David Gulpilil

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David Gulpilil im August 2007

David Gulpilil Rigjimiraril Dalaithngu (* 1. Juli 1953 in Maningrida, Arnhemland, Nordterritorium) ist ein australischer Schauspieler und Tänzer.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

David Gulpilil ist ein Aborigine vom Stamm der Yolngu. Schon als kleiner Junge war er ein vollendeter Jäger, Spurenleser und Zeremonientänzer. Seine Kindheit verbrachte er im Busch, abgeschirmt vor dem Einfluss der weißen Zivilisation. Später besuchte er die Missionsschule von Maningrida im Nordosten von Arnhemland, wo er Englisch erlernte. 1970 hatte er seinen ersten Auftritt neben Hauptdarstellerin Jenny Agutter in dem international erfolgreichen Film Walkabout des britischen Regisseurs Nicolas Roeg. In der Folge war Gulpilil in einer Vielzahl von Filmen und Fernsehproduktionen zu sehen. Kommerziell erfolgreich war 1976 Storm Boy mit ihm in der Hauptrolle.

Gulpilil ist in Australien auch als Traditionstänzer der Aborigine bekannt. Er organisierte Tänzergruppen und Musiker und trat auf Festivals quer durch Australien auf, einschließlich des Prestigeträchtigen Darwin Australia Day Eisteddfod dance competition, das er viermal gewann. Sein erzählerisches Talent schlug sich im Verfassen zweier Bände von Kindergeschichten über den Glauben der Yolngu nieder, die mit Fotografien und Malereien australischer Künstler bebildert sind. Sein letzter künstlerischer Erfolg war im März 2004 die Teilnahme in einer autobiografischen Bühnenproduktion beim Adelaide Festival of Arts.

Schlagzeilen machte David Gulpilil 2006, als es zwischen Vaughan Williams und ihm in Darwin zu einem Zwischenfall kam. Gulpilil fühlte sich bedroht und zückte eine Machete. Die Anklage wegen Tragen einer Offensivwaffe entschied 2007 das Gericht mit einem Freispruch, da die Machete ein Bestandteil kultureller Art sei. 2007 hatte Gulpilil Probleme wegen häuslicher Gewalt gegenüber seiner Ehefrau.

Gulpilil betätigte sich auch politisch, indem er für die Rückgabe von Land an die Stämme eintrat. Außerdem prangerte er die Stolen Generation an. Mischlingskinder wurden von den Behörden ihren Aborigineelternteilen gewaltsam entrissen und kamen in weit weg von der Heimat gelegene Missionsschulen oder wurden an adoptionswillige weiße Ehepaare vermittelt.

2006 trat Gulpilil in dem Film 10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen (Ten Canoes) von Regisseur Rolf de Heer auf, der im gleichen Jahr den Spezialpreis der Jury beim Cannes Film Festival gewann. Seinen letzten international beachteten Auftritt hatte David Gulpilil 2008 in dem von Regisseur Baz Luhrmann inszenierten australischen Filmepos Australia neben Nicole Kidman und Hugh Jackman in den Hauptrollen.

David Gulpilil war bis 2003 in erster Ehe mit Robin Djungini verheiratet. Seit 2004 ist er mit Miriam Ashley verheiratet. Sein Sohn Jamie Gulpilil ist ebenfalls schauspielerisch tätig. Gegenwärtig lebt er in Winnellit im Nordterritorium.

Im September 2011 wurde David Gulpilil, nach einem tätlichen Angriff auf seine Frau zu einer Haftstrafe verurteilt. Ein Gericht in Darwin entschied, der 58-Jährige müsse ein Jahr in Haft und eine Entziehungskur absolvieren. Gulpilil hatte im Dezember in betrunkenem Zustand seine Frau Miriam Ashley mit einem Besenstiel geschlagen und ihr dabei den Arm gebrochen. Er war bereits mehrfach wegen häuslicher Gewalt und Verkehrsdelikten unter Alkoholeinfluss verurteilt worden. (AFP)

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Filme
Fernsehen
  • 1972-73: Boney
  • 1974: Homicide
  • 1976: Rush
  • 1977: The Outsiders
  • 1980: The Timeless Land
  • 1980: Young Ramsay
  • 1989: Naked Under Capricorn

Weblinks[Bearbeiten]