Mick Jagger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Mick Jagger 2008 bei der Premiere von Shine a Light auf der Berlinale
Mick Jaggers Sprechstimme, Interviewausschnitt von 2012

Sir Michael Philip Jagger, Kt (* 26. Juli 1943 in Dartford, Kent, England) ist ein britischer Musiker, Sänger und Songwriter. Berühmt geworden ist er als Frontmann der britischen Rockgruppe The Rolling Stones. Jagger spielt Mundharmonika, Gitarre und Klavier. Er wirkte auch als Schauspieler, Produzent und Komponist bei mehreren Filmen mit. Als Künstler verwendet er den Namen Mick Jagger.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Mick Jaggers Vater, Basil Fanshawe (‚Joe‘) Jagger (1913–2006), stammte aus Nordengland und war Sportlehrer. Seine Mutter Eva Ensley Mary Jagger (geborene Scutts, 1913–2000) kam als Teenager von Australien nach England und arbeitete gelegentlich als Avon-Beraterin. Jaggers vier Jahre jüngerer Bruder Chris ist ebenfalls Musiker.

The Rolling Stones[Bearbeiten]

Bei einem Auftritt der Rolling Stones in den 1970ern
Mit den Rolling Stones 2005 in Toronto

Bereits als Jugendlicher lernte Jagger Keith Richards kennen, der ebenfalls in Dartford aufgewachsen ist. 1961, in seiner Studienzeit an der London School of Economics and Political Science, trafen sich Jagger und Keith Richards zufällig wieder, als sie in Dartford auf den Zug warteten. Jagger hatte ein paar Schallplatten (Blues, Rock ’n’ Roll) dabei, und so unterhielten sie sich über Musik und verabredeten sich schließlich, um mit Freunden Blues und Rock ’n’ Roll zu spielen.

Vorzugsweise an den Wochenenden fuhren Mick und Keith nach London, um in den angesagten Clubs der Stadt Live-Musik zu hören. So trafen sie auf Alexis Korner, spielten von Zeit zu Zeit in seiner Band mit und lernten den aus Cheltenham stammenden Gitarristen Brian Jones kennen. Zusammen mit Brian Jones gründeten Mick und Keith The Rolling Stones. Die Band hatte im Juli 1962 ihren ersten Auftritt im Marquee Club in London.

Jagger als Sänger und Richards an der Rhythmusgitarre führten die Gruppe zu Weltruhm. Jaggers markante Stimme wurde zum Markenzeichen der Stones. Mick Jagger und Keith Richards komponierten zusammen hunderte Lieder, darunter Klassiker wie Tell Me, The Last Time, (I Can’t Get No) Satisfaction, Paint It, Black, Lady Jane, Under My Thumb, Out Of Time, Ruby Tuesday, Sympathy for the Devil, Jumpin’ Jack Flash, Street Fighting Man, Honky Tonk Women, Gimme Shelter, You Can’t Always Get What You Want, Brown Sugar, Wild Horses, Angie und Start Me Up.

Andere musikalische Projekte[Bearbeiten]

Sein erstes Soloalbum, She’s The Boss, das 1985 erschien, war so erfolgreich, dass Jagger weitere Soloaktivitäten plante. So trat er anlässlich des Live-Aid-Konzerts am 13. Juli 1985 mit Tina Turner in Philadelphia auf. Zusammen mit David Bowie veröffentlichte er Dancing in the Street. Die Single erreichte international Top-Positionen, das Video zum Lied fand viel Beachtung, und für das Live-Aid-Projekt gab es die Erlöse aus den Verkäufen.

Die Solokonzerte im März 1988 in Japan sowie im September und Oktober 1988 in Australien, bei denen auch sehr viele Stones-Klassiker zu hören waren, brachten Keith Richards derart in Rage, dass eine gemeinsame Zukunft der ‚Glimmer Twins‘ mit den Rolling Stones kaum mehr möglich schien.

Im Mai 2011 gründete Jagger seine neue Band SuperHeavy. Bandmitglieder sind neben Eurythmics-Gitarrist David A. Stewart die Solokünstler Joss Stone, A. R. Rahman sowie Damian Marley.

