Dazed and Confused

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Dieser Artikel behandelt den Song. Für den im Originaltitel gleichnamigen Film siehe Confusion – Sommer der Ausgeflippten.

Dazed and Confused ist ein von Jake Holmes geschriebener und aufgeführter Song. Er wurde populär durch das Cover von The Yardbirds und die Überarbeitung durch Led Zeppelin, die ein eigenes Copyright auf den Song halten.[1]

Original von Jake Holmes[Bearbeiten]

Dazed and Confused
Jake Holmes
Veröffentlichung 1967
Länge 3:50
Genre(s) Folk-Rock, Psychedelic Rock, Psychedelic Folk
Autor(en) Jake Holmes
Label Tower
Album "The Above Ground Sound" of Jake Holmes
Coverversionen
1967 The Yardbirds
1969 Led Zeppelin

Singer-Songwriter Jake Holmes schrieb "Dazed and Confused" für sein Debütsoloalbum "The Above Ground Sound" of Jake Holmes, veröffentlicht im Juni 1967. Wie auch die anderen Titel des Albums, enthält der Song kein Schlagzeug. Er wurde komplett mit Holmes an Gitarre, Keyboard und Gesang, Ted Irwin an der Gitarre und Rick Randle am Bass aufgenommen.[2][3] Der Song wurde fehlerhaft als Erzählung über einen schlimmen LSD-Trip bezeichnet. Holmes selbst hat bestätigt, das dies nicht der Fall ist. 2001 sagte er in einem Interview über "Dazed and Confused":

„I never took acid. I smoked grass and tripped on it, but I never took acid. I was afraid to take it. The song's about a girl who hasn't decided whether she wants to stay with me or not. It's pretty much one of those love songs.“

„Ich habe niemals LSD genommen. Ich rauchte Gras und hatte davon Trips, aber ich nahm niemals LSD. Ich hatte Angst davor es zu nehmen. Der Song ist über ein Mädchen, das sich nicht entschieden hatte, ob sie bei mir bleiben will oder nicht. Es ist wohl eines von diesen Liebesliedern.“

Jake Holmes[2]

Im August 1967 spielte Holmes als Vorband für die Yardbirds bei einem Auftritt im Greenwich Village in New York.[4] Holmes sagte später über diesen Tag:

„That was the infamous moment of my life when Dazed and Confused fell into the loving arms and hands of Jimmy Page.“

„Das war der berühmt-berüchtigte Moment in meinem Leben, als "Dazed and Confused" in die liebvollen Arme und Hände von Jimmy Page gefallen ist.“

Jake Holmes[2]

Als "Dazed and Confused" auf dem Led Zepplin-Album von 1969 erschien, war Holmes sich dessen bewusst, verfolgte es aber nicht weiter. Erst in den frühen 80er sendete er einen Brief an den Gitarristen von Led Zeppelin, Jimmy Page, in dem er auf seine Autorenschaft bestand und um eine Entlohnung bat, erhielt aber keine Antwort.[2]

Im Juni 2010 reichte Holmes am United States District Court eine Klage wegen Copyright-Verletzung ein und benannte Jimmy Page als Mitangeklagten.[5] Er erklärte, dass er "Dazed and Confused" zwei Jahre vor der Veröffentlichung auf Led Zeppelins Debütalbum geschrieben und aufgenommen hatte. Vor Gericht führte Holmes Dokumente an, die seine Copyright-Eintragung von 1967 und deren Erneuerung 1995 für "Dazed and Confused" bestätigten.[4] Die Klage wurde im Januar 2012 abgewiesen. [6]

Version der Yardbirds[Bearbeiten]

Am 25. August 1967 trat Jake Holmes als Vorband für die britische Rockband The Yardbirds im Village Theater in Greenwich Village auf.[4] Laut Jim McCarty von den The Yardbirds, gingen sie am nächsten Tag zu einem Plattenladen um Holmes' Album zu kaufen und entschieden "Dazed and Confused" zu covern. Sie arbeiteten zusammen daran, wobei Page das Gitarrenriff in der Mitte beisteuerte und Keith Relf geringfügige Änderungen des Textes vornahm.[4][2] Ihre Version enthielt eine lange instrumentale Passage, in der Jimmy Page die Gitarre mit einem Bogen spielte. Page erklärte, dass er die Idee einen Violinbogen für seine Gitarre zu benutzen von einem Violinisten namens David McCallum während seiner Session-Tage erhalten hatte. [7] Zu dieser Zeit hatte der Song einen kleinen orientalischen Einfluss, wie man es bei manchen Auftritten im französischen Fernsehen hören kann.

