Cadore

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il Cadore (Alpen)
il Cadore
il Cadore

Das Cadore (italienisch il Cadore, ladinisch l Cadore oder l Cador; von lat. Cadubrium, Catubria; deutsch auch Cadober) ist eine von den Dolomiten umrahmte Tallandschaft im norditalienischen Venetien. Durchflossen wird die Tal oberhalb von Longarone von Boite und Piave. Das Cadore liegt in der Provinz Belluno und grenzt im Westen an das Trentino, im Norden an Südtirol und im Osten an Friaul-Julisch Venetien. Die Gemeinden im Cadore bilden vier Bezirksgemeinschaften (Comunità Montane). In zahlreichen Orten wird Ladinisch gesprochen.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeinden und Berggemeinschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinden des Cadore bilden heute vier comunità montane (Berggemeinschaften):

Geschichte[Bearbeiten]

Die Römer unterwarfen das Cadore im 2. Jahrhundert vor Christus und gliederten es der X. Region Venetia et Histria an. Im Mittelalter gab es Besitzungen des Bischofs von Freising; es kam vorübergehend zu Kärnten, 1077 zum Patriarchat Aquileia und schließlich zur Republik Venedig. 1508 und 1509 besiegten die Venezianer zusammen mit Kräften aus dem Cadore Kaiser Maximilian I., der sich die Gegend einverleiben wollte. 1511 gelang ihm jedoch die definitive Besetzung des ganz im Norden des Cadore gelegenen Cortina d’Ampezzo, das bis 1919 bei Österreich blieb, und bis heute eine eigene Identität bewahrt hat.

Das übrige Cadore blieb bis zu den Napoleonischen Kriegen bei der Republik Venedig. Auf dem Wiener Kongress schlug man es mit ganz Venetien und der Lombardei dem Kaisertum Österreich zu, wogegen sich schon bald Widerstand in der Bevölkerung regte. Während des Risorgimento kam es im Cadore im Mai 1848 zu einem von Pietro Calvi angeführten Volksaufstand gegen die österreichische Fremdherrschaft.

Im Ersten Weltkrieg war das Cadore Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Österreichern und Italienern (Alpenfront).
Während des Faschismus und z.T. auch noch in den Jahren danach litt das Cadore (das als Teil der Republik Venedig immer eine gewisse Autonomie genossen hatte) am politischen Zentralismus Italiens. Im Zug der Dezentralisierung kam es wiederum zur Region Venetien, ohne jedoch innerhalb derselben eine gewisse Selbständigkeit zu erhalten.

Wegen der ausgeprägten Unterschiede zwischen den Landesteilen in der Ebene und im Gebirge und auch aus finanziellen Erwägungen befürworten etliche Gemeinden im Cadore einen Beitritt zur autonomen Region Trentino-Südtirol. Es gab auch Initiativen für ein Autonomiestatut des Cadore innerhalb der Region Venetien. Eine Ausdehnung der Finanzhoheit der italienischen Regionen mit Normalstatut (federalismo fiscale) und eine Sonderstellung des Cadore innerhalb Venetiens gelten als wahrscheinlichste Lösung.

Tal der Gelatieri[Bearbeiten]

Das Val di Cadore ist auch als „Tal der Gelatieri“ bekannt ist. Von hier stammt die Mehrheit der italienischen Eisdielen-Besitzer in Deutschland. Seit den 1920er Jahren wanderten sie nach Deutschland aus, um im Sommer Eis zu verkaufen und den Winter in ihrer Heimat zu verbringen.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Cadore zu einer recht wohlhabenden Gegend entwickelt, in der sich zahlreiche Industriebetriebe (darunter Brillenhersteller wie Luxottica) angesiedelt haben. Der Tourismus und der Wintersport spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Comunità montana Centro Cadore, Webseite der Bergschaft
  2. Referendum von 2008, in die Provinz Friuli-Venezia Giulia überzuwechseln
  3. war Teil des Cadore bis 1511, Referendum 2007, nach Südtirol überzuwechseln.
  4. Selva di Cadore, seinerzeit Selva Bellunese kam 1895 an das Agordo
  5. Das Tal der Gelatieri, Zeit.de, 1. April 2004