Desertec

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Desertec Foundation und Dii GmbH
DESERTEC Foundation large 300dpi.jpg Dii.jpg
Gründung 20. Januar 2009 / 30. Oktober 2009
Ursprung TREC-Netzwerk, 2003-2009
Personen

Gerhard Knies, Erfinder von Desertec
Andreas Huber, Vorstand der Desertec Foundation
Ignacio Campino Vorstand der Desertec Foundation
Paul van Son, CEO der Dii GmbH

Aktionsraum Europa, Naher Osten, Nord-Afrika, Ost-Asien[1]
Schwerpunkt „Klimaschutz, Energiesicherheit und Entwicklung gewährleisten, indem die energiereichsten Standorte der Welt genutzt werden, um nachhaltigen Strom aus erneuerbaren Energien zu produzieren.“[2]
Website Desertec Foundation
Dii GmbH

Desertec (Eigenschreibweise: DESERTEC) ist ein Konzept zur Erzeugung von Ökostrom an energiereichen Standorten der Welt und dessen Übertragung zu Verbrauchsregionen mittels Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Sonnenreiche Wüsten stehen im Fokus, wenngleich andere erneuerbare Energien, z.B. Windstrom, auch denkbar wären.[2]

Das Konzept wurde von der Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC) entwickelt, einem internationalen Netzwerk von Politikern, Wissenschaftlern und Ökonomen, das 2003 vom Club of Rome und dem Jordanischen Energieforschungszentrum gegründet wurde. Die Desertec Foundation ging aus diesem Netzwerk hervor und ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich weltweit für die Umsetzung des Desertec-Konzepts einsetzt. 2009 gründete die Desertec Foundation zusammen mit Unternehmen aus dem Industrie- und Finanzsektor die Dii GmbH, eine Industrieinitiative, die sich für die Realisierung von Desertec in der EU-MENA-Region (Europe, Middle East, North Africa – Europa, Naher Osten und Nordafrika) einsetzt.[3]

Wissenschaftliche Studien zu Desertec wurden zwischen 2004–2007 vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführt. Im Szenario der Studien wird bis 2050 durch die Nutzung von Wind und Wüstensonne die Meerwasserentsalzung für die MENA-Region ermöglicht, rund zwei Drittel des steigenden regionalen Energiebedarfs gedeckt und genug Energie für den Export zur Verfügung gestellt, um etwa 17 % des prognostizierten EU-Strombedarfs zu decken. Die Studien ergaben, dass diese Ziele – bei Zugrundelegung bestimmter Annahmen z.B. hinsichtlich Preisen und Nachfrage – technisch und wirtschaftlich realisierbar sind und ökonomische und/oder ökologische Vorteile für alle Partner bieten.[4] Die Dii GmbH veröffentlichte im Juni 2012 eine weitere Studie unter dem Titel „Desert Power 2050“.

Ab etwa 2020Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren soll ein Teil der produzierten elektrischen Energie nach Europa geliefert werden, der überwiegende Teil soll in afrikanischen Staaten genutzt werden. Eine Verkürzung auf „Strom für Europa“, wie gerade in Deutschland häufig der Fall, sei laut DII-Geschäftsführer Paul van Son falsch.[5]

Am 27. Juni 2013 berichtet die Süddeutsche Zeitung, in der Planungsgesellschaft DII stehe die Zukunft des gesamten Projekts in Frage; die Verhandlungen mit dem Transitland Spanien seien schwierig und der zusätzliche Strom würde in Europa möglicherweise gar nicht benötigt.[6] Einige Gründungsmitglieder sind inzwischen aus dem Projekt ausgestiegen oder haben ihren Ausstieg angekündigt. Am 30. Juni wurde bekannt, dass die Desertec-Foundation die Mitgliedschaft bei der DII gekündigt hat. Die Stiftung hält die Namensrechte am Wüstenstromkonzept.[7]

Organisationen und Handlungsfelder[Bearbeiten]

TREC[Bearbeiten]

Theoretischer Platzbedarf für Solarkollektoren, um in solarthermischen Kraftwerken den Strombedarf der Welt (also rund 17 % des gesamten Weltenergiebedarfs), Europas (EU-25) bzw. Deutschlands zu erzeugen. (Daten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), 2005)

Das Desertec-Konzept wurde von der Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC) entwickelt, die 2003 auf Initiative des Club of Rome, des Hamburger Klimaschutz-Fonds und des Jordanischen Nationalen Energieforschungszentrum (NERC) gegründet wurde. Den Kern von TREC bildete ein internationales Netzwerk aus Politikern, Wissenschaftlern und Ökonomen. Der Physiker Gerhard Knies und Prinz Hassan ibn Talal von Jordanien, der damalige Präsident des Club of Rome, waren die treibenden Kräfte hinter der Gründung und dem Aufbau des Netzwerks. Die grundlegenden wissenschaftlichen Studien zu Desertec wurden von TREC in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführt, unter Leitung des DLR-Forschers Franz Trieb.[3]

Desertec Foundation[Bearbeiten]

Die Desertec Foundation ging am 20. Januar 2009 aus dem TREC-Netzwerk hervor. Die gemeinnützige Stiftung wurde mit dem Ziel gegründet, die Umsetzung des Desertec-Konzeptes global voranzutreiben. Stiftungsgründer sind die Deutsche Gesellschaft Club of Rome e. V., Mitglieder von TREC sowie private Förderer und langjährige Unterstützer der Desertec-Idee.[3] Sie ist in Berlin als Stiftung registriert und teilt sich das Büro zusammen mit dem Club of Rome Deutschland. Die Desertec Foundation hat zwei Vorstände: Andreas Huber, aktiv in verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen, und Ignacio Campino, ein chilenischer Ökologe und früherer Vorstandsbeauftragter für Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei der Deutsche Telekom AG.[8]

Gemeinsam mit regionalen Länder-Koordinatoren arbeitet die Situftung an der weltweiten Umsetzung von Desertec durch mehrere Maßnahmen:[9]

  • Förderung von Wissenstransfer und wissenschaftlicher Kooperationen
  • Desertec University Network: Im Jahr 2010 initiierte die Desertec Foundation das Desertec University Network als wissenschaftliche und akademische Kooperationsplattform. Ziel dieses Netzwerks ist es, Forschung und Lehre in den Wüstenländern durch Desertec-relevante Inhalte zu bereichern. Gründungsmitglieder sind die Desertec Foundation und 18 Universitäten sowie Forschungseinrichtungen aus der MENA-Region. Weitere Universitäten aus Europa und MENA sind inzwischen beigetreten.[10]
  • RE Generation MENA ist ein Projekt für Studenten in Ägypten und Tunesien, das seit 2011 vom deutschen Auswärtigen Amt gefördert wird. Ziel ist es, das Desertec-Konzept und seine positiven Auswirkungen bekannt zu machen und ein besseres Verständnis für die Vorteile und Fördermaßnahmen für erneuerbare Energien zu schaffen.[10]
  • Desertec Knowledge Platform: Im Jahr 2012 startet die Wissensplattform, um den internationalen Wissensaustausch und die Zusammenarbeit der Desertec-Community zu vereinfachen. Dieses Projekt wird gefördert von der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und ist frei zugänglich.[11]
  • Pflege von Austausch und Kooperation mit der Wirtschaft
  • Industrieinitiative Dii GmbH: Im Jahr 2009 gründete die Desertec Foundation zusammen mit Partnern aus der Industrie- und Finanzwelt die Industrieinitiative Dii GmbH, um die Umsetzung von Desertec in der Mittelmeerregion voranzutreiben.


  • Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen
  • Regionale Länderkoordinatoren: Das Ziel des Netzwerks lokaler Ehrenamtlicher ist, Kontakte und Beziehungen zu NGOs, wissenschaftlichen Institutionen und Unternehmen im jeweiligen Land aufzubauen, um das Desertec-Konzept weiter zu verbreiten. Koordinatoren gibt es in Ägypten, Belgien, China, Frankreich, Gambia, Japan, Mexiko, Österreich, Saudi-Arabien, der Schweiz, Tunesien und dem Vereinigten Königreich.[12]
  • Kooperation mit JREF in Asien: Im März 2012, ein Jahr nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima, unterzeichneten die Desertec Foundation und die Japan Renewable Energy Foundation (JREF) eine Kooperationsvereinbarung. Sie wollen Know-how austauschen und ihre Anstrengungen zur Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen und einer transnationalen Zusammenarbeit in Ostasien bündeln. Ziel ist es, möglichst bald eine sichere und nachhaltige Alternative zur fossilen und nuklearen Stromerzeugung zu schaffen. JREF setzt sich unter anderem für die Asia Super Grid Initiative ein, die eine Vollversorgung Asiens mit erneuerbaren Energien ermöglichen soll. Die Desertec Foundation sieht dies als einen wichtigen Schritt zur Umsetzung von Desertec in Ostasien und hat eine Machbarkeitsstudie über mögliche Leitungskorridore durchgeführt, die es ermöglichen sollen, das Potenzial der Wüstensonne in der Region zu erschließen.[13]
  • Evaluierung und Initiierung von Projekten, die als Vorbild dienen sollen
Die Desertec Foundation hat 2011 begonnen, Projekte zu evaluieren und ein erstes Pilotprojekt identifiziert, das ihre Desertec-Kriterien erfüllt. TuNur ist ein 2-Gigawatt-CSP-Projekt in Tunesien, welches sich derzeit in der Planungsphase befindet und im Jahr 2016 den ersten Strom liefern soll. Es spart durch Luftkühlung 90 % Wasser und soll bis zu 20.000 direkte und indirekte Jobs schaffen können.[14]. Die der Evaluierung zugrunde liegenden Kriterien werden kontinuierlich im Dialog mit der Zivilgesellschaft in Nordafrika weiterentwickelt. Das Projekt DESERTEC Dialogue wird gefördert vom Auswärtigen Amt.
  • Verbreitung von Informationen über Desertec
Die Desertec Foundation informiert Zivilgesellschaft und Politiker über Desertec durch die Presse, ihre Website, Newsletter und Social Media, Filme über Desertec und die Energiewende,[15] Flyer,[16] Artikel und Bücher wie den Desertec Atlas,[17] internationale Vorträge, politische Arbeit mit Ministerien, Arabischer Liga, der Europäischen Union und der aktiven Teilnahme an internationalen Klimaschutzkonferenzen.[18]

Dii GmbH[Bearbeiten]

Die Desertec Foundation unterzeichnete am 13. Juli 2009 zusammen mit der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re) und elf anderen Firmen eine Vereinbarung (Memorandum of Understanding) zur Durchführung von Desertec in der Mittelmeerregion und im Nahen Osten. Am 30. Oktober 2009 wurde die Dii GmbH (Desertec Industrial Initiative) von folgenden Partnern aus Europa und Nordafrika gegründet:[19]

Desertec Foundation Munich Re
Schott Solar Abengoa Solar
M+W Group Flagsol
Deutsche Bank HSH Nordbank
ABB Group Cevital
RWE E.ON

Zum Geschäftsführer wurde der damals 56-jährige holländische Energiemanager Paul van Son berufen. Seit Januar 2012 ist Aglaia Wieland die zweite Geschäftsführerin der Dii. Inzwischen (Oktober 2012) hat die Dii GmbH 21 Gesellschafter und 36 assoziierte Partner aus insgesamt 15 Ländern des EU-MENA-Raumes.

Die ursprünglich am Projekt beteiligten Firmen Siemens, Bosch Rexroth und HSH Nordbank sind inzwischen wieder ausgeschieden. Das Gründungsmitglied E.ON sowie Bilfinger gab bekannt, sich bis Ende des Jahres 2014 aus dem Projekt zurückziehen zu wollen. [20][21]

Wie die Desertec Foundation wird die Dii keine eigenen Kraftwerke bauen. Vielmehr arbeitet sie an der Umsetzung von vier Hauptzielen:[16]

  1. Entwicklung eines langfristigen Umsetzungsplans für den Zeitraum bis 2050 inkl. Investitions- und Finanzierungsempfehlungen
  2. Entwicklung geeigneter Rahmenbedingungen, um Investitionen in Kraftwerke und Leitungsnetze zu ermöglichen
  3. Entstehung früher Referenzprojekte zur Demonstration der Machbarkeit
  4. Vertiefende Studien zu einzelnen Themenbereichen

Bei Gründung wurde angekündigt, in enge Beziehungen mit dem unter französischer Führung geschaffenen Mittelmeer-Solarplan (MSP) zu treten.[22][23] Der „Mittelmeer-Solarplan“ (MSP, englisch „Mediterranean Solar Plan“, französisch „Plan Solaire Méditerranéen“, PSM), ist ein im Rahmen der Union für das Mittelmeer (UfM, „Union for the Mediterranean“, französisch „Union pour la Méditerranée“) entstandenes Vorhaben zur Schaffung eines Projekts zur Nutzung von Sonnenenergie. Beim Gipfeltreffen unter französischer und ägyptischer Führung wurde am 13. Juli 2008 von 43 Staaten der Union für das Mittelmeer ein entsprechendes Übereinkommen unterzeichnet. Die Dii GmbH unterhält inzwischen Beziehungen zu zahlreichen Institutionen in Politik und Wirtschaft, vor allem zum französischen Konsortium „MedGrid“,[24] mit dem sie am 24. November 2011 in Brüssel eine Kooperationserklärung unterzeichnete. Darin vereinbaren die zwei Organisationen, enger zu kooperieren, Informationen auszutauschen, Synergien zu nutzen und sich gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen zum Ausbau erneuerbarer Energien in Nordafrika einzusetzen.[25]

Details zum Konzept[Bearbeiten]

Energiesituation[Bearbeiten]