Aktivitäten im Filmgeschäft[Bearbeiten]

Neben der Musik war Jagger auch immer wieder im Filmgeschäft tätig. In Nicolas Roegs Kultthriller Performance hatte er an der Seite von Anita Pallenberg seine erste Hauptrolle. Aus dem Film-Soundtrack stammt ein Lied, das immer wieder aufgeführt wird, wenn es um Beispiele für Mick Jaggers Gesangsleistungen geht: Memo from Turner. Es folgte ein Film über den australischen Outlaw Ned Kelly. In der ersten, unvollendeten Fassung von Werner Herzogs Film Fitzcarraldo spielte Jagger die Nebenrolle des Wilbur.[1] Nach einer Unterbrechung der Dreharbeiten musste er jedoch wegen einer Tournee mit den Stones auf eine Fortführung der Arbeit verzichten. Da Herzog Jagger nicht durch einen anderen Schauspieler ersetzen wollte, strich er die Rolle aus dem späteren Film. Gute Kritiken erhielt der Science-Fiction-Film Freejack. Mick Jagger sang 1987 das Titellied Ruthless People des gleichnamigen Films. Er betätigte sich auch als Filmproduzent (Enigma) und -komponist (2004-Remake von Alfie). Für das Filmlied Old Habits Die Hard erhielt er 2005 den Golden Globe.

Image und Privatleben[Bearbeiten]

Bereits 1965 war Mick Jagger zum Vorbild einer Generation geworden. Die Londoner Times berichtete damals von drei englischen Jugendlichen zwischen 13 und 14 Jahren, deren Schulleiter ihnen wegen ihrer langen Haare Strafarbeiten auferlegte, die Teilnahme am Unterricht verbot und Prügel androhte. Nach drei Wochen weigerten sich die Schüler immer noch, ihre Haare schneiden zu lassen, und zwar so lange, „bis Mick Jagger, ein Mitglied der Rolling Stones, sich seine schneiden ließ.“[2]

Neben der Anerkennung für seine künstlerische Arbeit fand in der Boulevardpresse auch immer Jaggers Privatleben als skandalträchtiger Womanizer breite Beachtung. Seine Affären mit zahlreichen Frauen beschäftigten die Journalisten über Jahrzehnte. In den 1970er Jahren berichtete die Boulevardpresse darüber, dass sich Jagger angeblich für beide Geschlechter sexuell interessiere, was nie bestätigt wurde. Solche Mutmaßungen lassen sich auch auf Jaggers damalige Bühnenshow zurückführen. So trat er 1973 bevorzugt in paillettenbesetzten und tief ausgeschnittenen Einteilern auf. Und anlässlich der Black and Blue-Tournee 1976 trug er bunten Seidenfummel, hielt kokett einen Fächer in der Hand und bot eine durchaus als feminin zu bezeichnende Show (inklusive Hip-Bump mit Billy Preston). Seine Bekanntschaft mit Andy Warhol sowie die von verlassenen Frauen allzu gern der Öffentlichkeit präsentierten ‚Insider-Stories‘ über den weltbekannten Rockstar Mick Jagger taten ein Übriges.

Mick Jagger war zweimal verheiratet. Vor, während und nach seinen Ehen gab es unzählige Berichte über Affären. Mittlerweile hat Jagger sieben Kinder und vier Enkel. In erster Ehe war er von 1971 bis 1980 mit Bianca Pérez-Mora Macías verheiratet. Sie haben zusammen die Tochter Jade Jagger (* 1971). In zweiter Ehe war Jagger von 1990 bis 1999 mit Jerry Hall, mit der er schon seit 1977 zusammenlebte, verheiratet. Hall und Jagger haben vier gemeinsame Kinder: Elizabeth Scarlett Jagger (* 2. März 1984), James Leroy Augustin Jagger (* 28. August 1985), Georgia May Ayeesha Jagger (* 12. Januar 1992) und Gabriel Luke Beauregard Jagger (* 9. Dezember 1997). Mit Marsha Hunt, die Ende der 1960er Jahre als „Dionne“ Star im Rockmusical Hair war, hatte Jagger sein erstes Kind - Tochter Karis (* 4. November 1970). Jagger lernte Hunt 1969 während der Aufnahmen zu dem Titel Honky Tonk Women kennen. Mit Luciana Gimenez Morad hat Jagger einen weiteren Sohn, Lucas Maurice Morad (* 1999). Karis und Lucas tragen, obwohl nicht ehelich geboren, beide den Nachnamen ihres Vaters. Seit 2001 war Mick Jagger mit der US-amerikanischen Modedesignerin L’Wren Scott, die am 17. März 2014 nach Suizid [3] tot in ihrer New Yorker Wohnung aufgefunden wurde,[4] liiert.

