Cecil Beaton

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Cecil Beaton während des Zweiten Weltkriegs in China

Sir Cecil Walter Hardy Beaton CBE (* 14. Januar 1904 in London; † 18. Januar 1980 in Broadchalke, England) war ein britischer Fotograf, Bühnenbildner und Grafiker.

Leben[Bearbeiten]

Beaton wurde 1904 in London als Cecil Walter Hardy Beaton in eine Kaufmannsfamilie geboren. Nach Abbruch einer vom Vater gewünschten Ausbildung versuchte er sich als freischaffender Porträtfotograf – mit Erfolg. In den 1930er Jahren war er in den Vereinigten Staaten für Vogue und Harper’s Bazaar tätig. Ab 1937 Hoffotograf der britischen Königsfamilie, 1972 schlug Königin Elisabeth II. ihn zum Ritter. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er für das britische Informationsministerium in Afrika und dem Fernen Osten. Nach dem Krieg betätigte sich Beaton mit viel Erfolg als Illustrator, Maler, Schriftsteller und Chronist und entwarf Bühnenbilder und Kostüme für Film (so My Fair Lady), Theater und Oper. 1980 verstarb er in Broadchalke in der Grafschaft Wiltshire.

Werk[Bearbeiten]

Königin Elisabeth II. und Prinz Philip im Krönungsornat. Foto von Cecil Beaton aus dem Jahr 1953

Als einer der bemerkenswertesten Fotografen des 20. Jahrhunderts ist Beaton berühmt für seine glamourösen Portraits von weltbekannten Gesichtern aus der Welt der Mode, der Literatur und des Films und seine mit viel dekorativem Aufwand in Szene gesetzten Modeaufnahmen. Er hat mit seiner Kamera ein halbes Jahrhundert belichtet, von den „Roaring Twenties“ bis zur Popkultur im „Swinging London“ der 1960er- und 1970er-Jahre.

Verstörend wirkt darin der Kriegsfotograf, der in England, Nah- und Fernost Szenen des Elends und der Zerstörung in surrealen Bildern festhielt. Vor allem seine Aufnahmen von den Zerstörungen in London prägten in den Vereinigten Staaten das Bild des „Blitz“, darunter eine Aufnahme der dreijährigen Eileen Dunne, die bei einem Angriff von einem Splitter getroffen worden war, und die Beaton mit ihrem Teddy in ihrem Krankenbett fotografierte.[1] Die Aufnahme erschien am 23. September 1940 als Titelbild des Life Magazin und wurde in der Folge für die Plakatkampagne verwendet, die für einen Kriegseintritt der Vereinigten Staaten warb.[2]

Kritiker werfen Beaton vor, er sei – bei aller handwerklichen Meisterschaft – weniger ein Neuerer gewesen als ein Dekorateur: auch wenn er während der Kriegsjahre eine Bombenwaise samt Notpuppe oder Mannequins zwischen Trümmern ins scheinbar sachliche Licht rückte, sei das nur der New Look eines radikal gewandelten Zeitgeistes, auf die dieser Glamour-Boy perfekt reagiert habe.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • L. Fritz Gruber (Hrsg.): Große Photographen unseres Jahrhunderts. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1964, S. 104 ff.
  • Terence Pepper (Hrsg.): Cecil Beaton. Porträts. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2005, ISBN 3-7757-1582-7.
  • Philip Garner, David Allan Mellor: The Essential Cecil Beaton. Photographie 1920–1970. Revised edition. Schirmer Mosel, München 2012, ISBN 978-3-8296-0609-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cecil Beaton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eileen Dunne in The Hospital for Sick Children, 1940
  2. Dietmar Süß: Tod aus der Luft. Kriegsgesellschaft und Luftkrieg in Deutschland und England. Siedler, München 2011, ISBN 978-3-88680-932-5, S. 99 (Zugleich: Jena, Universität, Habilitations-Schrift, 2010).