Sappada

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Sappada
Kein Wappen vorhanden.
Sappada (Italien)
Sappada
Staat: Italien
Region: Venetien
Provinz: Belluno (BL)
Lokale Bezeichnung: Plodn
Koordinaten: 46° 34′ N, 12° 41′ O46.56666666666712.6833333333331.250Koordinaten: 46° 34′ 0″ N, 12° 41′ 0″ O
Höhe: 1,25 m s.l.m.
Fläche: 62,73 km²
Einwohner: 1.306 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einw./km²
Stadtviertel Cima Sappada, Cretta, Puiche, Ecche, Soravia, Kratten, Fontana, Cottern, Mühlbach, Bach, Pill, Palù, Granvilla, Lerpa
Angrenzende Gemeinden Forni Avoltri (UD), Prato Carnico (UD), Santo Stefano di Cadore, Vigo di Cadore
Postleitzahl: 32047
Vorwahl: 0435
ISTAT-Nummer: 025052
Volksbezeichnung: Sappadini/Plodnar
Schutzpatron: Santa Margherita
Website: Gemeinde Sappada

Sappada (deutsch: Bladen oder Pladen,[2] Plodarisch/Sappadino:[3] Plodn) ist eine Gemeinde in Oberitalien, Provinz Belluno, Region Venetien und deutsche Sprachinsel mit 1306 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012).

Geographie[Bearbeiten]

Sappada liegt im Süden der Karnischen Alpen auf 1.200 m Höhe südlich des Monte Peralba (Hochweißstein). Das Gemeindegebiet umfasst 62 km². Sappada ist ein Dorf, das aus einer ca. fünf Kilometer langen Kette von Weilern besteht, die fast alle jeweils ihre eigene Kapelle und ihren Brunnen haben.

Der Name Plodn kann von dem deutschen Namen des Flusses Piave abgeleitet werden, der durch den Ort fließt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Mittelalter gehörte das Gebiet mit der Grafschaft Cadore zum freisingischen Hochstift Innichen (Südtirol). Damals bald nach 1000 n. Chr. wurde die Gegend von Deutschsprachigen aus dem nahen Pustertal, vor allem aus Villgraten, besiedelt. Ende des 11. Jahrhunderts konnte der Patriarch von Aquileja gegenüber dem Hochstift Freising die Landesherrschaft durchsetzen. Bladen wurde um 1269 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich als Bergwerkssiedlung (Eisengewinnung am Monte Ferro, Verhüttung im benachbarten Ort Forni Avoltri) gegründet, entwickelte sich Bladen aus den oben erwähnten Einzelweilern zur bäuerlichen Gemeinde. Mit der Eroberung des Patriarchats kam 1420 auch Bladen unter die Herrschaft der Republik Venedig. Mit dem Vertrag von Campo Formio 1786 kam es zu Österreich und 1866 mit Venetien an Italien. Damals wurde der heute amtliche Ortsname Sappada eingeführt.

Sprache und Brauchtum[Bearbeiten]

Sappada/Bladen ist eine von mehreren deutschen Sprachinseln in Italien.[4] Die sehr gut erhaltene mittelhochdeutsche Mundart wird noch heute vom größten Teil der Einwohner Sappadas als Alltagssprache verwendet und lässt ihre Hochpustertaler Herkunft erkennen, so dass sie sich von den anderen Sprachinseln (siehe unten) deutlich unterscheidet. Seit etwa 20 Jahren gibt es ein eigenes "Plodner Wörterbuch".

Zur Festigung der besonderen Traditionen unterhält Sappada enge Kontakte zu den anderen deutschen Sprachinseln in den Provinzen Trient (Lusern und Fersental), Verona (Dreizehn Gemeinden), Vicenza (Sieben Gemeinden), Udine (Tischlwang und Zahre) sowie den Walsersiedlungen in den Regionen Aosta und Piemont.

Sappada ist heute ein viel besuchter Fremdenverkehrsort im Sommer und Winter. Das hat zur Zuwanderung italienischer Arbeitskräfte geführt. In der jüngeren Generation war daher das „Plodnerische“ zeitweise im Rückgang begriffen. Neuerdings jedoch wird die Mundart in erster Linie von der Kirche und darüber hinaus von verschiedenen Kulturvereinen besonders gefördert. Auch die Region Venetien und die Provinz Belluno fördern – teilweise mit Unterstützung durch die EU – die alte Tradition, allerdings nur in sehr begrenztem Umfang.

Besonders interessant ist die alljährliche traditionelle Fastnacht mit der Zentralfigur "Der rollat", den drei Sonntagen (Bettlersonntag, Bauernsonntag und Herrensonntag) und der Volkstanzgruppe "Holzhockar". Auch die von der Osttiroler Herkunft zeugende Bauweise der Häuser unterscheidet sich signifikant vom italienischen Umland.

Literatur[Bearbeiten]

  • Maria Hornung: Wörterbuch der deutschen Sprachinselmundart von Pladen/Sappada in Karnien (Italien). Vorgelegt in der Sitzung am 5. März 1971. Mit Verwertung der Sammlungen von Pietro Sartor Schlossar und Illustrationen von Franz Kratochwil. Böhlau, Wien 1972
  • Maria Hornung: Pladner Wörterbuch (= Glossario Sappadino). Italienische Bearbeitung von Anna Gasser. Edition Praesens, Wien 1995 (Beiträge zur Sprachinselforschung 12)
  • G. Fontana: Addio Vecchia Sappada, Feltre 1966 (in italienischer Sprache)
  • Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich
  • Ans, kans, hunderttausnt. Berter saint et schtane. Frasario del “sappadino” von Cristina Kratter und Marcella Benedetti, Pieve di Cadore, Tipografia Tiziano, dicembre 2006, ill. (in italienischer und plodarischer Sprache)
  • Marcella Benedetti-Cristina Kratter: Plodar berterpuich, Associazione Plodar, Comune di Sappada Plodn 2010 (in plodarischer, deutscher und italienischer Sprache)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sappada – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Sprachinselverein:Die Schreibung Bladen ist irrig, sowohl etymologisch als auch der Aussprache nach
  3. Dizionario Sappadino-Italiano
  4. http://www.unive.it/media/allegato/download/Lingue/Materiale_didattico_Poletto/pubblicazioni/Von_OV_zu_VO_final_version.rtf