Ciguatera

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Klassifikation nach ICD-10
T61 Toxische Wirkung schädlicher Substanzen, die mit essbaren Meerestieren aufgenommen wurden
T61.0 Ciguatera-Fischvergiftung
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Ciguatera ist die häufigste Art von Fischvergiftung, die saisonal und unerwartet in tropischen Meeresgebieten zwischen 35° nördlicher und 35° südlicher Breite auftritt und durch den Genuss von sonst ungiftigen Speisefischen hervorgerufen wird. Weite Teile der Karibik müssen sich deshalb heutzutage mit tiefgefrorenem Fisch aus Australien und Neuseeland versorgen. Der Name leitet sich von dem spanischen Namen cigua für die Schnecke ab, die man zunächst irrtümlich dafür verantwortlich hielt.

Verantwortlich sind das Cigua- und Maitotoxin, die zu den stärksten Giftstoffen zählen, die bekannt sind. Ihre Strukturen sind noch nicht vollständig geklärt, vermutlich handelt es sich um Derivate von Okaidinsäure oder Brevetoxin B. Sie entstammen Dinoflagellaten – bestimmten Geißeltierchen wie Gambierdiscus toxicus – die auf Algen und Tang des Korallenriffs epiphytisch leben. Sie wirken auf Ionenkanäle der Zellen (u. a. verantwortlich für die Weiterleitung von elektrischen Signalen im Nervensystem). Ciguatoxin wirkt auf die spannungsabhängigen Natriumkanäle, während Maitotoxin auf die Calciumkanäle wirkt. Da sie über die Nahrungskette aufgenommen werden, gehören zu den betroffenen Fischarten v. a. Raubfische wie Barrakudas, Zackenbarsche und Muränen, seltener aber auch korallenpolypenfressende Papageifische und Pflanzenfresser.

Die hitzebeständigen Gifte schaden den Fischen nicht, die Letalität bei Menschen, die an Ciguatera erkranken, liegt bei unter 1 %.

[Bearbeiten] Symptome

Nach 1–24 Stunden (meist fünf bis sechs Stunden) entwickeln sich Hautausschläge, Taubheitsgefühl in Lippen- und Mundschleimhaut, Diarrhöe, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die Beschwerden, teilweise mit charakteristischen neurologischen Symptomen, wie die Umkehr des Kalt-Warm-Empfindens, können oft über Wochen anhalten.

[Bearbeiten] Therapie

Nach der Rehydrierung des Patienten wird eine Mannitol-Infusion verabreicht.

[Bearbeiten] Literatur

Gesundheitshinweis
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