1995 wurde Mick Jagger zum Ehrenpräsidenten der University of London ernannt; im selben Jahr wurde er Ehrenmitglied der London School of Economics and Political Science. Am 12. Dezember 2003 wurde er von Prinz Charles, in Vertretung für Königin Elisabeth II., für seine „Verdienste um die populäre Musik“ zum Ritter geschlagen; damit darf er den Titel Sir tragen.

Werkliste[Bearbeiten]

Werke der Rolling Stones[Bearbeiten]

Siehe Artikel The Rolling Stones/Diskografie

Soloalben[Bearbeiten]

  • 1985: She’s the Boss
  • 1987: Primitive Cool
  • 1993: Wandering Spirit
  • 2001: Goddess in the Doorway
  • 2007: The Very Best of Mick Jagger

Musikalische Zusammenarbeit mit anderen Künstlern[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

als Schauspieler
als Komponist
als Produzent

Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Liste der Singles und Alben von Mick Jagger als Musiker außerhalb der Rolling Stones mit ihren Chartplatzierungen. Zur Chartpositionierung von Werken der Rolling Stones siehe Artikel The Rolling Stones/Diskografie.

Singles[Bearbeiten]

Jahr Singles A CH D GB USA
1970 Memo From Turner 23 32
1985 Just Another Night 17 17 16 32 12
1985 Dancing in the Street (David Bowie feat. Mick Jagger) 6 9 6 1 7
1985 Lucky In Love 44 38
1985 Hard Woman 57
1986 Ruthless People 51
1987 Let’s Work 29 31 39
1987 Throwaway 67
1993 Sweet Thing 7 8 23 24 84
1993 Don’t Tear Me Up 77
1993 Out Of Focus 70
2001 God Gave Me Everything (Mick Jagger & Lenny Kravitz) 57 77 60
2002 Visions Of Paradise 77
2005 Old Habits Die Hard (Mick Jagger & David A. Stewart) 62
2008 Charmed Life 18

Alben[Bearbeiten]

Jahr Alben A CH D GB USA
1985 She’s The Boss 7 3 4 6 13
1987 Primitive Cool 15 14 8 26 41
1993 Wandering Spirit 2 2 3 12 11
2001 Goddess In The Doorway 3 8 2 44 39
2007 The very best of Mick Jagger 25 44 8 57 77

Die Positionierung des Albums SuperHeavy (2011) der gleichnamigen Musikgruppe, der Mick Jagger angehört, ist in dem Artikel zur Gruppe angegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marc Spitz: Mick Jagger. Rebell und Rockstar. Aus dem Englischen von Sonja Kerkhoffs. Hamburg: Edel Germany 2012, ISBN 978-3-8419-0122-4.
  • Philip Norman: Mick Jagger. Die Biographie. Aus dem Englischen. Droemer Knaur Verlag, München 2012, ISBN 978-3-426-27542-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mick Jagger – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWolfgang Stock: Mick Jagger ist Wilbur. 25. September 2010, abgerufen am 15. Juni 2012.
  2. The Times: No Lessons For Boys With Long Hair, 19. April 1965, S. 5. Der Schulleiter wehrte sich gegen Angriffe der Eltern mit den Worten, dies sei eine schulinterne Angelegenheit („This is an internal matter“)
  3. CBS New York: Autopsy Confirms Fashion Designer L’Wren Scott’s Death Was Suicide vom 18. März 2014
  4. Mick Jaggers Freundin ist tot. Meldung auf blick.ch vom 17. März 2014 (Zugriff: 17. März 2014)