Byzantinisches Recht

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Das byzantinische Recht ist die Rechtsordnung, die im Byzantinischen Reich von dessen Entstehung Ende des 4. Jahrhunderts nach Christus bis zu seinem Untergang galt.

Das byzantinische Recht beruhte auf dem antiken römischen Recht und dem Kirchenrecht der Orthodoxen Kirche. Nach dem Untergang des Byzantinischen Reiches mit dem Fall Konstantinopels im Jahr 1453 lebte das byzantinische Recht in der Rechtspraxis der griechischen Bevölkerung innerhalb des Osmanischen Reiches fort.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Wesentliche Beiträge zur Erforschung der byzantinischen Rechtsgeschichte hat im 19. Jahrhundert Karl Eduard Zachariae von Lingenthal geleistet. Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen unterhält eine Forschungsstelle Edition und Bearbeitung byzantinischer Rechtsquellen mit Sitz am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main.

Quellen[Bearbeiten]

Die wichtigste Quelle des byzantinischen Rechts sind die Basiliken, eine im 9. Jahrhundert entstandene Rechtssammlung, die im Wesentlichen eine Übersetzung von Texten aus dem Codex Justinianus und den justinianischen Digesten darstellt. Erwähnenswert ist außerdem die Hexabiblos, ein Rechtskompendium, das erst 1345 von dem Richter Konstantinos Harmenopoulos aus Thessaloniki verfasst wurde.