"Dazed and Confused" wurde schnell zu einem Kernstück der Yardbirds Live-Auftritte im letzten Jahr ihres Bestehens. Der Song wurde niemals offiziell von der Band aufgenommen, allerdings existiert eine Live-Version vom 30. März 1968. Diese ist Bestandteil des Albums Live Yardbirds: Featuring Jimmy Page unter dem Titel "I'm Confused". Bemerkenswerterweise ist es der einzige Titel auf dem Album, zu dem bei Veröffentlichung kein Hinweis auf den Autor gegeben wird. Eine andere Live-Version des Songs, wurde in der französischen TV-Serie "Bouton Rouge" am 9. März 1968 aufgenommen und ist auf der CD Cumular Limit von 2000. Dort wird als Autor "by Jake Holmes arr. Yardbirds." (dt. "von Jake Holmes, arrangiert von den Yardbirds") angegeben.

Version von Led Zeppelin[Bearbeiten]

Dazed and Confused
Led Zeppelin
Veröffentlichung 12. Januar 1969
Länge 6:26
Genre(s) Bluesrock, Psychedelic Rock, Hard Rock[8]
Autor(en) Jimmy Page
Label Atlantic
Album Led Zeppelin

Als sich die Yardbirds 1968 auflösten, plante Page den Song noch mal aufzunehmen, dieses mal mit Led Zeppelin. Laut dem Bassisten John Paul Jones war das erste Mal, als er diesen Song hörte, beim ersten Treffen der Band in der Gerrard Street in London im Jahr 1968. Led Zeppelin nahm ihre Version im Oktober 1968 in den Olympic Studios in London auf und er wurde Teil ihres Debütalbums Led Zeppelin.

Als Autor der Version von Led Zeppelin wurde nicht Holmes angegeben. Page verwendete den Titel, verfasste einen neuen Text und modifizierte die Melodie. Das Arrangement des Songs blieb allerdings ausgesprochen ähnlich zur Version der Yardbirds vom vorherigen Jahr.[3][9] [10] Infolge der Klage Holmes' wird auf dem 2012 erschienenen Live-Album Celebration Day Holmes als Inspiration genannt.

Bei Led Zeppelin beginnt das Stück mit einem Bass-Intro, zu dem Jimmy Page „psychedelische“ Obertöne erzeugt. In der Strophe wird der Song von bleiernen Blues-Riffs getragen, wozu Sänger Robert Plant mit seiner energiegeladenen Stimme eine klagende Melodie herausschreit. Charakteristisch ist Pages Verwendung eines Geigenbogens für das Spiel auf der Gitarre. Das Stück lässt sich dem Blues-Genre zuordnen; es wird jedoch mit einer verzerrten Gitarre und einem dominanten Schlagzeug gespielt und hat ein teilweise sehr hohes Tempo, kann also als einer der ersten Hardrock-, wenn nicht sogar Heavy-Metal-Songs betrachtet werden.

Led Zeppelins Liveauftritte[Bearbeiten]

Jimmy Page hält seinen Bogen bei einem Auftritt in Chicago, 1975, in die Höhe.

"Dazed and Confused" wurde von Led Zeppelin weitgehend bekannt gemacht und wird stark mit ihnen identifiziert. Es wurde das Kernstück der Led-Zeppelin-Konzerte, zumindest bis zur Veröffentlichung von "Whole Lotta Love" auf ihrem zweiten Album. Bei Live-Auftritten wurde es, den schnelleren Mittelteil ausgenommen, in einem langsamen Gesamttempo gespielt und die Länge allmählich als eine mehrteilige improvisierte Jamsession ausgedehnt (bis zu 45 Minuten 1975). Obwohl der Song anfangs in einer der Studioversion ähnlichen Weise gespielt wurde, wurden einige erwähnenswerte Unterschiede allmählich während den Live-Auftritten entwickelt. Im Juni 1969 hörte die restliche Band in dem Teil, in dem Page seine Gitarre mit einem Bogen spielt, komplett auf, wodurch er eine sehr lange frei geformte Improvisation spielen konnte, doch bis Januar 1970 war die Hauptstruktur dieses Teils ausgeformt. 1972 wurde ein anderer improvisierter Teil zwischen die Strophe und diesen Teil eingefügt. Der schnelle Teil wurde ausgedehnt um Wechsel in der Lautstärke zu ermöglichen, genauso wie den Grundrhythmus zu wechseln. Nach der letzten Strophe gab es am Schluss des Songs einen kurzen Jam.

