ECE-Regelungen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die ECE-Regelungen bezeichnen einen Katalog von international vereinbarten, einheitlichen technischen Vorschriften für Kraftfahrzeuge sowie für Teile und Ausrüstungsgegenstände von Kraftfahrzeugen.[1] ECE leitet sich ab von Economic Commission for Europe, dem Namen der Wirtschaftskommission für Europa bei den Vereinten Nationen (UN/ECE).

Grundlagen[Bearbeiten]

Kennzeichnung für ECE-genehmigtes Teil, hier Land Deutschland.

Grundlage ist das am 20. März 1958 in der UN/ECE beschlossene und mit Wirkung vom 16. Oktober 1995 geänderte „Übereinkommen über die Annahme einheitlicher technischer Vorschriften für Radfahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und Teile, die in Radfahrzeuge(n) eingebaut und/oder verwendet werden können, und die Bedingungen für die gegenseitige Anerkennung von Genehmigungen, die nach diesen Vorschriften erteilt wurden“, gehören zurzeit 47 Staaten sowie die Europäische Gemeinschaft als Vertragsparteien an.[2] Die Signatarstaaten gehen dabei weit über den Bereich der Europäischen Union (EU) hinaus.

Mit diesem Übereinkommen wird auf internationaler Ebene der Erlass einheitlicher technischer Vorschriften, vor allem für Kraftfahrzeuge, sowie die gegenseitige Anerkennung und Zulassung durch die Vertragsparteien des Übereinkommens möglich. Dies soll vor allem Schranken im Handel abbauen. Seit 1958 wurden auf der Grundlage des Übereinkommens über einhundert ECE-Regelungen verabschiedet. Die Regelungen sind Empfehlungen, die von den jeweiligen Vertragsstaaten in ihr nationales Recht integriert werden können. Die Europäische Gemeinschaft kann ECE-Regelungen auch für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft annehmen. In diesem Fall bedarf es keines zusätzlichen Rechtsaktes, mit dem diese Regelungen beziehungsweise Änderungen von Regelungen in nationales Recht übernommen werden.

Die meisten dieser ECE-Regelungen sind von einer großen Mehrheit der Vertragsparteien angenommen und jeweils in nationales Recht integriert. Sie erfassen die meisten Teile und Ausrüstungen von Kraftfahrzeugen, die für die Erteilung einer Betriebserlaubnis von Belang sind. Entsprechend dem technischen Fortschritt werden die Regelungen ständig angepasst.

An jedem Fahrzeug, Bauteil bzw. Ausrüstungsgegenstand, für das eine ECE-Genehmigung erteilt wurde, ist ein internationales Genehmigungszeichen (→ ECE-Prüfzeichen) anzubringen, das u. a. aus einem Kreis besteht, in dem sich der Buchstabe „E“ und die Kennzahl des Landes befinden, das die Genehmigung erteilt hat. „E1“ steht demnach für Deutschland, „E58“ für Tunesien.

Liste der Teilnehmerstaaten[Bearbeiten]

Hauptartikel: ECE-Prüfzeichen

Ländercode und Teilnehmerstaat:

Code Land
1 Deutschland
2 Frankreich
3 Italien
4 Niederlande
5 Schweden
6 Belgien
7 Ungarn
8 Tschechische Republik
9 Spanien
10 Serbien
11 Vereinigtes Königreich
12 Österreich
13 Luxemburg
14 Schweiz
16 Norwegen
17 Finnland
Code Land
18 Dänemark
19 Rumänien
20 Polen
21 Portugal
22 Russische Föderation
23 Griechenland
24 Irland
25 Kroatien
26 Slowenien
27 Slowakei
28 Weißrussland
29 Estland
31 Bosnien und Herzegowina
32 Lettland
36 Litauen
37 Türkei
Code Land
34 Bulgarien
39 Aserbaidschan
40 Mazedonien
42 Europäische Gemeinschaft
43 Japan
45 Australien
46 Ukraine
47 Republik Südafrika
48 Neuseeland
49 Zypern
50 Malta
51 Republik Korea
52 Malaysia
53 Thailand
56 Montenegro
58 Tunesien

Viele Länder, selbst wenn sie nicht offizielle Vertragsparteien sind, erkennen die ECE-Regeln an und erlauben den Gebrauch und Import von ECE-typgeprüften Fahrzeugen und Teilen. Anmerkung zu 42: Genehmigungen werden von ihren Mitgliedstaaten unter Verwendung ihres jeweiligen ECE-Zeichens erteilt.

