Zwergfaultier

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Zwergfaultier
Systematik
Überordnung: Nebengelenktiere (Xenarthra)
Ordnung: Zahnarme (Pilosa)
Unterordnung: Faultiere (Folivora)
Familie: Dreifinger-Faultiere (Bradypodidae)
Gattung: Dreifinger-Faultiere (Bradypus)
Art: Zwergfaultier
Wissenschaftlicher Name
Bradypus pygmaeus
Anderson & Handley, 2001

Das Zwergfaultier (Bradypus pygmaeus) ist eine erst 2001 beschriebene Faultierart aus der Familie der Dreifinger-Faultiere (Bradypodidae). Die Art ist auf der Insel Escudo de Veraguas, die vor der Nordküste Panamas in der Provinz Bocas del Toro liegt, endemisch.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Merkmale

Das Zwergfaultier ähnelt den übrigen Dreifinger-Faultieren, ist aber deutlich kleiner und somit ein typischer Fall von Inselverzwergung. Die Art erreicht eine Kopfrumpflänge von 49 bis 53 Zentimetern und ein Gewicht von 2,5 bis 3,5 Kilogramm. Ihr Fell ist graubraun gefärbt und wie bei allen Faultieren als Anpassung an die in den Bäumen hängende Lebensweise vom Bauch weg gescheitelt. Charakteristisch für diese Art ist außerdem ein schwarzer Stirnstreifen.

[Bearbeiten] Verbreitung

Verbreitungsgebiet von Bradypus pygmaeus

Die Art lebt endemisch auf der 4.3 km2 großen Insel Escudo de Veraguas, die etwa 17,6 km vor der Nordküste Panamas in der Provinz Bocas del Toro liegt. Sie wurde 2001 von Robert Anderson und Charles Handley entdeckt.

[Bearbeiten] Lebensweise

Lebensraum des Zwergfaultiers sind, soweit bekannt, nur die Mangrovenwälder an der Küste ihrer Heimatinsel. Über seine Lebensweise ist wenig bekannt. Wie alle Dreifinger-Faultiere dürften sie sich vorrangig von Blättern ernähren und als Ausgleich für den geringen Nährwert ihrer Nahrung eine energiesparende Lebensweise führen. Das Zwergfaultier ist, im Gegensatz zu seinen großen Verwandten, ein geschickter Schwimmer.

[Bearbeiten] Gefährdung

Die Art wird aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes – ihre Heimatinsel misst nur rund 4,3 km² – in der Roten Liste der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered) gelistet. Die Gesamtpopulation ist nicht bekannt, wird auf höchstens wenige tausend Tiere geschätzt. Ihre Heimatinsel ist zwar unbewohnt, allerdings besuchen sie Fischer, Bauern und andere Menschen zeitweise und machen Jagd auf die Tiere. Eine weitere Gefahr stellt die Erschließung der Insel für den Tourismus dar.

[Bearbeiten] Literatur

  • D. E. Wilson, D. M. Reeder, Mammal Species of the World, Johns Hopkins University Press, 2005

[Bearbeiten] Weblinks

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