Ada Lovelace
Ada Lovelace, Countess of Lovelace, geboren als Augusta Ada Byron[1] (* 10. Dezember 1815 in London; † 27. November 1852 in London) war eine britische Mathematikerin. Sie war die Tochter Lord Byrons und Mitarbeiterin von Charles Babbage. Ihre schriftlichen Kommentare zur mechanischen Rechenmaschine Analytical Engine enthielten den ersten Algorithmus. Aus diesem Grund wird sie als erste Programmiererin der Welt – noch vor dem ersten männlichen Kollegen – bezeichnet.[2][3] Die Programmiersprache Ada wurde nach ihr benannt.[4]
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[Bearbeiten] Leben
Augusta Ada Byron wurde am 10. Dezember 1815 als Tochter von Lord Byron und Anne Isabella Noel-Byron, 11. Baroness Wentworth geboren.[5] Lord Byron hatte drei Kinder von drei Frauen, nur Ada war ehelich geboren. Auf Anweisung von Lord Byron zog Adas Mutter am 16. Januar 1816 gemeinsam mit der ein Monat alten Ada zu ihren Eltern in Kirkby Mallory.[6] Trotz der gesetzlichen Bestimmungen, die Vätern im Falle einer Trennung das alleinige Sorgerecht zusprachen, unternahm Lord Byron keinen Versuch, seine Rechte geltend zu machen.[7] Am 21. April unterzeichnete Lord Byron eine Trennungsurkunde und verließ England wenige Tage danach.[8] Lord Byron hatte keine Beziehung zu seiner Tochter; er starb, als Ada neun Jahre alt war.[9] Adas mathematisch interessierte Mutter, die Geometrie und Astronomie studiert hatte, ermöglichte Ada eine naturwissenschaftliche Ausbildung, in deren Verlauf sie Charles Babbage und die Mathematikerin Mary Somerville kennenlernte.
Mit 19 Jahren heiratete Ada Byron William King, 8. Baron King (1805–1893), der 1838 zum 1. Earl of Lovelace erhoben wurde. Auch er verfügte über eine mathematische Bildung und ließ sich, da Frauen zu dieser Zeit der Zutritt zu Bibliotheken untersagt war, Ada zuliebe in die Royal Society aufnehmen, wo er für sie Artikel abschrieb. Sie gebar drei Kinder in sehr kurzen Abständen, eine ihrer Töchter war Anne Blunt, 15. Baroness Wentworth. In ihrer Korrespondenz mit Mary Somerville schrieb sie, dass sie eine unglückliche Ehe führe, weil ihr neben Schwangerschaften und Kinderbetreuung so wenig Zeit für ihr Studium der Mathematik und ihre zweite Leidenschaft, die Musik, bliebe. Um sich abzulenken, stürzte sie sich ins Gesellschaftsleben und hatte mehrere Affären. Mit großer Begeisterung wettete sie auf Pferde. Die letzten Jahre ihres Lebens, die sie wegen Krebs im Bett verbrachte, soll sie mit der Entwicklung eines mathematisch ausgefeilten „sicheren“ Wettsystems verbracht haben. Ada Lovelace starb im Alter von 36 Jahren.
[Bearbeiten] Werk
1843 übersetzte sie die durch den italienischen Mathematiker Luigi Menabrea auf Französisch angefertigte Beschreibung von Babbages Analytical Engine ins Englische und fügte eigene Notizen und Überlegungen zum Bau dieser geplanten mechanischen Rechenmaschine hinzu. Babbages Maschine wurde zu seinen Lebzeiten niemals gebaut, da ihm das britische Parlament die Finanzierung versagte. Dessen ungeachtet legte Ada Lovelace einen schriftlichen Plan vor, wie man Bernoulli-Zahlen mit der Maschine berechnen könnte.[10] Dieser Algorithmus brachte ihr den Ruhm ein, das erste Computerprogramm geschrieben zu haben. Daher wurde später eine Programmiersprache, die Programmiersprache Ada, nach ihr benannt. In dem 2009 erschienenen Roman Die Frau, für die ich den Computer erfand von Friedrich Christian Delius wird Ada Lovelace als Muse und große Liebe von Konrad Zuse, dem Erfinder des Computers, genannt.