Mit der Zeit floß in den Improvisationsteil immer mehr Material ein. 1972 enthielt der Song Riffs von den Led Zeppelin Songs "The Crunge" und "Walter's Walk", wie auf dem Live-Album How the West Was Won zu hören ist. 1973 erhielt der Song eine ausgedehnte Passage vor dem Bogensolo, welche eine Melodie enthielt, die im 1976 erschienenen Song "Achilles Last Stand" verwendet wurde. Plant sang in diesem Teil Texte von Scott McKenzies "San Francisco" oder Joni Mitchells "Woodstock". Von Oktober 1969 bis zur letzten Aufführung im Mai 1975 bei den Earl's Court Shows, enthielten die Soloteile "Mars, der Kriegsbringer" von Gustav Holsts Suite Die Planeten.

In seiner Veröffentlichung Led Zeppelin Live: An Illustrated Exploration of Underground Tapes teilte Luis Rey 1997 die Struktur des Songs, wie sie 1975 war, in zwölf Teile, um seine allmähliche Entwicklung bei den Live-Aufführungen zu demonstrieren:

Teil 1: Bass-Intro und Wah-Wah-Einwürfe
Teil 2: gesungene Hauptmelodie
Teil 3: schnelle instrumentale und 'orientalische' Riffs
Teil 4: "San Francisco/Achilles Last Stand" oder "Woodstock"
Teil 5: Violinbogenpassage mit Echos von der Gitarre; Einwürfe von Plants 'instrumentaler Stimme'; Gustav Holsts "Mars, der Kriegsbringer" und Rückkehr der Rhythmusgruppe
Teil 6: schnelles Gitarrensolo und 'Battle' mit Plant
Teil 7: Solo in langsameren Tempo und funkige Stimmung
Teil 8: harte Breaks und Call-and-Response Teil
Teil 9: schnelleres Solo mit Crescendos und gelegentlich Tempoänderung
Teil 10: Neues Arrangement von "Mars, der Kriegsbringer" (langsame und schnelle Version) und finale Ekstase
Teil 11: Rückkehr zum Hauptmotiv
Teil 12: Coda. Abschließender instrumentaler und vokaler 'Battle' mit synkopierten Rhythmen, Schlagzeugsolo und endgültiger Explosion.[11]

Eine Live-Version von "Dazed and Confused" wurde Teil des 1976 erschienen Konzertfilms The Song Remains the Same (und dem zugehörigem Soundtrack) als Teil von Pages Fantasiesequenz. Andere Live-Aufnahmen sind auf den Veröffentlichungen Led Zeppelin BBC Sessions (mit zwei verschiedenen Versionen), How the West Was Won und der Led Zeppelin DVD enthalten.

"Dazed and Confused" wurde auf jeder Led Zeppelin Konzerttour bis einschließlich ihren Earl's Court Shows 1975 aufgeführt.[12] Er wurde dann aus ihrer Live-Setlist genommen. Allerdings führte Page Teile des Bogensolos während Solos 1977 und 1979 auf (als Einleitungen von "Achilles Last Stand" und "In the Evening"). Der Song wurde während des Led Zeppelin Reunion Konzertes in der O2 Arena in London am 10. Dezember 2007 aufgeführt. Diese Version ist einen Ganzton tiefer.

Kultureller Einfluss[Bearbeiten]

Der Song ist Teil der "The Rock and Roll Hall of Fame's 500 Songs that Shaped Rock and Roll".