Nach allgemeiner Auffassung werden Ölpreis und Gaspreis (und wegen der Substituierbarkeit wohl auch der Kohlepreis) weiterhin steigen.[26] Dazu tragen auch die schwindenden Vorkommen bei (siehe auch Globales Ölfördermaximum). Es sind zwar noch relativ große Vorräte an Kohle vorhanden, jedoch wird bei der Energieerzeugung aus Kohle eine große Menge an Schadstoffen sowie an Kohlendioxid freigesetzt, das als Hauptverursacher der Klimaveränderungen gilt.[27] Ob und wann eine völlige Abtrennung und Speicherung der CO2-Produktion dabei möglich ist, ist nicht absehbar – die unterirdische Verpressung ist stark umstritten. Eine deutliche Reduzierung des weltweiten fossilen Energieverbrauchs ist nicht abzusehen. Dazu tragen ein anhaltendes Wirtschaftswachstum in Staaten wie China oder Indien sowie das Zunehmen der Weltbevölkerung bei. Ein sparsamerer Umgang mit Energie (Energieeffizienz) kann das Problem der Ressourcen-Erschöpfung verzögern, aber nicht grundlegend lösen (vgl. Jevons-Paradoxon).[28]

Eine nachhaltige Lösung dieser Energie- und Umweltprobleme bietet die Umstellung auf erneuerbare Energien. Für Europa gilt dabei: Der Kontinent hat zwar große Potenziale für Wasserkraft, Geothermie, Biomasse sowie Wind- und Solarenergie, doch ihre Nutzung ist im dicht besiedelten Europa in vielerlei Hinsicht eingeschränkt. Würden Europa und der Nahe Osten bzw. Nord-Afrika (EU-MENA) ihre Ressourcen an erneuerbaren Energien gemeinsam nutzen, würde das die EU-MENA-Region in eine weitaus bessere Lage bringen, einen Wechsel zu einer sauberen und sicheren Energieversorgung schnell und wirtschaftlich vollziehen zu können.[29][30] In der MENA-Region selbst ist darüber hinaus bis 2050 mit einem stark steigenden Energie- und Wasserverbrauch zu rechnen. Studien gehen davon aus, dass der Stromverbrauch in Nordafrika und dem Mittleren Osten bis 2050 auf ca. 3000 TWh/a ansteigen wird, und somit eine vergleichbare Größenordnung wie in Europa erreicht. Zugleich wird die energieaufwändige Meerwasserentsalzung aufgrund des Bedarfs an Trinkwasser zunehmen, sodass sich Solarthermiekraftwerke als emissionsfreier Lieferant von Energie zur thermischen Wasserentsalzung anbieten.[31]

Konzept[Bearbeiten]

Skizze einer möglichen Infrastruktur für eine nachhaltige Versorgung von Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika (EU-MENA)

Das Desertec-Konzept sieht vor, an den geeignetsten Standorten der Welt Ökostrom zu erzeugen und diesen durch Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) zu den Verbrauchszentren zu leiten. Alle Arten der erneuerbaren Energien werden einbezogen, jedoch spielen sonnenreiche Wüsten eine besondere Rolle.[1]

Die erste Fokusregion zur Umsetzung dieses Konzepts ist die MENA-Region. Hier soll mithilfe von solarthermischen Kraftwerken, eventuell auch Photovoltaik und Windparks die Stromerzeugung und dann auch Wasserentsalzung vorangetrieben werden. Der saubere Strom soll zunächst einen wesentlichen Teil des Eigenbedarfes der MENA-Länder decken und darüber hinaus ab 2020Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren mittels Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) mit geringen Übertragungsverlusten[29][30][32] bis nach Europa geleitet werden, um dort bis 2050 etwa 15 % des Strombedarfes zu decken.[33] Die Einspeisung von Wüstenstrom in das europäische Stromnetz soll als ergänzende Maßnahme zur Nutzung europäischer erneuerbarer Energieressourcen dienen, um die Reduzierung von CO2-Emissionen zu beschleunigen und um die europäische Energiesicherheit zu erhöhen. Für die Menschen im Nahen Osten und in Nordafrika (MENA) soll dies Arbeitsplätze, Einkommen, CO2-freie Meerwasserentsalzung und eine Verbesserung der Infrastruktur bedeuten.[30]

Im März 2012 wurde auch ein Plan vorgestellt, die asiatischen Länder mit einem Supergrid zu vernetzen. Dabei sollen die Stromnetze der Länder Japan, Südkorea, China, Mongolei und Russland per HGÜ-Leitungen miteinander verbunden werden. Mit der Japan Renewable Energy Foundation wurde bereits ein Kooperationsvertrag geschlossen, auch eine Machbarkeitsstudie zu potentiellen Stromtrassenkorridoren wurde bereits durchgeführt.[34]

Studien zu Desertec[Bearbeiten]

EU-MENA-Connection mit existierenden und geplanten Leitungen vor 2020 (blau) und drei vom DLR untersuchte Trassen (orange)

Die grundlegenden wissenschaftlichen Studien zu Desertec wurden von TREC in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführt, unter Leitung des DLR-Forschers Franz Trieb. Maßgeblich beteiligt daran waren zudem die Forschungseinrichtungen für erneuerbare Energien der Regierungen von Marokko (CDER), Algerien (NEAL), Libyen (CSES), Ägypten (NREA), Jordanien (NERC) und Jemen (Universitäten Sana'a und Aden). Die Studien wurde finanziert vom deutschen Bundesumweltministerium (BMU).[3]

Die DLR-Studien „MED-CSP“[35] und „TRANS-CSP“[36] untersuchten unter anderem die in MENA verfügbaren Ressourcen an erneuerbaren Energien, den erwarteten Bedarf an elektrischer Energie und Wasser in EU-MENA bis 2050 und den Aufbau eines Stromverbundes zwischen Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika (EU-MENA-Connection). Die „AQUA-CSP“-Studie über den Bedarf, das Potenzial und die Auswirkungen von solarer Meerwasserentsalzung in MENA wurde Ende 2007 fertiggestellt.[37] Die Studien ergaben, dass solarthermische Kraftwerke auf einem Gebiet von weniger als 0,3 % der Wüstenfläche des Nahen Ostens und von Nordafrikas genügend elektrische Energie und entsalztes Wasser für den steigenden Bedarf dieser Länder sowie für Europa erzeugen können. Stromerzeugung durch Windkraft ist besonders in Marokko und am Roten Meer attraktiv. Solar- und Windstrom kann mittels Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung mit Verlusten von etwa 3 % je 1000 km (also insgesamt 10–15 %) bis nach Europa übertragen werden. Die Union für das Mittelmeer, an der sich alle MENA-Staaten außer Libyen beteiligen, ist an einer solchen Kooperation interessiert.[38]

Die Dii GmbH veröffentlichte im Juni 2012 eine weitere Studie unter dem Titel „Desert Power 2050“, in der vom Fraunhofer ISI weitere Szenarien untersucht wurden.[39] Nach den Ergebnissen der Studie kann die MENA-Region ihren Strombedarf durch erneuerbare Energien decken und zusätzlich eine Exportindustrie mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro aufbauen. Europa könnte durch den Import von Wüstenstrom jährlich etwa 30 Milliarden Euro sparen.[40]

Technologie[Bearbeiten]

