Safiental

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen Gemeinde siehe Safiental GR.

Das Safiental ist ein Tal im schweizerischen Kanton Graubünden. Es erstreckt sich in nord-südlicher Richtung von der Einmündung der Rabiusa in den Vorderrhein bis zum Safierberg am Übergang nach Splügen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet wurde ursprünglich von Romanen vor allem als Alpen bewirtschaftet, was sich in den alten Flurnamen zeigt. Als ab dem Ende des 12. Jahrhunderts die Walser vom Oberwallis aus ins Bündnerland einwanderten und wenig besiedelte Berggebiete bewirtschafteten, wurde auch das Safiental von ihnen besiedelt. In den Jahren nach 1523, relativ früh im schweizerischen Vergleich, begann die Reformation im Safiental. Nach und nach bekannten sich die vier Talgemeinden zum reformierten Glauben. Die Bevölkerung des Safientals ist heute grossmehrheitlich evangelisch-reformiert.

In den beiden letzten Jahrhunderten hatte das Tal vor allem unter dem Bevölkerungsverlust infolge von Auswanderung zu leiden. So lebten im Jahr 1850 in den vier Gemeinden insgesamt 1798 Personen, 1980 nur noch 994. Inzwischen ist diese Entwicklung gestoppt und die Bevölkerungszahl liegt bei über 1000 Personen.

Auf den 1. Januar 2013 fusionierten die bisher eigenständigen Gemeinden Safien, Tenna und Versam, sowie das ausserhalb des Safientals gelegene Valendas zur neuen Gemeinde Safiental.

Geografie[Bearbeiten]

Zum Safiental gehört das Gebiet der bis Ende 2012 eigenständigen Gemeinden Safien, Tenna und Versam, sowie der südwestliche Teil der Gemeinde Bonaduz (Weiler Scardanal und Alp Sut).

Im hinteren Safiental bei Thalkirch liegt das Ausgleichsbecken Wanna, welches zum Einzugsgebiet der Kraftwerke Zervreila AG gehört und durch einen Überleitstollen mit dem Zervreilasee im Valsertal verbunden ist. Dieses Nutzwasser gelangt danach in das tiefergelegene Ausgleichsbecken bei Safien-Platz und wird anschliessend in die Zentrale Rothenbrunnen übergeleitet, wo Strom erzeugt wird. Die zum Einzugsgebiet gehörenden Flüsse Rabiusa und Carnusa sowie der Stausee Egschi wurden ebenfalls in die Werkgruppe integriert. Nach der Verarbeitung in Rothenbrunnen wird das Nutzwasser dem Hinterrhein zugeführt.

Natur[Bearbeiten]

Viele Wiesen im Safiental konnten aufgrund ihrer topologischen Lage nicht intensiv bewirtschaftet werden. Dank Subventionen blieben diese bis heute erhalten und unberührt. Auf den Fettwiesen wachsen Blumen wie die Trollblume, Anemonen, verschiedene Orchideen und Enziane.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Bandli, Leonhard Bandli: Im Safiental. Walservereinigung Graubünden, 2002, ISBN 978-3-9052-4124-2
  • Konrad Buchli: Geschichten aus den Bergen. Erinnerungen eines Safiers. Walservereinigung Graubünden, 2005
  • Mattli Hunger: Ärdenkt und ärzellt. Sòòfier Gschichtä vo äsiä und hüt. Walservereinigung Graubünden, 2008, ISBN 978-3-909210-02-2
  • Barbara Steinmann, Elisabeth Bardill, Maria Hunger-Fry: Safiental - Ruinaulta. Vom Safierberg zur Rheinschlucht. Verlag Terra Grischuna, Chur 2008, ISBN 978-3-7298-1152-2
  • Otto Wettstein: Anthropogeographie des Safientales, in: Jahresberichte der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft in Zürich, Band 10 (1909-1910), S. 1–112 (Digitalisat)
  • Mattli Hunger: Orts- und Flurnamen von Safien und Tenna, 2013, ISBN 978-3-033-03744-1

Film[Bearbeiten]

Der Spielfilm The Hour of Living (UK/Schweiz, 2012) wurde mehrheitlich im Safiental gedreht, wobei insbesondere die Grossalp Piggamad, aber auch Z'hinderst, Bodaälpli und Alperschällihorn mit seinem Gletscherseeli prominente Schauplätze bieten.[1][2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Safiental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IMDb Eintrag für The Hour of Living Zugriff am 21. Februar 2013
  2. Offizielle Website The Hour of Living Zugriff am 21. Februar 2013

46.6966666666679.3244444444444Koordinaten: 46° 42′ N, 9° 19′ O; CH1903: 744225 / 173450