Bezirk Imboden des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Silber (Weiss) eine blaue Deichsel überhöht von einem sechsstrahligen roten Stern

Die Deichsel verweist entweder auf die Vereinigung von Vorder- und Hinterrhein in der Nähe des Ortes hin, oder aber auf die Gabelung der Verkehrsströme zu den verschiedenen Alpenpässen. Der Stern verweist auf das Patrozinium der Pfarrkirche: die heilige Anna oder Maria.

Geographie[Bearbeiten]

Rheinzusammenfluss:
links der Vorder- rechts der Hinterrhein, hinten links abfliessend zum Rhein vereinigt

Die Gemeinde liegt auf einem Plateau oberhalb des Zusammenflusses von Vorderrhein (am Ausgang der Rheinschlucht) und Hinterrhein, welches durch eine gewaltige Naturkatastrophe, den Flimser Bergsturz, entstanden ist. Die Ortschaft Bonaduz liegt in der Talebene auf 662 m, die Tiefebene auf rund 590 m und das Bergland auf rund 1'500 m (Alp Sut).

Auf dem Gemeindegebiet von Bonaduz liegt die Ruine der Burg Wackenau.

Ein Teil der Gemeinde reicht bis ins Safiental, so der Weiler Scardanal und die Alp Sut.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1888 1900 1950 1980 1990 1995 2000 2010
Einwohner 605 893 1039 1499 1943 2293 2433 2738

Bonaduz wuchs nach einer ersten Wachstumsphase zwischen 1850 und 1860 und einer zweiten Wachstumsphase um 1900 bis 1960 stetig (1850 bis 1960 Verdoppelung der Einwohnerzahl). Zwischen 1960 und 1980 kam es zu einem starken Wachstum, das sich seither noch gesteigert hat (1960-1980: + 37 %; 1980-2005: + 73 %). Seit den 1960er Jahren kam es zu einer grossen Einwanderungswelle aus dem Ausland.

Sprachen[Bearbeiten]

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts sprach die gesamte Einwohnerschaft eine bündnerromanische Mundart. Obwohl dies eine mittelbündnerische Mundart war, wurde traditionell in allen Gemeinden des Bezirks Imboden das Surselvische als Schriftsprache gebraucht. In dieser Eigenschaft ähnelten sie den Gemeinden Bergün und Filisur, wo ebenfalls mittelbündnischere Mundarten in Gebrauch waren bzw. sind, als Schriftsprache aber das Oberengadinische (dort, historisch gesehen, hauptsächlich aus konfessionellen Gründen) in Gebrauch war.[2]

Bereits im 19. Jahrhundert verlor das Romanische immer mehr an Bedeutung. Gaben 1880 noch 75 % der Bewohner Romanisch als Muttersprache an, waren es 1900 bloss noch 55 %. Innert eines Jahrzehnts erfolgte der Sprachwechsel und der Niedergang des Romanischen (1910: 29 % bzw. 1941: 15 %). Bis 1970 stabilisierte sich die Sprachenlage. Seither sorgt der starke Zuwachs bei den Deutschsprachigen für ein stetes Absinken des romanischen Anteils.

Sprachen in Bonaduz GR
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 1186 79,12 % 1620 85,81 % 2140 87,96 %
Rätoromanisch 166 11,07 % 114 6,04 % 131 5,38 %
Italienisch 80 5,34 % 39 2,07 % 52 2,14 %
Einwohner 1499 100 % 1888 100 % 2433 100 %

Das ursprünglich dominierende Rätoromanische wurde bereits im 19. Jahrhundert aus Schule und Kirche verbannt. Heute ist Deutsch alleinige Umgangssprache.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Von den 2737 Bewohnern Ende des Jahres 2008 waren 90 % Schweizer Staatsangehörige.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der wichtigste Arbeitgeber im Ort sind die Hamilton Bonaduz AG und die Hamilton Medical AG, welche der Hamilton Company gehören, mit über 500 Mitarbeitern.

In Bonaduz befindet sich die Redaktionssitze der regionalen Wochenzeitung Rhiiblatt und des Regionalsenders Telesüdostschweiz.

Dorfbrand[Bearbeiten]

Am 11. Juli 1908 wurde Bonaduz von einer Feuersbrunst heimgesucht. Innerhalb weniger Stunden wurde beinahe das ganze Dorf zerstört: 199 Firste, 83 Häuser, ebenso viele Ställe und einige Schöpfe brannten ab. Dabei verloren 562 Bewohner ihr Obdach. Den Brand verursachten zwei Knaben, welche in einem Stall mit Streichhölzern gespielt hatten. Dank grosszügiger Hilfe aus der Region konnte Bonaduz schnell wieder aufgebaut werden. [3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bonaduz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Lia Rumantscha (Hrsg.): Romanisch – Facts & Figures. 2., überarbeitete und aktualisierte Ausgabe. Chur 2004, ISBN 3-03900-034-9. S. 31. (online).
  3. Bericht zum Dorfbrand