Skizze eines Parabolrinnenkollektors. Eine technisch weniger aufwändige Alternative zu Parabolrinnen bieten sogenannte Fresnel-Linsen.
Parabolrinnenkraftwerk in Kalifornien/USA, Kramer Junction

Sonnenwärmekraftwerke (auch Concentrated Solar Power (CSP)-Plants genannt) eignen sich im Gegensatz zu Photovoltaik gut, um mit Sonnenergie große Mengen an regelbarem Strom zu erzeugen. Diese Kraftwerke nutzen Spiegel, um Sonnenlicht zu bündeln, in Wärmeenergie zu verwandeln und damit Dampfturbinen anzutreiben.[41] Wärmespeicher (z. B. Flüssigsalz-Tanks) können am Tage gewonnene Wärme aufnehmen und die Dampfturbinen nachts antreiben. Bei länger anhaltendem schlechtem Wetter kann in sogenannten Hybridkraftwerken eine Zusatzfeuerung durch Öl, Erdgas oder Biomasse die Versorgungssicherheit gewährleisten, ohne dass teure Ersatzkraftwerke hochgefahren werden müssen. Eine technische Herausforderung ist die für jede Wärmekraftmaschine notwendige Kühlung, bei klassischen Stromerzeugern meist wasserbasierte Kühltürme. Die Betreiber sind damit auf Trockenkühltechnik, ausreichende Wasserzuführung oder Standorte in Küstennähe angewiesen. Die Entsalzung von Meerwasser und die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung im Rahmen eines Systemverbunds mit nahegelegenen Siedlungen und Industrien wird als anzustrebender Zusatznutzen zur Entwicklung der lokalen Industrie und Landwirtschaft angesehen.[42][43][44]

Auch Photovoltaik gilt als mögliche Technologie – sie ist in die Planungen zum Referenzprojekt in Marokko einbezogen. Obwohl mittlerweile photovoltaisch Strom billiger erzeugt werden kann als solarthermisch,[45] ist – solange keine Technik zur Speicherung elektrischer Energie im großen Maßstab zur Verfügung steht – nur letztere Variante in der Lage auch nachts Elektrizität aus Solarenergie in das Netz einzuspeisen.

Windkraftanlagen nutzen zur Stromgewinnung die Windenergie, die von den Rotorblättern der Anlage in eine Drehbewegung gewandelt einen Generator antreibt.

Da in MENA doppelt so viel Solarenergie gewonnen werden kann wie mit den gleichen Anlagen im nördlicher liegenden Südeuropa, ist Solarstrom aus den Wüsten dank der relativ geringen Übertragungsverluste von insgesamt ca. 3 % auf 1000 km wirtschaftlich im Vorteil. Die Hochspannungs-Gleichstromübertragung ist bisher effizienter als Produktion, Transport und erneute Verstromung von Wasserstoff, wie in früheren Konzepten betrachtet,[29][30] bzw. als die Erzeugung von künstlichem Erdgas oder Methanol als Treibstoff unter Verwendung von CO2.

HGÜ-Leitungen mit Kapazitäten bis 3 GW werden von ABB und Siemens seit vielen Jahren über weite Strecken gebaut. Im Juli 2007 erhielt Siemens den Auftrag zum Bau der HGÜ Yunnan-Guangdong, die von zwei Wasserkraftwerken an der Xiaowan-Talsperre und der Manwan-Talsperre gespeist wird. Auf dem World Energy Dialogue 2006 der Hannover-Messe bestätigten Sprecher beider Unternehmen, dass die Umsetzung eines Euro-Supergrids mit einer EU-MENA-Connection technisch möglich sei.[46]

Solarthermische Kraftwerke werden seit 1985 kommerziell im kalifornischen Kramer Junction eingesetzt.[47] Aufgrund der höheren Sonneneinstrahlung lassen sich Stromabnahmeverträge an guten Standorten in Amerika oder MENA bereits günstiger realisieren. Werden solarthermische Kraftwerke in den nächsten Jahrzehnten im großen Stil gebaut, ist nach Berechnungen des DLR eine Senkung der Erzeugungskosten auf bis zu 0,04 bis 0,05 €/kWh möglich. Da die Rohstoffpreise für solarthermische Kraftwerke derzeit schwächer steigen als die Preise fossiler Brennstoffe, könnte CSP trotz höherer Kosten bereits früher als errechnet konkurrenzfähig sein.[29][30]

Um bis 2050 zusätzlich zum Eigenbedarf der MENA-Länder eine Exportkapazität von 100 GW (die Leistung von etwa 80 Kernkraftreaktoren) aufzubauen, sollen wenige staatliche Anschubhilfen ausreichen, die den Bau der Kraftwerke und Leitungen für staatliche und private Investoren attraktiver machen (siehe Realisierung von Desertec). Eine Kosten-/Leistungsprognose für das TRANS-CSP-Szenario wurde vom DLR erstellt (siehe Tabelle).[29][30]

Ähnliche Vorhaben[Bearbeiten]

Neben Desertec gibt es noch weitere Projekte die verschiedene Weltregionen schneller ökologisieren und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Zum Beispiel Gobitech, wo Solar- und Windstrom aus der Mongolei in die dicht besiedelten und industriell hoch entwickelten Räume Ostchinas, Koreas und Japans beliefern können, ebenso wie der Vorschlag der Australian National University in Canberra, mit kostengünstigem nordaustralischem Solarstrom Südostasien zu versorgen.

Kosten- und Leistungsprognose im TRANS-CSP Szenario[48]
Jahr 2020 2030 2040 2050
Anzahl Leitungen × Leistung GW 2 × 5 8 × 5 14 × 5 20 × 5
Transfer TWh/Jahr 60 230 470 700
mittlere Auslastung der Leitungen 60 % 67 % 75 % 80 %
Umsatz Mrd. €/Jahr 3,8 12,5 24 35
Landfläche CSP km2 225 900 1600 2500
Landfläche HGÜ km × km 3100 × 0,1 3600 × 0,4 3600 × 0,7 3600 × 1,0
summierte Investitionen CSP Mrd. € 42 134 245 350
summierte Investitionen HGÜ Mrd. € 5 16 31 45
Stromerzeugungskosten CSP €/kWh 0,050 0,045 0,040 0,040
Transportkosten HGÜ €/kWh 0,014 0,010 0,010 0,010
Kosten-/Leistungsprognose: mögliche Parameter der EU-MENA-Connection (Zeile HGÜ) und der solarthermischen Kraftwerke für den Stromexport (Zeile CSP) von 2020–2050, dem TRANS-CSP-Szenario entsprechend

Versorgungssicherheit[Bearbeiten]

