Bruchhauser Steine

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Blick vom Feldstein
Feldstein im Winter

Die Bruchhauser Steine sind eine Felsformation auf dem Istenberg, etwa 500 m östlich des Stadtteils Bruchhausen der Stadt Olsberg im Hochsauerlandkreis.

Den vier größten Bruchhauser Steinen gab man die Namen Bornstein, Feldstein, Goldstein und Ravenstein. Sie befinden sich am Nordwesthang des Istenberges, dessen Gipfel etwa 500 m entfernt ist. Dort ragen sie über dem Tal des Gierskoppbachs, einem kleinen Zufluss der Ruhr, bis zu 90 m hoch auf. Der Gipfel des höchsten von ihnen liegt in 756 m Höhe und überragt damit den 721 m hohen Istenberggipfel. Vom Gipfel des Feldstein, der fußläufig erreicht werden kann, hat man eine gute Aussicht, die an klaren Tagen bis hinüber zum Teutoburger Wald im Norden reicht.

Die Bruchhauser Steine bestehen aus Porphyr. Das Grundgebirge besteht aus weichem Tonschiefer, der sich vor rund 370 Millionen Jahren in der Zeit des Devon aus Ablagerungen eines urzeitlichen Meeres bildete. Bei späterem Vulkanismus vor 290 Millionen Jahren entstanden die Lavagesteine, Diabas- und Quarzkeratophyre, die der Verwitterung besser widerstanden.

Zu Füßen der Bruchhauser Steine befinden sich die Überreste (z.B. ein Ringwall) einer vorgeschichtlichen Fluchtburg, die auch als Kult- und Ritualstätte diente und die älteste ihrer Art in Westfalen ist. Aufgrund von Scherbenfunden auf und in der Umgebung der Felsen wird hier ein Versammlungsplatz zu einem Felsheiligtum vermutet. Spekulationen, dass dies das bei Tacitus erwähnte berühmte Heiligtum Tamfana sei, sind aber nach derzeitigem Fundbestand nicht beweisbar.

Das Gebiet rund um die Bruchhauser Steine steht als Bodendenkmal unter Naturschutz und wird von einer eigenen Stiftung betreut. Am zugehörigen Informationszentrum und der Kasse für Besucher führt der Rothaarsteig vorbei. Als Klettergebiet sind die Bruchhauser Steine seit 1989 ganzjährig gesperrt.

Besondere floristische Bedeutung haben die Felsen für ganz Nordwestdeutschland durch die Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina), die als Eiszeitrelikt gilt und hier ein Vorkommen weit außerhalb der Hauptverbreitung hat. Weitere Besonderheiten sind das Lotwurzblättrige Habichtskraut (Hieracium onosmoides) und das Blasse Habichtskraut (Hieracium schmidtii). In den Wiesen unterhalb der Felsen befindet sich das einzige Vorkommen des Gefalteten Frauenmantels (Alchemilla plicata) in Nordrhein-Westfalen. Die Moos- und Flechtenflora weist ebenfalls einige große Seltenheiten auf.

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) hat an den Steinen das einzige Brutvorkommen in NRW an einem Naturfelsen.

[Bearbeiten] Literatur

  • W. Winkelmann, Die Bruchhauser Steine bei Olsberg/Hochsauerlandkreis, in: Frühe Burgen in Westfalen, Band 3, 1983
  • W. Dehn, »Heilige« Felsen und Felsheiligtümer, in: AFD Beiheft 16, Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte I, Berlin 1981
  • Gisela Graichen, Das Kultplatzbuch, Hoffmann und Campe Verlag, 4. Auflage, Hamburg 1990, ISBN 3-455-08282-3

[Bearbeiten] Weblinks

51.3202777777788.5441666666667Koordinaten: 51° 19′ 13″ N, 8° 32′ 39″ O

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