Carentan

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Carentan
Wappen von Carentan
Carentan (Frankreich)
Carentan
Region Basse-Normandie
Département Manche
Arrondissement Saint-Lô
Kanton Carentan
Gemeindeverband Carentan-en-Cotentin (CCCC).
Koordinaten 49° 18′ N, 1° 15′ W49.303333333333-1.24833333333338Koordinaten: 49° 18′ N, 1° 15′ W
Höhe 0–30 m
Fläche 15,66 km²
Einwohner 6.003 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 383 Einw./km²
Postleitzahl 50500
INSEE-Code
Website http://www.ville-carentan.fr

Rathaus

Carentan ist eine französische Stadt im Département Manche in der Region Basse-Normandie. Sie liegt zwischen Cherbourg und Saint-Lô und ist gleichzeitig der Hauptort des Kantons Carentan im Arrondissement Saint-Lô. Der Ort hat 6003 Einwohner (Stand 1. Januar 2011) auf einer Fläche von 15,66 km².

Lage[Bearbeiten]

Die Kleinstadt liegt inmitten ausgedehnter trockengelegter Sümpfe, die inzwischen als Weide- und Anbauflächen dienen. Die sind jedoch jeden Winter noch überflutet, wenn es genug regnet. Man sagt dann, dass die Sümpfe „weiß“ werden. Durchflossen werden sie von den Flüssen Taute und der Douve.

Die in der Normandie auch als Capitale des Marais (Sumpfhauptstadt) bezeichnete Stadt war im Mittelalter auf einem der wenigen trockenen Wege zur Halbinsel Cotentin platziert. Aus der Bucht von Les Veys (Baie des Veys) gelangt man auch mit dem Schiff über den künstlichen Kanal aus der Zeit Napoleons zum Hafen von Carentan.

Die Stadt liegt mitten im Regionalen Naturpark Marais du Cotentin et du Bessin.

Die Stadt wird von der Eisenbahnlinie Paris-Cherbourg angefahren. Sie wird auch von der vom Département Manche betriebenen Buslinie Manéo Nr. 1 angefahren (Buslinie Saint-Lô-Carentan-Valognes-Cherbourg) [1].

Geschichte[Bearbeiten]

Da Carentan innerhalb dieser Region eine strategische Schlüsselposition einnimmt, war es in der Geschichte in Kriegen stets umkämpft. In römischer Zeit nannte sich die Stadt Carentomagos. Im Englisch-Französischen Krieg wurde sie des Öfteren belagert und zerstört. Blanche de Castille ließ schließlich die Stadt befestigen. Diese Anlagen wurden jedoch 1853 wieder geschleift.

Carentan wurde international vor allem als Schauplatz eines Gefechtes im Zweiten Weltkrieg zwischen der Wehrmacht und den nachrückenden Fallschirmtruppen der Amerikaner (101. US-Luftlandedivision) bekannt. Auf deutscher Seite war das Fallschirmjägerregiment 6 (Kommandeur: Major Freiherr von der Heydte) und schließlich die 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ eingesetzt. Diese Schlacht um Carentan war Gegenstand mehrerer Spielfilme, Fernsehserien und Computerspiele.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche Notre-Dame: Eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert wurde 1443 zerstört und später im gotischen Stil wieder errichtet.
  • Das Rathaus (L’Hôtel de ville) stammt aus dem 17. Jahrhundert und diente im Laufe der Zeit auch als Kaserne und Schule.
  • Die mittelalterlichen Arkaden am Place de la République sind einmalig in der gesamten Normandie. Sie sind die Überreste eines überdachten mittelalterlichen Handelszentrums.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Eine Städtepartnerschaft besteht mit der deutschen Gemeinde Waldfischbach-Burgalben in Rheinland-Pfalz und mit der englischen Stadt Selby in Yorkshire. Auf der Grundlage des Deutsch-Französischen Vertrages von 1963 findet ein regelmäßiger Schüleraustausch zwischen den Gymnasien in Carentan und Kevelaer am Niederrhein (Nordrhein-Westfalen) statt. Die Schülerinnen und Schüler sind stets in Gastfamilien untergebracht, so lernen sie ihre Gasteltern besonders gut kennen und können ihre Fremdsprache im Alltag erproben.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karte von Manéo (französisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carentan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien