Couiza

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Couiza (Coisan)
Wappen von Couiza
Couiza (Frankreich)
Couiza
Region Languedoc-Roussillon
Département Aude
Arrondissement Limoux
Kanton Couiza
Gemeindeverband Communauté de communes du Pays de Couiza.
Koordinaten 42° 56′ N, 2° 15′ O42.9413888888892.2527777777778225Koordinaten: 42° 56′ N, 2° 15′ O
Höhe 218–563 m
Fläche 6,77 km²
Einwohner 1.156 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 171 Einw./km²
Postleitzahl 11190
INSEE-Code

Couiza – Burg der Herzöge von Joyeuse

Couiza (okzitanisch: Coisan) ist eine südfranzösische Gemeinde mit 1156 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Aude in der Region Languedoc-Roussillon.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt in einer Höhe von etwa 225 Metern ü. d. M. am Fluss Aude etwa 40 Kilometer (Fahrtstrecke) südlich von Carcassonne bzw. etwa 16 Kilometer südlich von Limoux. Die Burg Arques befindet sich etwa elf Kilometer östlich; die Ortschaft Rennes-le-Château liegt etwa fünf Kilometer südlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 1.297 1.314 1.259 1.287 1.194 1.244

Bereits im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung von etwa 600 auf über 1.000 an. Den Höchststand mit 1.356 Einwohnern erreichte der Ort im Jahre 1931.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Umgebung des Ortes ist immer noch geprägt von der Land- und Forstwirtschaft, wobei die Viehwirtschaft (Rinder und Schafe) den Großteil der Agrarproduktion ausmacht. Auch Weinbau wird betrieben: Couiza hat Anteil am Weinbaugebiet Languedoc und ist eine von rund 40 Gemeinden, die ihre weißen Schaumweine unter der Herkunftsbezeichnung Crémant de Limoux, Blanquette de Limoux AOC oder Blanquette méthode ancestrale AOC vermarkten dürfen. Im Ort selbst überwiegen Kleinhandel sowie und kleinere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Außerdem gibt es im Ort eine Pralinenmanufaktur. Im ausgehenden 20. Jahrhundert ist der Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor hinzugekommen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die nachweisbare Geschichte von Couiza (im Mittelalter auch Couzanum, Coinsanum, Couissan, Couyzan, Couisan, Couvizan, Couyza oder Couizan geschrieben) reicht bis in römische Zeiten zurück. Das 7. und 8. Jahrhundert sahen die Endphase der Christianisierung des Gebiets, wobei die Abtei Sainte-Marie de Lagrasse eine wichtige Rolle spielte. Wie aus einer Urkunde zu entnehmen ist, bestand im 9. Jahrhundert ein von Lagrasse abhängiges Priorat in Couizanum.

Im Mittelalter, wahrscheinlich in der Zeit des Albigenserkreuzzugs (1209–1229), wurde Couiza zu einem wehrhaften Dorf (castrum) ausgebaut. In der Mitte des 13. Jahrhunderts kam der Ort in den Besitz des im Château d’Arques residierenden Pierre de Voisins, eines ehemaligen Kampfgefährten von Simon de Montfort, 5. Earl of Leicester.

Im 16. Jahrhundert spielte die Familie Joyeuse eine wichtige Rolle im Languedoc und in der Auseinandersetzung mit den Protestanten (vgl. Hugenottenkriege). Jean de Joyeuse ließ ab 1513 das Schloss von Couiza erbauen und heiratete wenig später (1518) Françoise, die letzte Erbin des Hauses Voisins – einer ihrer Söhne war Guillaume de Joyeuse (1520–1592), vier ihrer Enkel trugen nacheinander den Titel eines 'Herzogs von Joyeuse' (vgl. Liste der Herzöge von Joyeuse).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Château de Couiza (Detail)
  • Das Stammschloss der Familie Joyeuse ist – auch wenn es zu einem Hotel bzw. Restaurant umgebaut worden ist – die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Couiza. Der vierflügelige, nach allen Seiten geschlossene Bau mit mittelalterlich anmutenden Rundtürmen in den Ecken steht in einer gepflegten Parkanlage. Die zwischen den Ecktürmen befindlichen Wohntrakte (corps de logis) sind doppelgeschossig und haben die typischen, mit Fensterkreuz versehenen, Rechteckfenster der Renaissance. Das Schloss ist seit 1913 bzw. seit 1944 als Monument historique[1] anerkannt.
  • Die dreischiffige und rippengewölbte Église Saint-Jean-Baptiste ist die Pfarrkirche des Ortes; sie stammt wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert, wurde aber im 19. Jahrhundert tiefgreifend renoviert − alle Steine wurden abgetragen und später wieder vermauert; anschließend wurde das Kircheninnere im Geschmack der Zeit ausgemalt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Debant: Le Château de Couiza. In: Congrès archéologique de France, 131e session, 1973, Pays de l’Aude. Société française d’archéologie, Paris 1973, S. 160–168.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Couiza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Château, Couiza in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)