Die schwarze 13

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Filmdaten
Deutscher Titel Die schwarze 13
Originaltitel Eye of the Devil
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie J. Lee Thompson
Drehbuch Dennis Murphy
Produktion Martin Ransohoff
Musik Gary McFarland
Kamera Erwin Hillier
Schnitt Ernest Walter
Besetzung

Die schwarze 13 (Eye of the Devil) ist der Titel eines britischen Horrorfilms aus dem Jahr 1966. Der Schwarzweißfilm im Verleih von MGM basiert auf dem gleichnamigen Roman von Philip Loraine.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film kontrastiert die moderne säkulare Welt des 20. Jahrhunderts mit der archaischen Vorstellungswelt des europäischen Heidentums, insbesondere mit dem Brauchtum des "Erntekönigtums", wie es z.B. Frazer in seinem Werk "The Golden Bough" beschrieben und mit Beispielen belegt hat.

Der scheinbar moderne Mensch Philippe de Montfaucon, ein Marquis, lebt mit seiner Frau Catherine de Montfaucon und den beiden Kindern Jacques und Antoinette in modern-urbanen großbürgerlichen Verhältnissen in Paris. Während einer mondänen Abendgesellschaft erscheint ein linkisch auftretender Fremder, der dem Marquis die Nachricht überbringt, dass in Belnac, auf den Weingütern des Marquis, eine Missernte drohe.

Der Marquis entschließt sich, sofort nach Belnac, dem Stammsitz seiner Familie, zu fahren. Er fährt allein, aber Catherine, beunruhigt durch sein aufgewühltes Wesen, folgt ihm gegen seinen Willen mit den Kindern nach Belnac. Belnac ist eine kleine ländliche Gemeinde, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Dominiert wird sie von dem imposanten Renaissance-Schloss der Montfaucons. Eine archaisch-rückständige Atmosphäre ist überall spürbar. Merkwürdige Dinge geschehen.

Bereits als Catherine und die Kinder am Schloss eintreffen, werden sie Zeuge einer seltsamen Szene. Ein junger Mann, Christian de Caray, der Sohn des Jagdpächters von Belnac, schießt ohne erkennbaren Grund mit Pfeil und Bogen eine weiße Taube, die blutig der Marquise vor die Füße fällt. Die anmaßende Mimik und Gestik des jungen Mannes lassen den Vorgang zunächst wie eine Provokation oder Machtdemonstration erscheinen. Als später aber die Marquise allein in den unheimlichen Gängen und Räumen umhergeht, und in einem Kapitelsaal eine Versammlung von düsteren schwarzen Kapuzenmännern beobachtet, wird die vom Pfeil durchbohrte weiße Taube auf einer silbernen Patene hereingetragen. Es wird klar, daß sie ein Opfertier und zugleich ein Sinnbild ist.

Trägerin der Patene ist Odile de Caray, die Schwester des Schützen, die, wie ihr Bruder, im Schloss ein- und ausgeht.

Catherine trifft in der Folgezeit ihren Mann nur selten. Überhaupt hat er sich verändert, er wirkt paralysiert, abwesend und starrt vor sich ins Leere. Er betet inbrünstig in der Schlosskapelle. Dann wieder bittet er seine Frau, abzureisen oder sich wenigstens aus allem herauszuhalten, das alles verstehe sie nicht.

Catherine hat viel Gelegenheit, sich umzusehen. Sie begegnet dem sinistren Père Dominic, dem Gemeindepriester von Belnac, von dem sie Aufklärung über das veränderte Verhalten ihres Mannes und insbesondere über seine scheinbar unvermittelt erwachte Religiosität erhofft, aber nicht erhält. Stattdessen fordert der Priester sie auf, Belnac zu verlassen. Als sie von Philippe eine Erklärung erbittet, weicht er ihr aus und spricht von seltsamen Bräuchen und der großen Verantwortung, die er habe. Auch er fordert sie auf, mit den Kindern Belnac zu verlassen. Auch Philippes Tante Estelle will ihr nichts sagen und fordert sie auf zu gehen.

Die schöne "Hexe" Odile de Caray besitzt die Fähigkeit zur hypnotisch-imaginativen Manipulation. So suggeriert sie Jacques de Montfaucon die Verwandlung einer Kröte in eine Taube. Eine wunderbare poetische Aussage über das Wesen der Magie. Catherine bringt sie auf dem Dach des Schlosses derart in ihren Bann, dass diese beinahe vom Dach in Tiefe stürzt.

Philippe züchtigt Odile daraufhin mit sinnloser Gewalt. Odile war aufgetragen worden, Catherine einzuschüchtern, damit sie Belnac verlässt, nicht aber, sie in ernste Gefahr zu bringen.

Catherine bittet Jean Claude Ibert, einen Freund der Familie, zu kommen und ihr Gesellschaft zu leisten. Er durchstöbert gemeinsam mit Catherine die Familienchronik der Montfaucons in der Schlossbibliothek. Sie erfahren, dass die letzten 22 Oberhäupter der Familie unter mysteriösen Umständen gestorben sind.

Catherine sucht später ein solches Grab im Wald auf, sieht sich aber auf dem Rückweg von den Männern in schwarzen Kutten umringt, die sie ihr nähern. Sie gerät in Panik, flüchtet, verfängt sich im Gestrüpp und wird bewusstlos. In ihrem Bett wacht sie wieder auf, Philippe ist bei ihr. Er verabreicht ihr ein Beruhigungsmittel. Sie schläft ein, verfällt in Albträume und hat Wahnsinnsphantasien. Später stellt sich heraus, dass sie ein Extrakt von Tollkirschen (Belladonna) eingenommen hatte. Von der englischen Bezeichnung der Tollkirsche "Eye of the Devil" leitet sich der Titel des Films ab.

Die Situation wird immer bedrohlicher. Die Schloss- und Dorfbewohner begegnen ihr voller Ablehnung und wollen sie zur Untätigkeit verdammen. Dann endlich erfährt sie von Philippes Vater Alain de Montfaucon, der sich mit Wissen seiner Schwester Estelle im Schloss versteckt hält, die Hintergründe: Nach einer uralten heidnischen Überlieferung muss bei längeren Missernten ein Menschenopfer dargebracht werden, und das waren dann immer die Oberhäupter der Familie de Montfaucon.

Catherine versteht jetzt, aber sie gibt immer noch nicht auf. Doch ihre letzten Versuche, ihren Mann von seinem Freitod abzubringen, scheitern. Zunächst im Schloss eingesperrt, kann sie zwar noch ins Freie gelangen, muss aber hilflos zusehen, wie ihr Mann, umringt vom Pater und den Kuttenmännern, von Christian mit einem Pfeil getötet wird.

Die Presse schreibt hinterher von einem Jagdunfall, und alles ist damit erledigt. Catherine verlässt mit ihren Kindern das Schloss. Was aber nur die Zuschauer wissen, ist, dass ihr Sohn Jacques auch schon in die Pflichten eines Oberhaupts der de Montfaucons eingeschworen ist.

Kritiken[Bearbeiten]

„Balladesker Horrorfilm, stimmungsvoll inszeniert und vorzüglich besetzt.“

Lexikon des internationalen Films[1]

„[…] virtuos fotografierte Gruselballade um „Schwarze Magie“. (Wertung: 2½ Sterne, gleich „überdurchschnittlich“)“

Lexikon „Filme im Fernsehen“.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die schwarze 13 im Lexikon des Internationalen Films
  2. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“.(Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 726.