David Niven

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David Niven (1973)

James David Graham Niven (* 1. März 1910 in London, England; † 29. Juli 1983 in Château-d’Œx, Schweiz) war ein britischer Schauspieler. Er gewann 1959 den Oscar als bester Hauptdarsteller.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Niven war der Sohn von William Edward Graham Niven und Henrietta Julia de Gacher. Sein Vater fiel als Offizier 1915 in der Schlacht von Gallipoli.

Wie kaum ein anderer Schauspieler war Niven jahrzehntelang in der Rolle des britischen Gentleman erfolgreich und wurde von vielen Zuschauern nahezu ausschließlich mit diesem Image identifiziert. Seine Rollengestaltungen waren oft auch komödiantisch angelegt, sei es als Dieb (in den Pink-Panther-Filmen), als Heiratsschwindler oder als Mitglied der höheren Gesellschaft. Zu Nivens engsten Freunden gehörten Errol Flynn, Humphrey Bogart, Roger Moore und Peter Ustinov.

Privatleben[Bearbeiten]

Niven war zweimal verheiratet. 1940 heiratete er Primula Rollo (1918–1946), mit der er zwei Söhne hatte: David jr. und Jamie, die 1942 bzw. 1946 geboren wurden. Primula starb 1946 nach einem unglücklichen Sturz im Hause Tyrone Powers an schweren Kopfverletzungen. Seine zweite Frau, das schwedische Model Hjordis Tersmeden (1921–1997), heiratete er 1948. Mit ihr adoptierte David Niven zwei Töchter: Kristina und Fiona.

Militärzeit[Bearbeiten]

Niven besuchte die Royal Military Academy Sandhurst und wurde 1930 als Second Lieutenant (Leutnant) Offizier der British Army, Anfang 1933 wurde er zum First Lieutenant (Oberleutnant) befördert. Niven genoss das Offiziersleben anfangs, nach späterer eigener Aussage wurde es ihm jedoch schnell langweilig, und er begann, rebellisch zu werden. Im September 1933 wurde er nach einer Frechheit gegenüber einem General in Arrest genommen, aus dem er floh. Niven verließ heimlich Großbritannien, um in Amerika seine Schauspielkarriere zu beginnen. Seinen Armeedienst quittierte er telegraphisch.

Während des Zweiten Weltkriegs trat er wieder in die Armee ein und erhielt seinen alten Dienstgrad zurück. Bis zum Ende des Krieges wurde er bis zum Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) befördert. Niven kam auf eigenen Wunsch zu den Commandos. In der Spezialeinheit war er anfangs als Ausbilder und später, nach dem D-Day in Frankreich, in einer Aufklärungseinheit tätig. Niven sprach nach dem Krieg sehr wenig über seine Kriegserfahrungen.

Größere Bekanntheit erlangte seine Kriegstätigkeit als Koordinator aller Veranstaltungen zur Truppenbetreuung der US-amerikanischen und britischen Streitkräfte in Europa. In dieser Funktion organisierte er auch die Auftritte von Marlene Dietrich und war persönlich an der Front in der Ardennenoffensive mitverantwortlich für ihre Rettung vor der herannahenden Wehrmacht. Er war zu dieser Zeit auch mit Glenn Miller befreundet, für den er eine Truppenbetreuungsreise organisierte, die nach dessen nicht vollständig geklärtem Tod nicht mehr stattfand. Peter Ustinov diente in dieser Zeit offiziell als Nivens „batman“ (etwa: Offiziersbursche, Ordonnanz), weil dies der verwaltungstechnisch einfachste Weg war, den hohen Offizier Niven und den einfachen Soldaten Ustinov zusammen reisen und arbeiten zu lassen.

Nach dem Krieg[Bearbeiten]

1952 gründete er mit den Kollegen Charles Boyer, Ida Lupino und Dick Powell die Fernsehproduktion Four Star Television und trat erfolgreich in den eigenen Fernsehserien The David Niven Show (1959) und Gauner gegen Gauner (1964 bis 1965) auf.

1959 wurde David Niven für seine Darstellung des Majors Pollock in dem Film Getrennt von Tisch und Bett mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

David Niven erkrankte an ALS und starb an der Krankheit am selben Tag wie sein Kollege Raymond Massey, neben dem er 1937 in Der Gefangene von Zenda mitgewirkt hatte. An seiner Beerdigung nahmen neben seiner Frau Hjordis Tersmeden auch Roger Moore und Audrey Hepburn teil.[1] Seine Grabstelle befindet sich auf dem Friedhof Château-d'Œx in der Schweiz. Sein Vermögen vermachte Niven der Forschung.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

David Niven (1973)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Autobiografien und Literatur[Bearbeiten]

  • David Niven: The Moon’s a Balloon. Putnam Pub Group, 1972, ISBN 0-399-10557-3.
  • David Niven: Vielleicht ist der Mond nur ein Luftballon. Mein bewegtes Leben. (OT: The Moon’s a Balloon). Ehrenwirth, München 1975, ISBN 3-431-01674-X.
  • Stars, die nicht vom Himmel fielen. Hollywood und alle meine Freunde. (OT: Bring On the Empty Horses). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1979, ISBN 3-499-14444-1.
  • Sheridan Morley: David Niven. The Other Side of the Moon. Coronet/Hodder & Stoughton, Sevenoaks 1986, ISBN 0-340-39643-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: David Niven – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roger Moore: Die Autobiographie: Mein Name ist Bond...James Bond I.P. Verlag, 2009, ISBN 978-3-931624-62-0, S. 298