Verzeichnis der ECE-Regelungen[Bearbeiten]

  • R 1 Kfz-Scheinwerfer
  • R 3 Rückstrahler für Kfz
  • R 4 Hintere Kennzeichenbeleuchtung
  • R 5 Sealed-Beam-Scheinwerfer
  • R 6 Fahrtrichtungsanzeiger
  • R 7 Begrenzungs-, Schluss-, Bremsleuchten
  • R 8 Halogen-Scheinwerfer und Lampen
  • R 10 Funkentstörung
  • R 11 Türschlösser, Türscharniere
  • R 12 Lenkanlage bei Unfallstößen
  • R 13 Bremsen – Teil I
  • R 13 Bremsen – Teil II
  • R 13-H Harmonisierte Bremsen von Personenkraftwagen
  • R 14 Verankerung der Sicherheitsgurte
  • R 15 (ersetzt durch R 83)
  • R 16 Sicherheitsgurte
  • R 17 Widerstandsfähigkeit Sitze/Verankerung
  • R 18 Sicherung gegen unbefugte Benutzung Kfz
  • R 19 Nebelscheinwerfer
  • R 20 Scheinwerfer mit H-4-Lampen
  • R 21 Innenausstattung
  • R 22 Schutzhelme Krafträder
  • R 23 Rückfahrscheinwerfer
  • R 24 Emission aus Dieselmotoren
  • R 25 In Fahrzeugsitze einbezogene Kopfstützen
  • R 26 Vorstehende Außenkanten
  • R 27 Warndreiecke
  • R 28 Akustische Warneinrichtungen/ Signale
  • R 29 Schutz der Insassen in Führerhäusern
  • R 30 Luftreifen für Kraftfahrzeuge und Anhänger
  • R 31 SB- Halogenscheinwerfer
  • R 34 Verhütung von Brandgefahr
  • R 35 Anordnung der Fußbedienteile
  • R 36 Bau von Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs
  • R 37 Glühlampen
  • R 38 Nebelschlussleuchten
  • R 39 Geschwindigkeitsmesser
  • R 40 Abgase von Krafträdern
  • R 41 Krafträder (Geräuschentwicklung)
  • R 42 Front- und Heck-Sicherheitseinrichtungen
  • R 43 Sicherheitsglas
  • R 44 Rückhalteeinrichtungen für Kinder
  • R 45 Scheinwerfer-Reinigungseinrichtung
  • R 46 Rückspiegel
  • R 47 Abgase von Mopeds
  • R 48 Beleuchtung/Lichtsignaleinrichtungen Kfz
  • R 49 Abgase Dieselmotoren
  • R 50 Beleuchtung Krafträder
  • R 51 Geräusche Kfz
  • R 52 Busse mit geringer Sitzplatzzahl
  • R 53 Beleuchtung/Lichtsignaleinrichtung Motorräder
  • R 54 Luftreifen für Nutzfahrzeuge und Anhänger
  • R 55 Mechanische Verbindungseinrichtungen für Fahrzeugkombinationen
  • R 56 Scheinwerfer Mopeds
  • R 57 Scheinwerfer Motorräder
  • R 58 Rückwärtiger Unterfahrschutz
  • R 59 Ersatz- Auspufftopf- Systeme
  • R 60 Kontrolleinrichtungen Motorräder/Mopeds
  • R 61 Nach vorne zeigende Fortsätze der Führerhausrückwand Lkw
  • R 62 Sicherung gegen unbefugte Benutzung Krafträder
  • R 64 Noträder, Notlaufreifen, Notlaufsysteme, Reifendrucküberwachungssysteme
  • R 65 Kennleuchten für Blinklicht
  • R 66 Festigkeit des Aufbaus von Autobussen
  • R 67 Spezialausrüstung für Fahrzeuge (mit Flüssiggas betrieben)
  • R 68 Messung bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit von Kfz
  • R 69 Rückwärtige Kennzeichnung langsam fahrender Fahrzeuge
  • R 70 Rückwärtige Kennzeichnung schwerer und langer Fahrzeuge
  • R 71 Landwirtschaftliche Zugmaschinen – Sichtfeld
  • R 72 Halogenscheinwerfer für Krafträder (HS1-Lampen)
