Burrel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Burrel
Burreli
Burrel (Albanien)
Paris plan pointer b jms.svg

41.60944444444420.012222222222300Koordinaten: 41° 37′ N, 20° 1′ O

Basisdaten
Qark: Dibra
Kreis: Mat
Gemeinde: Burrel
Höhe: 300 m ü. A.
Einwohner: 10.985 (2011[1])
Telefonvorwahl: (+355) 0217
Postleitzahl: 8001
Kfz-Kennzeichen: MT
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Gemeindeart: Bashkia
Bürgermeisterin: Adelina Farrici (PS)
Webpräsenz:
Sonstiges
Stadtgründung: 15. Jahrhundert

Die Kleinstadt Burrel (albanisch Burreli) liegt im Bergland Mittelalbaniens rund 36 Kilometer nordöstlich von Tirana. Die Stadt mit 17.755 Einwohnern (Angaben der Lokalverwaltung für 2011)[2] respektive 10.985 Einwohnern (Volkszählung 2011)[1] ist Hauptort des Kreises Mat.

Geographie[Bearbeiten]

Die Region Mat besteht mehrheitlich aus einer großen, weiten Senke, die von unzugänglichen Bergen umgeben ist, weshalb man auf der Straße nach Tirana einen Umweg nach Norden von rund 90 Kilometern fahren muss. Die Stadt liegt auf einer Terrasse, die nach Nordost und Südost zum Fluss Mat abfällt, der rund 150 Meter tiefer liegt. Eine steile Straße – Teil der SH 6, die Milot mit Peshkopia verbindet – führt vom Ort zu einer direkt unterhalb der Stadt gelegenen Brücke, über die die östlichen und südlichen Gebiete der Mat erreicht werden.

Westlich von Burrel steigen die Berge bis über 1700 Meter an. Eine schlechte, ungeteerte Straße führt über die Berge durch den Nationalpark Qafë Shtama nach Kruja.

Geschichte[Bearbeiten]

Zentraler Platz mit Monument von Ahmet Zogu

Erstmals schriftlich erwähnt wurde Burrel im 15. Jahrhundert als Etappenort auf den von der Adria ostwärts führenden Karawanenrouten. Als Marktplatz war Burrel das regionale Zentrum, auch wenn noch im Jahr 1937 nur 400 Menschen hier lebten.

Im Jahr 1943 zündeten italienische Truppen alle Häuser im Ort an, nachdem zuvor lokale Aufständische die Italiener aus dem Ort vertrieben hatten.

Als Standort eines Gefängnisses, in dem Ahmet Zogu und das kommunistische Regime neben Kriminellen auch politische Gefangene inhaftieren ließen – darunter Pjeter Arbnori, Bashkim Shehu und Fatos Lubonja – war Burrel lange Zeit in ganz Albanien berüchtigt. Das Wort Burrel wird oft mit Hölle (im übertragenen Sinn) gleichgesetzt. Nach dem politischen Umsturz wurde das Gebäude in ein Museum umgewandelt, später wollte es Sali Berisha wieder seiner ursprünglichen Verwendung zuführen.

Im Jahr 2008 publizierte Carla Del Ponte, zuvor Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes für die Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien, Mutmassungen, dass die UÇK in einem gelben Haus in einem Dorf südlich von Burrel während des Kosovokriegs serbischen Gefangenen Organe entnommen haben soll.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Burrel von Südost

Burrel ist als Zentrum des Bergbaus in der Region entstanden. Die geplante Verlängerung der Eisenbahnlinie von Milot nach Rrëshen wurde nie vollendet. Die Stadt leidet erheblich darunter, dass heute beinahe alle Minen geschlossen sind.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aufgrund der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und des rasanten Wachstums sind kaum alte Häuser erhalten. Die zentralen Straßen und Plätze sind von mehrstöckigen Plattenbauten geprägt.

Ein kleines Geschichts-Museum zeigt lokale Fundstücke aus verschiedenen Jahrhunderten und Volkstümliches aus der Region Mat.

Das Gefängnis kann ebenfalls besichtigt werden - eine Wiedereröffnung als Museum ist geplant.

Die Ruinen der Kulla der Zogolli-Familie, in der der spätere König Zogu geboren wurde, liegen ca. 10 Kilometer östlich von Burrel.

Sport[Bearbeiten]

Der lokale Fußballverein KS Burreli spielt in der Saison 2013/14 in der zweithöchsten Liga.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burrel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Instat (Hrsg.): Population and Housing Census in Albania 2011: Preliminary Results. Tirana Dezember 2011 (Online-Version (PDF; 6,0 MB)).
  2. Tabela permbledhese e te dhenave te popullsise se Qarkut Diber periudhen 1/1/2011. In: Këshilli i Qarkut Dibër. Abgerufen am 25. Juli 2011 (PDF; 85 kB, albanisch).
  3. Serbia Mediates in EU-Russia Organ Trafficking Row. Auf: www.balkaninsight.com, 13. Februar 2013.