Cesare Battisti (Terrorist)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cesare Battisti, 2009.

Cesare Battisti (* 18. Dezember 1954) ist ein ehemaliges Mitglied der Proletari Armati per il Comunismo (PAC), einer militanten linksradikalen Gruppe, welche während der „bleiernen Jahre“ in Italien eine gewaltsame Revolution unterstützte. Später war Battisti schriftstellerisch tätig und veröffentlichte 15 Bücher.

Nachdem er zu 12 Jahren Haft wegen Mitgliedschaft in einer bewaffneten Gruppe verurteilt worden war, floh Battisti nach Frankreich, wo ihn die Mitterrand-Doktrin schützte. In absentia wurde er wegen vier Morden zu lebenslanger Haft verurteilt. Als die Mitterrand-Doktrin 2002 de facto widerrufen wurde, floh Battisti vor einer Überstellung nach Brasilien.

Am 18. März 2007 verhafteten ihn brasilianische und französische Polizeikräfte in Rio de Janeiro. Der brasilianische Justiz-Minister Tarso Genro gewährte ihm jedoch den Status eines politischen Flüchtlings, was international gemischte Reaktionen hervorrief.[1][2][3][4][5][6] Am 5. Februar 2009 verabschiedete das Europäische Parlament eine Entschließung, welche die italienische Position stützt[7] und hielt eine Schweigeminute zum Gedenken an Battistis Opfer. Am 18. November 2009 erklärte das brasilianische Verfassungsgericht den Flüchtlingsstatus für illegal und erlaubte die Auslieferung, hielt jedoch ebenso fest, dass die brasilianische Verfassung dem Präsidenten die Macht gibt, die Auslieferung zu verweigern. Luiz Inácio Lula da Silva verkündete am 31. Dezember 2010, seinem letzten Tag im Amt, dass er der Auslieferung nicht zustimmt. Ein Antrag Battistis auf Haftentlassung wurde vom Obersten Gerichtshof am 6. Januar 2011 abgewiesen. Er beschloss jedoch am 8. Juni 2011 mit 6 zu 3 Stimmen die unverzügliche Freilassung Battistis. [8]

Werke[Bearbeiten]

  • Travestito da uomo (Frz.: Les habits d'ombre)
  • Nouvel an, nouvelle vie (1994)
  • L'ombre rouge (Italien.: L'orma rossa; 1995)
  • Buena onda (1996)
  • Copier coller (1997)
  • J'auri ta Pau (1997)
  • L'ultimo sparo (Frz: Dernières cartouches; 1998)
  • Naples (1999, Anthologie von Kurzgeschichten)
  • Jamais plus sans fusil (2000)
  • Terres brûlées (2000, editor)
  • Avenida Revolución (2001)
  • Le Cargo sentimental (2003)
  • Vittoria (2003)
  • L'eau du diamant (2006)
  • Ma cavale (2006)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Economist.com, The madness of asylum
  2. Le Journal du Dimanche. 14/01/2008. Battisti: Brésil, terre d'asile.
  3. Centro de Mídia Independente, 14. Januar 2009: Cesare Battisti conquista condição de refugiado político
  4. Última Instância, revista jurídica. 21.012009. A Itália dos anos de chumbo e a questão do asilo político a Cesare Battisti
  5. Folha de São Paulo, 14/01/2009. Comissão de Direitos Humanos diz que refúgio a Battisti segue a Constituição
  6. Última Instância, revista jurídica. 21.012009. Ministério da Justiça recebe abaixo-assinado apoiando refúgio a Battisti
  7. http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P6-TA-2009-0056+0+DOC+XML+V0//DE
  8. Battisti: Doppio no Brasiliano a Estradizione, gia' libero La Repubblica 24ore vom 9. Juni 2011, abgerufen am 9. Juni 2011