Christmas-Faktor

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Faktor IXa
Vorhandene Strukturdaten: 1cfh, 1cfi, 1edm, 1ixa, 1j34, 1j35, 1mgx, 1nl0, 1rfn
Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 380 = 145+235 Aminosäuren
Sekundär- bis Quartärstruktur Heterodimer
Kofaktor Ca2+, Phospholipide, Faktor VIIIa
Präkursor Faktor IX
Bezeichner
Gen-Namen F9 ; FIX; GLA domain; HEMB; MGC129641; MGC129642; PTC
Externe IDs
Arzneistoffangaben
ATC-Code B02BD04
DrugBank DB00100
Wirkstoffklasse Antihämorrhagika
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 3.4.21.22Serinprotease
MEROPS S01.214
Substrat Arg-+-Ile in Faktor X
Produkte Faktor Xa
Vorkommen
Homologie-Familie Serinprotease
Übergeordnetes Taxon Euteleostomi

Der Christmas-Faktor (auch Antihämophiles Globulin B oder Faktor IX) ist ein Gerinnungsfaktor der Blutgerinnung mit Enzymfunktion (Serinproteinase). Die Synthese des Christmas-Faktors findet in der Leber statt und bedarf Vitamin K. Das Protein hat eine molare Masse von etwa 68 kDa und gehört zur Gruppe der β-Globuline.

Genetik[Bearbeiten]

Das Gen, das den Christmas-Faktor kodiert, liegt beim Menschen auf dem X-Chromosom, Genlocus q27.1–27.2.

Funktion[Bearbeiten]

Der Christmas-Faktor wird durch den Faktor XIa (Plasma Thromboplastin Antecedent) und/oder Faktor VIIa (Proconvertin) aktiviert. Im aktivierten Zustand aktiviert der Christmas-Faktor wiederum durch Hydrolyse den Faktor X (Stuart-Prower-Faktor).

Als Coenzym benötigt der Christmas-Faktor Calcium, Phospholipide und Faktor VIII (antihämophiles Globulin A).

Erkrankungen[Bearbeiten]

Ein angeborener Mangel des Christmas-Faktors liegt bei einer Bluterkrankheit (Hämophilie B) vor. Erworbene Mangelzustände treten bei Vitamin-K-Mangel oder dem Vorhandensein von Autoantikörpern gegen den Christmas-Faktor (z. B. Lupus erythematodes) auf.

Der Christmas-Faktor kann in Form von Faktorenkonzentraten als Infusion substituiert werden. Diese enthalten den Faktor in gereinigter und konzentrierter Form, der durch Plasmafraktionierung aus Blutplasma gewonnen wird. Die Bestimmung der Christmas-Faktor-Aktivität kann diagnostisch Aufschluss über das Vorliegen eines Mangelzustandes geben.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Christmas-Faktor wurde nach Stephen Christmas benannt, dem fünfjährigen Patienten, an dem 1952 erstmals die Hämophilie B und ihr Vererbungsmuster beschrieben wurden. Dass die Veröffentlichung im British Medical Journal ausgerechnet in der Weihnachtsausgabe vom 27. Dezember erschien, war wohl mehr Zufall und jedenfalls nicht entscheidend für die Namensgebung.

Quellen[Bearbeiten]

  • Giangrande PL. Six characters in search of an author: the history of the nomenclature of coagulation factors. Br J Haematol 2003;121:703-12. PMID 12780784.
  • Biggs RA, Douglas AS, MacFarlane RG, Dacie JV, Pittney WR, Merskey C, O'Brien JR. Christmas disease: a condition previously mistaken for haemophilia. Br Med J 1952;2:1378-1382. PMID 12997790.

Weblinks[Bearbeiten]