Bis zum Jahre 2050 könnten etwa 10–25 % des europäischen Strombedarfs aus den Wüsten gedeckt werden. Im TRANS-CSP-Szenario liegt der heimische erneuerbare Energieanteil am europäischen Stromverbrauch bis dahin bei etwa 65 % und der MENA-Importanteil bei 17 %. Jedes vernünftige Stromnetz verfügt über ausreichende Kapazitäten an Regelleistung (TRANS-CSP etwa 25 %), um fluktuierende Energiequellen und unerwartete Ausfälle von Leitungen oder Kraftwerken kompensieren zu können. Eine übermäßige Abhängigkeit von einem Land oder von wenigen Kraftwerken kann, wie in den Schaubildern verdeutlicht, durch die Vernetzung einer Vielzahl von solarthermischen und PV-Kraftwerken sowie Windkraftanlagen in vielen Ländern und durch die Nutzung mehrerer HGÜ-Leitungstrassen nach Europa vermieden werden. Die Versorgungssicherheit kann erhöht werden, wenn sich die Anlagen im Besitz vieler öffentlicher und privater Eigentümer befinden würden. Ist Südeuropa durch erste Solarstromimporte weniger auf Stromimporte aus Mitteleuropa angewiesen, sinkt in Europa der Druck, neue Kohle- und Atomkraftwerke zu bauen. Bis sich die MENA-Region als stabil genug erweist und das europäische HGÜ-Supergrid ausgebaut ist, kann das bestehende europäische Netz für die Durchleitung von Solarstrom genutzt werden.[29][30]

Der Import von Brennstoffen wie Uran, Erdgas und Öl wird als politisch riskant bewertet, da deren globale Reserven stark schwinden und die Lagerstätten auf wenige Länder konzentriert sind. Das führt zu steigenden Preisen, politischer Abhängigkeit und Lieferengpässen. Sonnenstrahlung ist dagegen im Übermaß und in vielen Ländern vorhanden, und die Kosten für ihre Erschließung sinken mit steigender Nutzung. Steigende Stromlieferungen nach Europa würden zu stärkerem Wirtschaftswachstum in MENA führen und sollen diese Region selbst wie auch ihre Beziehungen zu Europa stabilisieren. Der internationale Handel mit erneuerbaren Energien würde die Anzahl der verfügbaren günstigen Quellen erhöhen und die internationale Zusammenarbeit verbessern. Arbeitsplätze in MENA würden entstehen beim Bau und im Betrieb der Kraftwerke sowie bei der Erzeugung von elektrischer Energie und Trinkwasser für die regionale Bevölkerung. Die Möglichkeit günstigen Wasserstoff durch sauberen Strom zu produzieren, könnte den Verkehrssektor langfristig von schwindenden fossilen Brennstoffen unabhängiger machen. Außerdem wäre ein verstärkter Einsatz von Biomasse auf dem Verkehrssektor anstatt auf dem Stromsektor möglich.[29][30][42][43]

Realisierung von Desertec[Bearbeiten]

Der Bau neuer solarthermischer Kraftwerke hat in Spanien und in den USA in den letzten Jahren mit Anlagen wie Andasol 1 & 2, Solar Tres, PS10 und Nevada Solar One begonnen. Nordafrikanische Solarkraftwerke entstehen bei dem Kraftwerk El Kureimat (Ägypten),[49] Hassi R’mel (Algerien),[50] und Ain-Ben-Mathar (Marokko).[51] Die in Spanien durch Förderrichtlinien begrenzte Spitzenleistung pro solarthermischem Kraftwerksblock beträgt 50 MW. In den USA planen CSP-Unternehmen wie Brightsource mit wirtschaftlicheren Einheiten von 250–1000 MW.[52]

Um bis 2050 zusätzlich zum Eigenbedarf der MENA-Länder eine Exportkapazität von 100 GW aufzubauen, sind staatliche Anschubhilfen nötig, um den Bau der Kraftwerke und Leitungen in der Anfangszeit für private Investoren attraktiv zu machen. Nach Angaben des DLR würden staatliche Unterstützungen von insgesamt einer einstelligen Euro-Milliardensumme ausreichen, um die Markteinführung solarthermischer Kraftwerke soweit voranzubringen, dass diese noch vor 2020 ohne weitere Subventionen wettbewerbsfähig mit der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen sind.[53]

Die Investitionen in den Bau der Leitungen und Kraftwerke könnten zwar auch staatliche Investoren übernehmen, aber wie auch die von TREC organisierte Veranstaltung „10,000 Solar GigaWatts“ auf der Hannover-Messe 2008 zeigte, stehen international Banken und private Investoren bereit, um den Bau zu finanzieren, sobald die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.[54] Man benötigt also Stromabnahmegarantien und bei manchen Ländern auch Bürgschaften sowie die Finanzierung von Einspeiseregelungen für die derzeit noch teureren Erneuerbaren Energien (im Laufe der Zeit also dann die „einstellige Euro-Milliardensumme“).[53]

Die Schaffung eines Hochspannungs-Gleichstromnetzes wird derzeit von der EU-Kommission geprüft und Maßnahmen entworfen, um den Aufbau eines „Super-Grids“ zu ermöglichen und zu beschleunigen.[55]

Marokko[Bearbeiten]

Im Februar 2010 gab die Dii GmbH bekannt, dass die Gespräche mit der marokkanischen Regierung zur Errichtung eines Referenzprojekts in Marokko erfolgreich gewesen seien.[56][57] Im Juni 2011 unterzeichnete die Dii mit der marokkanischen Solaragentur Masen (Moroccan Agency for Solar Energy) ein Memorandum of Understanding zur Errichtung des marokkanischen Referenzprojekts.[58] Masen tritt im Rahmen der Zusammenarbeit als Projektentwickler auf und verantwortet alle Schritte in Marokko. Die Dii wird bei der Europäischen Union in Brüssel und bei einzelnen nationalen Regierungen für das Projekt und dessen Finanzierung werben.[59] Im April 2010 erklärte die Dii GmbH, sie lege Wert darauf, dass die Errichtung nicht in das marokkanisch-okkupierte Gebiet der Westsahara gelegt wird.[60] Dies wurde notwendig, da die marokkanische Regierung Planungen für zwei Kraftwerke in diesem Gebiet veröffentlichte. Seit Ende Oktober 2011 steht fest, dass eine Anlage im Rahmen der Kooperation zwischen der Dii GmbH und Masen gebaut werden soll. Der Bau begann 2013[61] und das erste Kraftwerk soll in Marokko bis spätestens 2016 ans Netz gehenVorlage:Zukunft/In 2 Jahren. Insgesamt sollen die Anlagen eine Fläche von zwölf Quadratkilometern einnehmen und eine Leistung von etwa 500 Megawatt erzeugen. Die Gesamtkosten betragen nach Schätzung von 2011 rund 2 Milliarden Euro.[62]

Marokko ist als Partner besonders geeignet, da bereits eine Stromtrasse über Gibraltar nach Spanien führt und die marokkanische Regierung ein eigenes Programm zur Förderung erneuerbarer Energien beschlossen hat (es werden ca. 6,6 Mrd. EUR / 9 Mrd. USD in den Jahren 2015 bis 2019 für eine installierte Leistung von 2 GW in fünf Solarkraftwerken bereitgestellt[57][60]). Die Stromerzeugung in Marokko betrug im Jahr 2006 rund 21,88 Terawattstunden (TWh) bei einem Eigenverbrauch von 19,58 TWh. Zum Vergleich: Deutschland verbraucht 600 TWh, hat aber nur die doppelte Bevölkerung Marokkos. 2001 wurden mehr als 95 % der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Erdgas erzeugt, der Rest aus Wasserkraft. Der Anteil von Windkraft und Solarenergie an der Stromerzeugung betrug in Marokko im gleichen Zeitraum 0 %.[63] Parallel wurde unter französischer Führung eine 500-MW-Pilotanlage in Marokko beschlossen.