Der Song wurde ebenfalls als Basis für den Titel des 1993 erschienenen Films Confusion – Sommer der Ausgeflippten, welcher die Leben von verschiedenen amerikanischen Jugendlichen in den letzten Tagen ihrer High School 1976 beinhaltet. Der Song ist aber nicht Teil der Filmmusik. Der Regisseur Richard Linklater bat die Mitglieder von Led Zeppelin einige ihrer Songs in dem Film zu nutzen, obwohl Page zustimmte, lehnte Robert Plant ab.

Der Song ist Teil der Episode "Air Guitar" der Dramaserie Shabatot VeHagim von 2003. [13] In der Fernsehserie The Simpsons trägt eine Episode von Itchy & Scratchy (1993: "Wir vom Trickfilm") den Titel "Dazed and Contused", eine offensichtliche Anspielung auf den Song. Ebenfalls als Wortspiel ("abraised and contused") wurde er in der Episode "Bart hat zwei Mütter" von 2006 benutzt, wo Ned Flanders sich selbst als Ned Zeppelin bezeichnet. 2012 eröffnete der Song die letzte Episode der 5. Staffel von Californication, in der der Hauptcharakter Hank Moody träumt, er sei in der Hölle.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichung Land Auszeichnung Jahr Rang
Rock and Roll Hall of Fame USA "The Rock and Roll Hall of Fame's 500 Songs that Shaped Rock and Roll"[14] 1994 *
Pause & Play USA "Time Capsule Inductions - Songs"[15] 1998 *
NME Großbritannien "117 Songs to soundtrack your summer"[16] 2003 *
Toby Creswell Australien "1001 Songs: the Great Songs of All Time"[17] 2005 *
Pitchfork Media USA "The 200 Greatest Songs of the 1960s"[18] 2006 11
Q Großbritannien "The 20 Greatest Guitar Tracks"[19] 2007 2
Q Großbritannien "21 Albums That Changed Music - Key Track"[20] 2007 6

(*) bezeichnet unsortierte Listen.

Besetzung[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dave Lewis: The Complete Guide to the Music of Led Zeppelin. Omnibus Press, 2004, ISBN 0-7119-3528-9
  • Chris Welch: Led Zeppelin: Dazed and Confused: The Stories Behind Every Song. Carlton, 1998, ISBN 1-56025-818-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Susan Fast: In the Houses of the Holy : Led Zeppelin and the Power of Rock Music. Oxford University Press, 2001, ISBN 978-0-19-514723-0
  2. a b c d e Interview mit Jake Holmes. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  3. a b Albumbesprechung. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  4. a b c d Zeitungsartikel im Guardian. Von Sean Micheals. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  5. Zeitungsbericht über die Klage. New York Post. Abgerufen am 30. Januar 2014.
  6. [1]. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  7. Chris Welch: Led Zeppelin: Dazed and Confused: The Stories Behind Every Song. Carlton, 1998, ISBN 1-56025-818-7
  8. Albumbesprechung. allmusic.com. Abgerufen am 30. Januar 2014.
  9. Will Hodgkinson: Song Man: A Melodic Adventure, Or, My Single-Minded Approach to Songwriting. Da Capo Press, 2008, ISBN 0-306-81581-8, S. 129.
  10. Scott Schinder: Icons of Rock. Greenwood Publishing Group, 2008, S. 385.
  11. Luis Rey: Led Zeppelin Live: An Illustrated Exploration of Underground Tapes. Ontario: The Hot Wacks Press, 1997, S. 235.
  12. *Dave Lewis: The Complete Guide to the Music of Led Zeppelin. Omnibus Press, 1994, ISBN 0-7119-3528-9.
  13. Shabatot VeHagims "Air Guitar". Abgerufen am 30. Januar 2014.
  14. Besten Listen auf archive.org. Abgerufen 30. Januar 2014.
  15. [2]. Abgerufen am 30. Januar 2014.
  16. [3]. Abgerufen am 30. Januar 2014.
  17. Toby Creswell: 1001 Songs: the Great Songs of All Time. Prahran: Hardie Grant Books, 2005, ISBN 978-1-74066-458-5, S. 745.
  18. [4]. Abgerufen am 30. Januar 2014.
  19. [5]. Abgerufen am 30. Januar 2014.
  20. [6]. Abgerufen am 30. Januar 2014.