Dezentrale Stromerzeugung

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Dezentralen Stromerzeugung nahe einer Wohnsiedlung

Bei einer dezentralen Stromerzeugung wird elektrische Energie verbrauchernah erzeugt, z. B. innerhalb oder in der Nähe von Wohngebieten und Industrieanlagen mittels Kleinkraftwerken. Die Leistungsfähigkeit der Stromerzeugungsanlagen ist in der Regel nur auf die Deckung des Energiebedarfs der unmittelbar angeschlossenen Stromverbraucher ausgelegt. Überschüssige Energie wird gegebenenfalls in ein Stromnetz eingespeist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeines

Das Biomasseheizkraftwerk Baden erzeugt den Strombedarf und Wärmebedarf von 10.000 Haushalten und kann damit die Haushalte von Baden autark versorgen [1]

Ein Vorteil der dezentralen Stromerzeugung ist die weitestgehende Vermeidung der Leitungsverluste auf den Übertragungswegen. Dem stehen der Nachteil des tendenziell kleineres Stromerzeugungs-Wirkungsgrades bei Kleinkraftwerken in Relation zu Großkraftwerken gegenüber, dies trifft jedoch nicht bei der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme zu, wo der Gesamtwirkungsgrad wesentlich höher ist.

Erneuerbare Energien wie Holz haben eine etwa halb so hohe Energiedichte wie Öl, sind in der Regel räumlich gut verteilt und zumeist im Vergleich zu Erdgas und Öl auf relativ kurzen Transportwegen nutzbar, so dass die Nutzung von Sonne, Wind und Biomasse für die dezentrale Stromerzeugung prädestiniert sind. Biomassekraftwerke werden z.B. am Ort des Primärenergieträgers Biomasse gebaut und vermeiden hohe Transportkosten durch Begrenzung des Einzugsradius. Bei Blockheizkraftwerken kann die Abwärme in Form von Fernwärme genutzt werden.

Kleine Anlagen, wie sie in dezentralen Anordnungen zum Einsatz kommen, führen in der Regel zu höheren spezifischen Investitionssummen. So erreicht die dezentrale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien in den deutschen Städten und Gemeinden jährlich annähernd 6,8 Milliarden Euro. [2]

Kleine Anlagen haben beispielsweise bei einer Kraft-Wärme-Kopplung geringere elektrische Wirkungsgrade. Der Wirkungsgrad bezeichnet den frei verfügbaren Anteil elektrischer Energie und der gegebenenfalls frei verfügbaren Wärmeenergie im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie. Wird die Anlage ohne Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) betrieben, geht der andere Teil der eingesetzten Primärenergie wegen der erzeugten Entropie unwiederbringlich verloren. Mit KWK liegt der Gesamtwirkungsgrad der Anlage in der Regel oberhalb des Wirkungsgrades von zentralen Großkraftwerken, bei denen die entstehende Abwärme oft gar nicht genutzt wird. Bei Blockheizkraftwerken ist damit aufgrund des hohen Nutzungsgrades, bei dem die Primärenergie sowohl in elektrische Energie als auch in Nutzwärme umgewandelt wird, die Effizienz üblicherweise deutlich größer als bei Großanlagen, die keine Kraft-Wärmekopplung haben. So ging z.B. der VDE bereits 2007 davon aus, dass sich durch den Ausbau der dezentralen Energieversorgung die Effizienz von Kraftwerken um 10% steigern lässt, womit Primärenergie eingespart wird, sich die Abhängigkeit von Energierohstoffimporten verringert und die CO2-Emissionen gesenkt werden können.[3]

Um eine hohe Versorgungssicherheit zu gewährleisten werden dezentrale Kleinst-Kraftwerke, wie z. B. Blockheizkraftwerke, zentral gesteuert. In einem so gebildeten virtuellen Kraftwerk könnten unterschiedliche Stromerzeuger kombiniert werden. Dadurch kann eine hohe Redundanz sowie Ausfall- und Versorgungssicherheit realisiert werden.

[Bearbeiten] Weitere Aspekte

  • Inselnetze, d. h. die Zusammenschaltung kleiner, weniger Stromerzeuger und -verbraucher an abgelegenen Orten, die nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind, fallen naturgemäß unter die Definition der dezentralen Stromerzeugung.
  • Beispiel aus dem Bereich erneuerbarer Erzeugung: Biomasseheizkraftwerk Mödling

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Siegfried Heier: Windkraftanlagen, Systemauslegung, Netzintegration und Regelung. 4. Auflage. B.G. Teubner, Stuttgart 2005, ISBN 3-519-36171-X.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Andreas Oberhammer, Systemoptimierung eines Biomasse-Heizkraftwerkes auf den regionalen Energiebedarf einer Kommune - Praxisbeispiel, 2006
  2. Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien, Dezentraler Ausbau Erneuerbarer Energien bringt Wertschöpfung in Milliardenhöhe für Städte und Gemeinden Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, 22. September 2010; Abgerufen: 14. März 2011
  3. VDE-Studie: Dezentrale Energieversorgung 2020 . Pressemitteilung des VDE. Abgerufen am 27. Januar 2012.
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