Catarina Ligendza

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Catarina Ligendza (* 18. Oktober 1937 in Stockholm) ist eine schwedische Opernsängerin.

Leben[Bearbeiten]

Catarina Ligendza ist die Tochter der Opernsängerin Brita Hertzberg und des Heldentenors Einar Beyron. Sie studierte zunächst an der Wiener Musikakademie, danach von 1959 bis 1963 bei Henriette Klink-Schneider am Bayerischen Staatskonservatorium für Musik in Würzburg und schließlich bei Josef Greindl an der Hochschule für Musik in Saarbrücken. Catarina Ligendza ist mit dem deutschen Oboisten und Dirigenten Peter Ligendza verheiratet, mit dem sie auch in gemeinsamen Konzerten und Rundfunkaufnahmen zusammenarbeitete.

Bühnenkarriere[Bearbeiten]

1963 debütierte Catarina Ligendza als Gräfin Almaviva in Mozarts Oper Le nozze di Figaro in Linz und ging 1964 nach Braunschweig.

1965 bis 1969 war sie im Opernensemble des Stadttheaters Saarbrücken (jetzt Saarländisches Staatstheater), wo sie u.a. die Elsa im Lohengrin, die Marschallin in Der Rosenkavalier, Desdemona in Othello, Arabella und alle Brünnhilden in Wagners Der Ring des Nibelungen sang.

1969 bis 1987 war sie Ensemblemitglied an der Deutschen Oper Berlin und an der Stuttgarter Staatsoper.

Dort sang sie Ariadne, Agathe, Chrysothemis, Elsa, Amelia in Ein Maskenball, Leonore in Fidelio, die Brünnhilden und Isolde, sowie die Iphigenie in Iphigenie auf Tauris von Christoph Willibald Gluck, in der Regie von Achim Freyer. Sie gastierte in Hamburg, München und an der Wiener Staatsoper und sang dort die Leonore in Fidelio, die Brünnhilden, Isolde, Ariadne, Lisa in Pique Dame und Elsa u.a. mit Placido Domingo als Lohengrin.

1970 und 1982 engagierte sie Herbert von Karajan zu den Salzburger Osterfestspielen, wo sie 3. Norn in Götterdämmerung und die Fidelio-Leonore, sang, sowie 1982 die Senta im Fliegenden Holländer.

1971 gastierte sie an der Met in New York als Leonore in Fidelio und in London am Royal Opera House Covent Garden als Senta im Fliegenden Holländer.

An der Mailänder Scala trat sie 1972 als Arabella und 1978 als Isolde in der Inszenierung von Wolfgang Wagner mit dem Dirigenten Carlos Kleiber auf.

Als Wagnersängerin profilierte sich Catarina Ligendza unter anderem bei den Bayreuther Festspielen, wo sie 1971 bis 1973 die Brünnhilden im Ring des Nibelungen unter dem Dirigenten Horst Stein, in der Inszenierung von Wolfgang Wagner sang.

1974 bis 1977 war sie bei den Bayreuther Festspielen die Isolde in August Everdings Inszenierung von Tristan und Isolde, unter der musikalischen Leitung von Carlos Kleiber.

1987 sang sie noch einmal in Bayreuth und rettete als Elsa die Premiere von Lohengrin in der Regie von Werner Herzog und sang dann die Isolde in der Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle, es dirigierte Daniel Barenboim.

1984 bis 1987 war sie an der Frankfurter Oper die Brünnhilde in der Ring-Inszenierung von Ruth Berghaus, mit dem Dirigenten Michael Gielen.

1987 sang sie in Yokohama und Tokyo die Brünnhilde in der japanischen Erstaufführung der Tetralogie Der Ring des Nibelungen, in der Regie von Götz Friedrich, mit dem Dirigenten Jesus Lopez-Cobos.

Für Catarina Ligendza ist das Ensembletheater eine Voraussetzung für die positive Entwicklung eines Opernsängers, deshalb war für sie die Arbeit im Ensemble der Deutschen Oper Berlin und der Staatsoper Stuttgart vorrangig gegenüber ausgedehnten Konzert- und Gastspielreisen.

Catarina Ligendza war eine Singschauspielerin, für sie war die schauspielerische Verkörperung einer Rolle ebenso wichtig, wie die gesangliche Darstellung. Opernaufnahmen im Studio empfand sie als unbefriedigend, weil das gesamte Bühnengeschehen fehlte, deshalb nahm sie so gut wie keine Opern auf Schallplatte auf. Zu den Ausnahmen zählt eine Aufnahme der Meistersinger von Nürnberg aus dem Jahre 1976, in der sie die Partie der Eva sang und die von Eugen Jochum geleitet wurde.

Sie wirkte jedoch in mehreren Opernfilmen mit: als Senta in der Verfilmung des Fliegenden Holländer mit dem Regisseur Václav Kašlík und mit Wolfgang Sawallisch als Dirigent. Als Elsa in einer Liveübertragung des Fernsehens von der Bayerischen Staatsoper, in der Lohengrin-Inszenierung von August Everding mit Ernst Fuchs als Bühnenbildner und dem Dirigenten Wolfgang Sawallisch. Als Agathe im Freischütz in einer Produktion der Stuttgarter Staatsoper, in der Regie von Achim Freyer und dem Dirigenten Dennis Russell Davies, sowie die Chrysothemis in Elektra in einer Produktion von Unitel in der Regie von Götz Friedrich, mit dem Dirigenten Karl Böhm.

Catarina Ligendza hat u.a. mit Dirigenten wie Carlos Kleiber, Herbert von Karajan, Daniel Barenboim, Lorin Maazel, Michael Gielen, Wolfgang Sawallisch, Otmar Suitner, Karl Böhm, Eugen Jochum und Horst Stein, sowie den Regisseuren Achim Freyer, Götz Friedrich, Herbert Wernicke, Ruth Berghaus, Jean-Pierre Ponnelle, Kurt Horres, Wolfgang Wagner, August Everding gearbeitet.

1988 entschloss sich Catarina Ligendza ihre Laufbahn als Opernsängerin auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zu beenden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Berliner Kammersängerin
  • Württembergische Kammersängerin
  • Ehrenmitglied der Stuttgarter Staatsoper
  • 1975 Berufung in die schwedische "Kungliga Akademin"[1]
  • 2004 Verleihung des Ordens "Litteris et Artibus" durch König Carl XVI. Gustaf.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon, K.G. Saur, München, 3. erweiterte Aufl. 1999, Bd. 3, ISBN 3-598-11419-2
  • Alain Pâris (Hg.), Rudolf Kimmig (Bearb.): Lexikon der Interpreten klassischer Musik im 20. Jahrhundert, Bärenreiter-Verlag, Kassel 1992, ISBN 3-7618-3291-5
  • Jens Malte Fischer: Große Stimmen, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-38984-X
  • Kirsten Liese: Wagnerheldinnen. Berühmte Isolden und Brünnhilden aus einem Jahrhundert., Edition Karo, Berlin 2013, ISBN 978-3-937881-62-1. Darin das Kapitel Catarina Ligendza, S. 85–90.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. lenamoen.com (schwedisch) abgerufen am 2. Januar 2012
  2. kungahuset.se (schwedisch) abgerufen am 2. Januar 2012

Weblinks[Bearbeiten]