  • R 73 Seitenfahrschutz von Lkw und Anhänger
  • R 74 Installation von Beleuchtungseinrichtungen bei Mopeds
  • R 75 Reifen für Krafträder
  • R 76 Scheinwerfer für Mopeds Fern- und Abblendlicht
  • R 77 Parkleuchten für Kfz
  • R 78 Bremsanlagen für Krafträder
  • R 79 Lenkanlagen
  • R 80 Sitze für Omnibusse
  • R 81 Rückspiegel von Zweirädern
  • R 82 Halogenscheinwerfer für Mopeds (HS2-Lampen)
  • R 83 Schadstoffemissionen Kfz der Klassen M1, N1
  • R 84 Messung Kraftstoffverbrauch von Pkw mit Verbrennungsmotoren
  • R 85 Messung Motorleistung von Verbrennungsmotoren zum Antrieb von Kfz
  • R 86 Anbau der Beleuchtungs-/Lichtsignaleinrichtungen an land- oder forstwirtschaftlichen Zugmaschinen
  • R 87 Leuchten Tagfahrlicht für Kfz
  • R 88 Retroreflektierende Reifen für zweirädrige Fahrzeuge
  • R 89 Geschwindigkeitsbegrenzungseinrichtungen
  • R 90 Ersatzbremsbelag-Einheiten für Kfz und Anhänger
  • R 91 Seitenmarkierungsleuchten
  • R 93 Vordere Unterfahrschutzeinrichtungen
  • R 94 Frontalaufprall
  • R 95 Seitenaufprall
  • R 96 Abgasemission bei land- oder forstwirtschaftlichen Zugmaschinen
  • R 97 Alarmanlagen
  • R 98 Scheinwerfer mit Gasentladungslichtquellen
  • R 99 Gasentladungslichtquellen
  • R 100 Batteriebetriebene Elektrofahrzeuge
  • R 101 Messung CO2- und Kraftstoffverbrauch
  • R 102 Kurzkupplungseinrichtungen
  • R 103 Austauschkatalysatoren
  • R 104 Retroreflektierende Markierungen an schweren und langen Fahrzeugen (Konturmarkierung)
  • R 105 Fahrzeuge für den Transport gefährlicher Güter, konstruktive Merkmale
  • R 106 Reifen für landwirtschaftliche Fahrzeuge und ihre Anhänger
  • R 107 Busse
  • R 108 Runderneuerte Reifen für Kfz und ihre Anhänger
  • R 109 Runderneuerte Reifen für Lkw und ihre Anhänger
  • R 110 Antriebssystem mit komprimiertem Erdgas
  • R 111 Kippstabilität von Tankfahrzeugen
  • R 112 Scheinwerfer asymmetrisches Licht
  • R 113 Scheinwerfer symmetrisches Licht
  • R 114 Austausch- Airbagsysteme
  • R 115 Nachrüstsysteme Flüssiggas und Erdgas
  • R 116 Sicherheit gegen unbefugte Benutzung
  • R 117 Reifenrollgeräusche
  • R 118 Brennverhalten von Innenraummaterial
  • R 119 Abbiegelicht
  • R 120 Leistungsmessung von Traktoren und mobilen Maschinen
  • R 121 Kontrollleuchten und Anzeiger
  • R 122 Heizungssysteme
  • R 123 Adaptive Frontbeleuchtungssysteme (AFS)
  • R 124 Nachrüsträder
  • R 125 Vorderes Sichtfeld
  • R 126 Nachrüstbare Gepäcktrennsysteme
  • R 127 Fußgängerschutz
  • R 128 Leuchtdioden (LED)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internationale Harmonisierung der technischen Vorschriften für Kraftfahrzeuge. Bundesverkehrsministerium, abgerufen am 8. Oktober 2013.
  2. Vertragsparteien - Liste der Kennzahlen. Bundesverkehrsministerium, abgerufen am 8. Oktober 2013 (Liste der Länder, die der Übereinkunft beigetreten sind).

Weblinks[Bearbeiten]