Tunesien[Bearbeiten]

In Tunesien sind im April 2011 weitere Schritte Richtung Wüstenstrom vereinbart worden. In Zusammenarbeit mit der Erneuerbare-Energien-Tochter des staatlichen Energiekonzerns STEG in Tunesien startete die Dii GmbH eine Machbarkeitsstudie. Im Zuge dieser Studie werden mögliche Standorte für große Solar- und Windenergie-Projekte in den Wüsten des nordafrikanischen Landes ausgelotet. Untersucht werden dabei die technischen und regulatorischen Voraussetzungen für die Einspeisung der Energie in lokale Netze und den Export des Stroms in Nachbarländer sowie nach Europa. Auch die Finanzierung eines möglichen Referenzprojekts in Tunesien wird analysiert.[64]

Die Desertec Foundation hat 2011 begonnen, Projekte zu evaluieren, und TuNur als erstes Pilotprojekt identifiziert, das ihre Desertec-Kriterien erfüllt. TuNur ist ein 2-Gigawatt-CSP-Projekt in Tunesien, welches sich derzeit in der Planungsphase befindet und im Jahr 2016 den ersten Strom liefern sollVorlage:Zukunft/In 2 Jahren. Es spart durch Luftkühlung 90 % Wasser und kann bis zu 20.000 direkte und indirekte Jobs schaffen. Ein Video auf Youtube beschreibt dieses Projekt.[14]

Algerien[Bearbeiten]

Das Land Algerien, welches hervorragende Voraussetzung für erneuerbare Energien bietet,[65] gilt als möglicher Standort für ein weiteres Referenzprojekt. Am 9. Dezember 2011, im Rahmen eines Treffens zwischen Algerien und der EU in Brüssel, unterzeichnete der Geschäftsführer des algerischen staatlichen Elektrizitätskonzerns Sonelgaz – im Beisein des algerischen Energieministers Youcef Yousfi und des EU-Kommissars für Energie Günther Oettinger – eine Kooperationserklärung mit der Dii GmbH. Im Mittelpunkt dieser strategischen Partnerschaft stehen die Stärkung und der Austausch technischer Expertise, die Suche nach Mitteln und Wegen für den Zugang zu ausländischen Märkten und die Förderung der gemeinsamen Entwicklung der erneuerbaren Energien in Algerien und im Ausland.[66]

Kritik[Bearbeiten]

Das Thema wird kontrovers diskutiert und hat neben vielen Befürwortern auch zahlreiche Kritiker.

Versorgungssicherheit[Bearbeiten]

Die Energieversorgung eines Staates aus externen Quellen birgt die Gefahr politischer Abhängigkeit von anderen Staaten und – im Fall von Konflikten – Erpressbarkeit. Dabei wird argumentiert, dass der Import von Strom mit einem politischen Risiko behaftet sei, sobald der Anteil einen gewissen Prozentsatz übersteige. Ferner würden die HGÜ-Verbindungen mögliche Ziele für Terroristen darstellen.

Dem entgegnen Befürworter, angesichts der deutschen Energiewende müssten alle zur Verfügung stehenden Quellen genutzt werden. Mit einem Anteil von 15 % an Wüstenstrom-Importen in einem europäischen Netz mit 65 % heimischen erneuerbaren Energien und einer entsprechenden Reserve an Gaskraftwerken zum Ausgleich der Regelleistung, wie es die TRANS-CSP-Studie in ihrem Szenario untersucht habe, könne man selbst den gleichzeitigen Ausfall aller HGÜ-Verbindungen zwischen MENA und Europa bis zu deren Wiederinstandsetzung oder einer politischen Lösung kompensieren. Eine Unterbrechung der Stromexporte werde somit eher dem eigenen Land schaden – durch den Verlust von Einkünften aus dem Stromexport, von Vertrauen zukünftiger Investoren und von Arbeitsplätzen. Des Weiteren sei Europa schon heute teilweise von Energieimporten aus politisch nicht vollends stabilen Gebieten abhängig, wie der russisch-ukrainische Gasstreit im Winter 2008/2009 gezeigt habe.

Die Politische Stabilität der Region ist ein Problem. Der arabische Frühling löste den Bürgerkrieg in Libyen aus (Sturz und Tod des langjährigen libyschen Diktators Gaddafi), in Nordmali begannen 2012 militante Islamisten mit der Eroberung von Gebieten, siehe Opération Serval. Nach Beginn dieser Operation besetzten Islamisten eine große Gasförderanlage in Algerien und nahmen hunderte von Beschäftigten als Geiseln (Geiselnahme von In Aménas). Dies machte bewusst, wie angreifbar solche großflächigen Anlagen sind, wie auch Desertec eine wäre.

Zentralisierung und Monopolisierung[Bearbeiten]

Befürworter einer dezentralen Energieversorgung mit breiter Streuung von Eigentum, wie etwa die Energieexperten der Vereinigung Eurosolar oder der im Oktober 2010 verstorbene SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer,[67] befürchten, dass die beteiligten großen Energieversorgungsunternehmen die zentrale Energieversorgung festigen wollen, indem sie die Monopolisierung von Kohle und Atom schrittweise in eine Monopolisierung von Sonne und Wind überführen. Sie weisen darauf hin, dass für diese Unternehmen energieautarke Stadtwerke, Bürgerkraftwerke oder Familien, die ihre Energie vom eigenen Dach beziehen, verlorene Kunden bedeuten. Daher seien sie an einer dezentralen Energieversorgung nicht interessiert.[68][69] Diese Kritiker des Desertec-Plans bezweifeln, dass Europa den Solar- und Windstrom aus Nordafrika überhaupt braucht. Nach ihren Berechnungen ist eine konsequent dezentral strukturierte Energieversorgung sicherer und billiger, vor allem aber sehr viel schneller zu realisieren als das Desertec-Projekt, vor dessen Baubeginn langwierige Untersuchungen und komplizierte Verträge mit zahlreichen Regierungen in politisch instabilen Regionen abzuschließen sind. Den Zeitvorteil beim Ausbau dezentraler Strukturen belegen sie mit Daten des BMU (AGEE-Stat).[70][71] Dem halten die Befürworter die Behauptung entgegen, Deutschland sei spätestens seit dem Ausstieg aus der Atomenergie auf Energieimporte angewiesen und dass maximal 15 % noch kein Monopol bedeuten würden. Gleichzeitig ist bis inkl. 2013 nachgewiesen, daß die Behauptung "Deutschland sei spätestens seit dem Ausstieg aus der Atomenergie auf Energieimporte angewiesen", nicht zutreffend ist. Tatsächlich jagt ein Stromexportrekord von Deutschland in die Nachbarstaaten den nächsten.

