Designpreis der Bundesrepublik Deutschland
Der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland (DBD) - oft 'Deutscher Designpreis' genannt - ist seit 2002 die höchste von der Bundesrepublik vergebene Auszeichnung für hervorragende Gestaltung in Deutschland. Sie ist Nachfolgerin des Designpreises Gute Form von 1969 bis 2001. Nicht zu verwechseln mit dem privatwirtschaftlichen Designpreis German Design Award.
Der DBD wird vergeben durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Die Preisverleihung erfolgt jährlich im Februar.
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Modalitäten [Bearbeiten]
Teilnehmer werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie oder den jeweils zuständigen Landesministerien für diesen nominiert — und zwar nur, wenn sie bereits vorher einen anderen nationalen oder internationalen Designpreis gewonnen haben. Deshalb wird die Auszeichnung auch »der Preis der Preise« genannt. Man kann sich nicht selbst um den Preis bewerben.
Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige und sachverständige Jury aus zehn Mitgliedern. Sie setzt sich zusammen aus Vertretern von Industrie, Hochschule, Gestaltung und Medien. Sie wird für die Dauer von vier Jahren vom Bundesminister für Wirtschaft und Technologie berufen.[1]
Wie viele andere Designpreise bringt auch dieser für die Teilnehmer kein Preisgeld mit sich; er ist im Gegenteil kostenpflichtig. Der Preis stand deswegen in der Fachöffentlichkeit in der Kritik,[2] ausgelöst durch einen offenen Brief der nominierten Designerin Juli Gudehus.[3]
Die Ausrichtung des Preises erfolgte bis zum Jahre 2011 durch den Rat für Formgebung und wurde im Rahmen einer Neuausschreibung 2012 erstmals durch den Veranstalter DMY Berlin übernommen. Der Rat für Formgebung schreibt seither einen eigenen Designpreis aus, der kurzzeitig den Namen „Designpreis Deutschland“ trug und dann in German Design Award umbenannt wurde.[4]
Mit der Übertragung der Ausrichtung des Designpreis der Bundesrepublik Deutschland an den Veranstalter DMY Berlin ändern sich die Zahlungsmodaliäten: Unternehmen oder Gestalter zahlen wie bisher eine Teilnahmegebühr; sie brauchen aber keine „Gewinnergebühr“ mehr bezahlen. Der Nachwuchs muss zwar eine Teilnahmegebühr entrichten, dafür ist der Nachwuchspreis seit 2012 mit 8.000 € dotiert.
Preisträger [Bearbeiten]
- 2012 (Auswahl Gold)
- Wolfgang Joop für sein Lebenswerk
- Johannes Bergerhausen und Siri Poarangan (Gold) für die Publikation »decodeunicode — Die Schriftzeichen der Welt«, Schmidt, Mainz
- The Electric Hotel (Gold)
- Frackenpohl Poulheim, Heimatplanet (Gold): The Cave
- 2011 (Auswahl)
- Erik Spiekermann für sein Lebenswerk [5]
- Runge GmbH & Co. KG (Silber) für Theatrum, eine neuartige Jugendsitzbank für den öffentlichen Außenraum (ohne klassische Sitzfläche) vom Runge Design Team
- 2010 (Auswahl)[6]
- Bulthaup (Gold) für bulthaup b2 kitchen
- Joachim Sautr (Gold) für die Kinetische Skulptur der BMW Group
- Nils Frederking (Silber) für den Klapptisch F2, produziert von Ligne Roset
- Ehrenpreis 2010 für Ingo Maurer als »Gestalter-Persönlichkeit«
- Erstmals wurde 2010 auch ein dotierter Nachwuchsdesignpreis vergeben. Gewinnerin ist die Berliner Textildesignerin Elisa Strozyk.[7]
- 2009 (Auswahl)[8]
- IDEO (Gold) für den Strom-Sparzähler von Yello Strom
- IDEO (Silber) für den MY_WAY Drucker von Olivetti
- BUDDE INDUSTRIE DESIGN GmbH (Silber) für den Feldhäcksler JAGUAR von Claas KGaA
- Ehrenpreis 2009 für Richard Sapper als »Gestalter-Persönlichkeit«
- 2008 (Auswahl)[9]
- BMW Group für BMW G650 Xcountry von BMW Group Design
- Daimler Immobilien GmbH für das Mercedes-Benz Museum Stuttgart von hg merz architekten museumsgestalter stuttgart berlin
- ERCO Leuchten GmbH für den Grasshopper von Werksdesign/Inhouse: Alois Dworschak & Henk Kosche
- Mammut Sports Group AG für den Kletterkarabiner «Bionic» von Nose Design, Christian Harbeke
- Robert Bosch Hausgeräte GmbH für HBN 77 P750 von Werksdesign/Inhouse: Roland Vetter
- WMF AG für Nomos von Metz & Kindler Produktdesign[10]
- Ehrenpreis 2008 für Dr. Manfred Lamy als »Gestalter-Persönlichkeit«[11]
- 2007 (Auswahl)
- Loewe AG für den LCD-Fernseher Individual 32, Phoenix Design
- Die Deutsche Bahn für die neue Hausschrift DB Type, die von Erik Spiekermann und Christian Schwartz gestaltet wurde.
- 2006 (Auswahl)
- Porsche 911 Carrera C2/C2S
- Rowenta M-Edition
- Schlagbohrmaschine D 25203K/D 25304K von Black & Decker GmbH
- 2002
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Liste der aktuellen Juroren, zuletzt abgerufen am 11. Februar 2009
- ↑ Artikel zum Preis in der Süddeutschen Zeitung (vom 6. Juli 2006), zuletzt abgerufen am 11. Februar 2009
- ↑ Offener Brief Gudehus
- ↑ Neustart für Designpreis Deutschland (dasauge aktuell)
- ↑ Deutschlandradio Kultur - Thema - Mein Lieblingsbuchstabe ist das kleine a
- ↑ Designpreis 2010: Die Gewinner
- ↑ Designpreis 2010: Nachwuchspreis
- ↑ Designpreis 2009: Die Gewinner
- ↑ Designpreis 2008: Die Gewinner
- ↑ Homepage von Metz & Kindeler
- ↑ Artikel zum Ehrenpreis im Fontblog