[Bearbeiten] Film
- Lynn Hershman-Leeson (Regie): Leidenschaftliche Berechnung („Conceiving Ada“). USA 1997[11] (ein an ihr Leben angelehnter Film).
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Stein 1985, S. 17.
- ↑ J. Fuegi and J. Francis: Lovelace & Babbage and the creation of the 1843 'notes'. Annals of the History of Computing. 25, Nr. 4, 2003, DOI:10.1109/MAHC.2003.1253887, S. 16–26.
- ↑ Ada Byron, Lady Lovelace. Yale.edu. Abgerufen am 16. Februar 2012.
- ↑ Susan Hiep: Mönchengladbacher Frauenstraßennamen und ihre Geschichte. 1 Auflage. Klartext Verlag, Essen November 2010, ISBN 978-3-8375-0413-2, Ehemals nach Frauen benannte Straßen oder nicht realisierte Benennungen, S. 72 f.
- ↑ Stein 1985, S. 14.
- ↑ Turney 1972, S. 35.
- ↑ Stein 1985, S. 16.
- ↑ Turney 1972, S. 36–38.
- ↑ Turney 1972, S. 138.
- ↑ Fara, Patricia: "Athene's Owl: A History of Women in Science" Wizard, 2005
- ↑ Conceiving Ada in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
[Bearbeiten] Literatur
- Sadie Plant: Nullen und Einsen. Digitale Frauen und die Kultur der neuen Technologien. Berlin Verlag, Berlin 1998, ISBN 978-3-8270-0290-7.
- Anita Siegfried: Die Schatten ferner Jahre. Roman. Dörlemann Verlag, Zürich 2007, ISBN 978-3-908777-32-8.
- Dorothy Stein: Ada. Die Braut der Wissenschaft. Kulturverlag Kadmos, Berlin 1999, ISBN 3-931659-13-5.
- Dorothy Stein: Ada: A Life and a Legacy. MIT Press, Cambridge, Mass. 1985, ISBN 0-262-19242-X.
- Betty Alexander Toole: Ada, the Enchantress of Numbers. A Selection from the Letters of Lord Byron’s Daughter and Her Description of the First Computer. Critical Connection, Mill Valley, Calif. 1998, ISBN 978-0-912647-09-8 (Biographie).
- Catherine Turney: Byron's Daughter. Charles Scribner's Sons. New York 1972, ISBN 0-684-12753-9.
- Benjamin Woolley: Byrons Tochter. Ada Lovelace – die Poetin der Mathematik. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-7466-2123-2.
- Ralf Bönt: Die Entdeckung des Lichts, Köln: Dumont Buchverlag 2009
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Ada Lovelace im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Sketch of The Analytical Engine Invented by Charles Babbage. By L. F. Menabrea of Turin, Officer of the Military Engineers. With notes upon the Memoir by the Translator Ada Augusta, Countess of Lovelace
- FemBiographie Ada Lovelace Byron
- Ada King, Countess of Lovelace 1815–1852
- Ada Lovelace als Ikone der Informationstechnologie
- Die Zahlenzauberin – Das Leben der Augusta Ada Lovelace, Bayern 2 radioWissen
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lovelace, Ada |
| ALTERNATIVNAMEN | Byron, Ada Augusta; King, Ada; Lovelace, Augusta Ada King Byron Countess of (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | britische Mathematikerin |
| GEBURTSDATUM | 10. Dezember 1815 |
| GEBURTSORT | London |
| STERBEDATUM | 27. November 1852 |
| STERBEORT | London |