Der Bundesverband Solarwirtschaft meint, dass durch den Ausbau der regenerativen Energien bis 2020 bereits 50 % des Bedarfs in Deutschland gedeckt würden, unter anderem, weil sich die Photovoltaik derzeit stark entwickle. Somit könnte der Zweck für Desertec dann nicht mehr bestehen.[72] Zudem werden Solarmodule deutlich billiger: Beispielsweise sank ihr Verkaufspreis in 2011 um bis zu 40 %. Es sei fraglich, ob „Concentrated Solar Power“ mit den gesunkenen Stromerzeugungskosten in Europa – auch Windstrom ist billiger geworden – konkurrieren kann, obwohl in der Wüste bessere Sonneneinstrahlungsbedingungen herrschen.[73] Für das Desertec Projekt bestehe also die Gefahr, dass die Wirtschaft ihre Gelder lieber in lokale Anlagen investieren. Für die Desertec Foundation stehen solarthermischer Kraftwerke durch ihre Regelbarkeit nicht in Konkurrenz zur Photovoltaik, sondern sie ergänzen fluktuierende erneuerbare Energien, wie Wind und Photovoltaik, und tragen somit dazu bei, dass diese Energieträger vermehrt im Netz eingesetzt werden können, ohne es zu destabilisieren.[74]

Berücksichtigung afrikanischer Interessen[Bearbeiten]

Eine Arbeitsgruppe zu dem Thema auf der internationalen Tagung der evangelischen Akademie Loccum (Mai 2003) kam zu dem Schluss, dass gewährleistet werden muss, dass ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung eines solchen Projektes in den Entwicklungsländern stattfindet.[75] Das Desertec-Projekt dagegen sei vor allem auf Stromverkauf nach Europa ausgerichtet,[76] was sich aus der geplanten Trassenführung ergebe. Bei einem geschätzten Kapitaleinsatz von mindestens 400 Milliarden Euro sei es unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten wenig glaubhaft, dass der erzeugte Strom zuerst und bevorzugt an die meist arme Bevölkerung Nordafrikas verkauft werden solle. Diese Argumente sind veraltet, erwidert die Dii GmbH. Sie widmet dieser Fragestellung bei ihren Planungen eine eigene Arbeitsgruppe. Ihre Planungen gehen inzwischen davon aus, dass zuerst die MENA-Länder selbst ihren Bedarf decken müssen, dass die Planungen auf Augenhöhe laufen müssen, dann erst könne an Exporte gedacht werden – in den Augen der Desertec Organisationen ein Argument mehr gegen den „Monopolisierungs“-Vorwurf.

An den Bedürfnissen der Regionen südlich der Sahara schließlich gehe das Desertec-Projekt völlig vorbei. Wegen der in Schwarzafrika meist fehlenden, auch gar nicht benötigten Infrastruktur komme dort nur eine dezentral organisierte Energieversorgung infrage, die Sonne, Wind und Biomasse dort nutzt, wo Strom, Wärme und Trinkwasser benötigt werden. Auch hierfür seien diese Länder auf westliche Hilfe und eine Technik angewiesen, die sich im Gegensatz zu Desertec für eine kleinräumige Versorgung eignet (zum Beispiel Solarkollektoren, Photovoltaik und Solarkocher).[77] Die Dii-Planung bezieht sich jedoch nicht auf die Regionen südlich der Sahara – daher gehe dieser Vorwurf ins Leere, so die Dii.

Großtechnische Dimension[Bearbeiten]

Einige wenige Kritiker ziehen Parallelen zum Atlantropa-Projekt von 1928, das Europa und Afrika mit riesigen Staudammbauten verbinden wollte.[78][79] Dabei ging es allerdings um ein monumentales Projekt im zweistelligen Gigawattbereich, das einen Eingriff in die Natur von bisher unbekanntem Ausmaß verursacht hätte. Bei Desertec sollen modular, nach und nach und über anderthalb Kontinente verteilt Kraftwerke jeweils im maximal dreistelligen Megawattbereich gebaut und vernetzt werden.[36]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Am 15. November 2008 wurde die Desertec Foundation zweifach mit dem Utopia-Award der Utopia-Stiftung ausgezeichnet. Dabei erfolgten die Auszeichnungen in der Kategorie Ideen mit dem Jury- und dem Publikumspreis. Laut Jury wird durch das Desertec-Konzept gezeigt, dass „[…] es möglich ist, kurzfristig mit einem Investitionspaket und Infrastrukturprogramm Europa beispielhaft für die Welt energetisch fit für die Zukunft zu machen. Neben den ökonomischen Vorteilen für Europa wäre das ein elementarer Beitrag zur Erreichung der zwingenden Klimaschutzziele der nächsten Jahre, ebenso wie für die Verringerung von nuklearen Potenzialen, und der Armutsbekämpfung weltweit.“[80]

