Die Differenzmaschine

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Differenzmaschine (engl. The Difference Engine, 1990) ist eine Alternativweltgeschichte von William Gibson und Bruce Sterling. Sie ist ein herausragendes Beispiel des Steampunk-Subgenres.

Inhalt[Bearbeiten]

Im Viktorianischen England des Romans regiert die industrielle Radikale Partei unter der Führung eines langlebigeren Lord Byron, während der Erfinder Charles Babbage erfolgreich einen mechanischen Computer erbaut (tatsächlich die Analytical Engine, nicht die Difference Engine). Der Erfolg wird wirtschaftlich durch die Massenproduktion von Dampfcomputern ausgebeutet, die für einen jähen Fortschritt sorgen. Diese Dampfcomputer werden für all jene Anwendungen verwendet, für die es in unserer realen Welt tatsächlich erst in der heutigen Ära von Informationstechnologie und Internet-Revolution Lösungen gibt. Der Roman untersucht die sozialen Konsequenzen einer solchen Revolution, die sich ein Jahrhundert vor ihrer Zeit ereignet, und wirft so ein Schlaglicht auf unsere eigenen Reaktionen gegenüber all zu raschem Fortschritt.

Die Geschichte zeigt das Schicksal von Sybil Gerard, der Tochter eines exekutierten Ludditen-Agitators, die aus der Oberschicht stammend zur Prostituierten geworden ist, von Edward „Leviathan“ Mallory, einem Paläontologen und Entdecker, und von Laurence Oliphant, einem Diplomaten und Spion. Ihre einzelnen Schicksale ranken sich um einen mysteriösen Lochkartenstapel, der sehr mächtig sein soll. Wie in anderen Geschichten von Gibson ist der Stapel weitgehend ein MacGuffin.

Im Roman ist das Britische Empire mächtiger als je in seiner realen Geschichte. Dies ist dem Einsatz von weit entwickelten dampfgetriebenen Geräten von Computern bis zu Luftschiffen zu danken. Japan ist eine Kolonie, die USA sind in Einzelstaaten zerbrochen. Texas wird von Präsident Sam Houston regiert, eine von zahlreichen realen historischen Figuren.

Kritik[Bearbeiten]

Hervorgehoben wurde in Besprechungen des Buches, dass die geschilderte Welt lediglich eine literarische Umgebung konstruiert, die trotz aller farbigen Ausschmückungen auf unsere Gegenwart und ihre Probleme verweist.[1]

Buchausgaben[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karsten Kruschel: Der dampfbetriebene gasbeleuchtete Alptraum. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1993, Wilhelm Heyne Verlag, München, ISBN 3-453-06202-7, S. 685f.

Weblinks[Bearbeiten]