Die Desertec-Foundation wurde am 17. März 2010 beim Wettbewerb Deutschland – Land der Ideen als „Ausgewählter Ort 2010“ ausgezeichnet und ist somit einer der 365 Preisträger des Wettbewerbs, bei dem auch die Deutsche Bank mitwirkt, die Desertec ebenfalls im Rahmen der Industrieinitiative unterstützt.[81]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Desertec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Desertec Globale Mission. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  2. a b Desertec-Konzept. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  3. a b c d Desertec Meilensteine. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  4. Zusammenfassung der DLR Studien (Textauszug aus dem WhiteBook). Abgerufen am 16. März 2012 (PDF; 1,7 MB).
  5. Desertec-Projekt Der Wüstenstrom kommt 2020 nach Europa. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Juni 2013. Abgerufen am 17. Juni 2013.
  6. SZ: Schatten über Sawian
  7. SZ: Desertec-Stiftung steigt aus Wüstenstrom-Projekt aus
  8. Desertec Vorstände. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  9. Desertec Organisation. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  10. a b Desertec Fokus EU-MENA. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  11. Desertec Knowledge Platform. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  12. Desertec Koordinatoren. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  13. Asiatisches Super-Stromnetz für erneuerbare Energien. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  14. a b TuNur. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  15. DesertecChannel auf Youtube. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  16. a b Desertec Flyer. Abgerufen am 1. Oktober 2012 (PDF; 1,4 MB).
  17. Desertec Atlas. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  18. Desertec Veranstaltungen. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  19. Dii Gesellschafter. Abgerufen am 23. Oktober 2012.
  20. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/desertec-e-on-und-hsh-nordbank-verlassen-wuestenstrom-projekt-a-963835.html
  21. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/desertec-bilfinger-stiegt-aus-a-964195.html
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPressemitteilung Gemeinschaftsunternehmen DII nimmt Arbeit auf. Desertec Foundation, 30. Oktober 2009, abgerufen am 30. Oktober 2009.
  23. http://www.dii-eumena.com/home/our-shareholders.html
  24. http://www.lefigaro.fr/conjoncture/2011/07/06/04016-20110706ARTFIG00627-un-reseau-electrique-entre-l-europeet-l-afrique-du-nord.php
  25. Deutsch-französische Kooperation bei Wüstenstrom. 24. November 2011, abgerufen am 15. Dezember 2011.
  26. Energieverbrauch in Deutschland. Daten für das 1.–4. Quartal 2011. AG-Energiebilanzen, S. 26. Abgerufen am 11. März 2012.
  27. IPCC Fourth Assessment Report: Climate Change 2007. Website des IPCC. Abgerufen am 11. März 2012.
  28. Vergleiche Quelle (Einzelnachweise) der Artikel Globale Erwärmung, Peak Oil und Vierter Sachstandsbericht des IPCC
  29. a b c d e f g Description in the Summary of the TRANS-CSP Study (PDF; 655 kB)
  30. a b c d e f g h Researched in the TRANS-CSP Study (PDF; 6,3 MB)
  31. Franz Trieb/Hans Müller-Steinhagen, Stromimport aus der Sahara. Grundlagen des Desertec Konzeptes, in: Jürgen Renn/Rober Schlögel/Hans-Peter Zenner (Hrsgs.) Ausgewählte Vorträge der 126. Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte e.V., 123-160, S. 129f.
  32. ARD W-Wie-Wissen
  33. Desertec Foundation
  34. Asiatisches Superstromnetz für Erneuerbare Energien. Desertec Foundation unterzeichnet Kooperationsvereinbarung. Pressemitteilung der Desertec Foundation. Abgerufen am 10. März 2012.
  35. MED-CSP Study, Numerical data, Ecobalance, Summary
  36. a b TRANS-CSP Study, Numerical data, Summary
  37. AQUA-CSP Study
  38. Gesammelte Nachrichtenmeldungen zum Solarplan der Union für das Mittelmeer (PDF; 141 kB)
  39. Desert Power 2050 Studie. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  40. Desert Power 2050 Ergebnisse. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  41. Concentrated Solar Power bei Schott Solar
  42. a b Description in the Summary of the MED-CSP Study (PDF; 729 kB)
  43. a b Researched in the MED-CSP Study (PDF; 12,3 MB)
  44. Sauberer Strom aus den Wüsten (PDF; 6,3 MB)
  45. Studie Stromgestehungskosten erneuerbare Energien, Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme 2012 (PDF)
  46. Liste der HGÜ-Anlagen List of HVDC projects.
  47. SEGS website
  48. Capacity, Costs & Space: Main indicators of the total EU-MENA High Voltage Direct Current (HVDC) interconnection and Concentrating Solar Power (CSP) plants from 2020–2050 according to the TRANS-CSP scenario. Source: www.TRECers.net
  49. Solar- und Windenergie in Ägypten boomt. In: ZDF Heute. 9. Dezember 2009, abgerufen am 31. Mai 2010.
  50. Wüstenstrom für Europa. In: Tagesspiegel. 6. Juli 2009, abgerufen am 31. Mai 2010.
  51. Nordafrika setzt nicht auf Desertec. In: Neues Deutschland. 14. Juli 2009, abgerufen am 31. Mai 2010.
  52. BrightSource Wins Bid for Solar Trust’s 500-Megawatt Project. In: Bloomberg. 22. Juni 2012, abgerufen am 19. Oktober 2012.
  53. a b Desertec Foundation: Clean Power from Deserts. Abgerufen am 17. November 2013 (PDF; 3,0 MB, englisch). (PDF; 3,0 MB)
  54. Videodokumentation. In: ENGY1.TV. Abgerufen am 15. Juli 2010.
  55. awr/EurActiv.com: EU-Kommission plant das Super Grid. 5. Oktober 2010, abgerufen am 17. November 2013.
  56. http://af.reuters.com/article/investingNews/idAFJOE61G0I820100217?pageNumber=2&virtualBrandChannel=0
  57. a b http://www.english.globalarabnetwork.com/201003125156/Energy/renewable-energy-potential-turning-morocco-into-green-future.html
  58. Moroccan Agency for Solar Energy: Masen (Moroccan Agency for Solar Energy) et le consortium industriel Dii s'entendent sur un projet de coopération. (PDF; 350 kB) vom 2. Juni 2011
  59. http://derstandard.at/1304554106084/Wuestenstrom-Desertec-nimmt-mit-erstem-Projekt-Gestalt-an
  60. a b Z. Maung: Solar giant Desertec to avoid Western Sahara. In: The Guardian vom 10. April 2012
  61. Julia Chan: Work begins on 160MW Noor 1 CSP project in Morocco. 13. Mai 2013, abgerufen am 17. November 2013 (englisch).
  62. Sylvia Hülse: Bald kommt der Strom aus der Wüste. 31. Oktober 2011, abgerufen am 17. November 2013.
  63. Energie von Marokko, Afrika auf einen Blick, abgefragt am 22. Mai 2010
  64. Wüstenstrom nach der Revolution. In: Süddeutsche Zeitung. 11. April 2011, abgerufen am 15. Dezember 2011.
  65. Marktanalyse Algerien: Solarthermische Kraftwerke (CSP) und Photovoltaik. Abgerufen am 15. Dezember 2011.
  66. Algerien, EU und Desertec besiegeln Zusammenarbeit. In: Algerien Heute. 10. Dezember 2011, abgerufen am 15. Dezember 2011.
  67. Windgeneratoren und Speicher sollen Stromversorgung sichern, Interview mit Herrmann Scheer, VDI Nachrichten vom 9. November 2007.
  68. Kurt Kress: Europa braucht weder Atom- noch Wüstenstrom, in in: SOLARBRIEF – Zeitschrift des Solarenergie-Fördervereins Deutschland e. V. (SFV), 1. Ausgabe 2011 (PDF; 1,1 MB) S. 28 f.
  69. Fabio Longo: Sahara-Strom gefährdet Erzeuger in der Region, Interview auf HNA online, 18. März 2007
  70. Daten Leistung
  71. Strom Deutschland
  72. Desertec Startschuss Wüstenstrom Projekt, Stern.
  73. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFritz Vorholz: Wüstenstrom, eine Fata-Morgana? Die Zeit, 27.04.2012, abgerufen am 10. November 2012.
  74. Desertec Foundation: Technologien. Abgerufen am 1. Oktober 2012.
  75. Dokumentation der Tagung „Globale Solarwirtschaft: Eine Chance für Afrika?“, Ev. Akademie Loccum 26.–28. Mai 2003.
  76. so zum Beispiel in dem oben zitierten Aufsatz von kurt Kress
  77. siehe hierzu: Wilhelm Wilming: Alternative zum Netz in: Sonne Wind und Wärme Heft 17/2010 S. 104 f., Verlag BVA Bielefelder Verlag GmbH & Co. KG.
  78. Franz Fuchs: Grüner Gigantismus, USW/Uni Graz 4. Oktober 2007
  79. Günther Kraft: Hightech statt Öko, SoZ Februar 2004.
  80. Utopia Stiftung: Ein guter Abend: Die Preisverleihung
  81. Beim Wettbewerb 365 Orte im Land der Ideen ausgezeichnet